Hütthofer Theater Metronom arbeitet an Fortsetzung des Sommermärchens

Der Knecht als König

Moritz von Zeddelmann und Karin Schroeder mit Requisiten und Dialekten.
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Auch in der selbst geschriebenen Fortsetzung des Märchens vom Teufel spielen Moritz von Zeddelmann und Karin Schroeder mit Requisiten und Dialekten.

Hütthof/Hartböhn – Sie sind zurück auf dem Piratenplatz – dort, wo sie vor einem Jahr den „Teufel mit den drei goldenen Haaren“ zu einem kulturellen Sommermärchen gemacht hatten: Theater-Metronom-Inhaberin Karin Schroeder, Schauspieler Moritz von Zeddelmann und der Hamburger Regisseur Michael Bandt. Eigentlich wäre dieser Tage nach dreieinhalb Wochen „Bergfest“ bei den Proben zu ihrem neuen Stück, doch die haben sie heute ausnahmsweise einmal unterbrochen – es regnet.

Sorgen für den anstehenden Theatersommer bereitet das Karin Schroeder mitnichten: „Unser Publikum ist wetterfest.“

Auf die Frage nach dem Stück breitet sich kollektiv ein zufriedenes Grinsen auf den Gesichtern aus. Viele Stücke habe man sich angeguckt, doch keines habe der klugen Erzählweise und Wertigkeit der Märchenadaption F.K. Wächters das Wasser reichen können. „Also haben wir beschlossen, die Geschichte selbst weiterzuerzählen“, bringt die Schauspielerin das auf den Punkt, was sich als tragfähige Idee erweisen soll.

Mit Bandt und seinem Kollegen Joachim Brüggmann vom Scharlatan-Theater sind zwei Autoren im Boot, für die die gemeinsame Arbeit kein Novum ist, nur das Genre des Märchens statt Unternehmenstheater sei neu. In einer rund dreiwöchigen Schreibphase brachten sie den von Schroeder, Bandt und von Zeddelmann gemeinsam entworfenen Plot in Szenen- und Schriftform; dabei werden die erzähltypischen Merkmale des Vorbilds Wächter weitergeführt und interpretiert.

Akteure schlüpfen in eine Vielzahl von Rollen

Das Erzählformat ist dasselbe geblieben: Wieder schlüpfen die beiden Akteure in eine Vielzahl von Rollen, durch Duktus und Dialekt gut zu unterscheiden. „Das ist vielleicht das Schwerste“, konstatiert Bandt. „Die Protagonisten müssen scharf voneinander abgegrenzt sein, aber doch alle nah an einem selbst, um glaubwürdig zu wirken.“

Das Rollen-Hopping sollte von Zeddelmann nach dem „Schimmelreiter“ nicht weiter schwerfallen. Seine Lieblingsprotagonisten wie die Räuber dürfen im zweiten Teil weiterleben; andere mussten neuen Figuren weichen. Die Fortsetzung mit dem an Woody Allen angelehnten Titel „Weil wir schon immer wissen wollten, wie es weitergeht“ spielt vorwiegend im höfischen Ambiente. Da werden Weinfässer im Handumdrehen vom Badezuber zum Königsthron, „und auch die Piratenkogge konnten wir endlich einbauen“, freut sich Schroeder.

Wie im ersten Teil kommt Gesellschaftskritik nicht zu kurz, wenn der Knecht, im Herzen immer noch einer aus dem Volk, nun seine neue Rolle als König ausübt. „Daran muss sich das Volk erst mal gewöhnen“, so Bandt.

Bei einem, der die Bauern nicht nur sinnbildlich auf den Schultern trägt – da lässt die Kritik vom dekadenten Hofstaat nicht lange auf sich warten. Am Ende müssen die Helden wie in jedem soliden Märchen drei Aufgaben mit List und Chuzpe bestehen. Ihre Täuschungsmanöver bieten schauspielerische Steilvorlagen, etwa, wenn das arg verliebte Pärchen sich, um den Teufel zu täuschen, in den Haaren liegen soll – der sich wiederum als Bischof ausgibt

. Damit das Publikum beim lustvollen „Spiel im Spiel“ den roten Faden nicht verliert, wurde dieses Mal eine schärfere Trennung zwischen Erzähler und Rollen vorgenommen. Und auch diejenigen, die beim letzten Mal gern mehr von der musikalischen Untermalung von Zsuzsa von Zeddelmann gehört hätten, kommen dieses Mal auf ihre Kosten: Den Stücken, in diesem Teil sämtlichst Eigenkompositionen, wird mehr Raum gegeben.

Premiere am 6. August

Zu sehen ist da Stück „Weil wir schon immer wissen wollten, wie es weiter geht“ von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. August, sowie Freitag, 13. August und Samstag, 14. August, jeweils um 20.30 Uhr, an den Samstagen im Rahmen der Sommer-Theaternächte mit zusätzlicher musikalischer Umrahmung. Der Kartenvorverkauf unter der Telefonnummer 04262 / 1399 hat bereits begonnen.  

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