Bürgerdialog mit Minister Althusmann zur Erdgasförderung

Sinnvolle Kontrolle

Ursula Hillmann-Fachinfer (v.l.), Ute Jaksch und Barbara Engel-Wortman geben Bernd Althusmann die Liste.

Dorfmark/Visselhövede – Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte nach Dorfmark zum Bürgerdialog zum Thema Erdgasförderung eingeladen. Dort erwarteten ihn etwa 200 friedliche Demonstranten vor dem Gasthaus „Deutsches Haus“ – auch Visselhöveder und Botheler.

Denn im Heidekreis versucht derzeit der kanadische Konzern Vermilion, zwei neue Bohrungen zu starten. Die Aktionsbündnisse wollen dies verhindern. In Visselhövede ist man gedanklich bereits einige Schritte weiter bei der Frage „Was kommt nach dem Rückbau?“. „Das LBEG sollte die Dea zum Monitoring bei der Z1 in Wittorf auffordern, Stand ist, dass keines durchgeführt wird“, forderte Stadtrat Eckhard Langanke (WiV). „Das Thema ist im Ministerium angekommen, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen wird gesucht. Monitoringmaßnahmen sind sinnvoll, alleine zur Kontrolle der Versenkmengen“, sagte der Ministeriums-Referatsleiter Norbert Conrad. „Mit Blick auf die Energiesicherheit für Deutschland wird schon jetzt Schritt für Schritt die regenerative Energie eingeführt. Deswegen ist das Erdgas nur eine Brückentechnologie“, sagte Althusmann, wodurch das Ende der Erdgasförderung absehbar sei. Daher sei ein freiwilliges Moratorium durchaus denkbar, auch wenn es keine gesetzliche Grundlage gäbe. „Dekarbonisierung, wann beginnen Sie damit und welche Teile des Landtages beschäftigen sich damit?“, vertiefte die Botheler Grüne Birgit Brennecke das Thema. „Es ist nicht so, als wenn wir nichts tun. Der VW-Konzern, woran wir als Land beteiligt sind, setzt voll auf E-Mobilität und mit 40 Milliarden Euro forscht der Bund nun zur Wasserstofftechnologie. 60 Prozent regenerative Energien haben wir in Niedersachsen, dem Windenergieland Nummer eins“, so Althusmann.

Matthias Bantz vom Ärzteverband IPPNW berichtete von einem Besuch bei der Branchentagung der Erdgas- und Erdölförderunternehmen in Celle. Besonders die Dichtheit der Zementrohre und die Überwachung der Anlagen sowie Bohrstellen sei Thema gewesen, weshalb er mehr Überwachung durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie forderte. An dem Dialog nahmen auch hochkarätige Beamte des Umweltministeriums und des Sozialministeriums teil, die auf bisherige Studien eingingen. „Im Raum Bothel sind nachweislich Indizien für eine Gefährdung der Gesundheit aufgetreten. Mehrere Faktoren spielen da eine Rolle, diesen soll das Sozialministerium weiter nachgehen“, stellte Althusmann fest. Außerdem wies der Aktivist Andreas Rathjens den Leiter des LBEG Andreas Sikorski darauf hin, dass er und weitere Mitstreiter ausströmendes Sauergas an einer Bohrstelle in Völkersen festgestellt haben. Sikorski nahm diesen Hinweis auf, weil das Amt dort von einer Süßgasbohrung ausgegangen sei. Weiter wurden noch viele Fragen zur Erdgasförderung im Heidekreis und im Landkreis Verden erörtert.  lee

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