„Sind hier nicht am Times Square“ 

Beantragte Werbetafel „passt nicht“ ins Visselhöveder Stadtbild

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So in etwa soll die rund zwölf Quadratmeter große und beleuchtete Werbetafel mit wechselndem Inhalt aussehen, die für die Fassade des Biertreffs beantragt wurde. Da will der Bauausschuss aber nicht mitspielen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Eine insgesamt zwölf Quadratmeter große Werbetafel mit wechselnden Inhalten und dann auch noch beleuchtet direkt gegenüber der St.-Johannis-Kirche und dem Rathaus an der Zufahrt zum Visselhöveder Marktplatz? Von dieser Idee eines örtlichen Unternehmers ist der Bauausschuss überhaupt nicht begeistert.

Ganz im Gegenteil, denn das Gremium empfiehlt dem nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss, das gemeindliche Einvernehmen abzulehnen. Das war vom Landkreis angefordert worden, weil die Behörde aus der Kreisstadt Rotenburg letztlich über die Genehmigung befindet. Bauamtsleiter Gerd Köhnken wollte aber nicht nur vom grünen Tisch im Rathaus entscheiden, sondern hatte das Thema auf die Tagesordnung des Ausschusses gesetzt, weil die Größe der Werbeanlage doch schon ortsbildprägend wäre.

Drei Meter hoch und knapp vier Meter breit

Der Eigentümer des Gebäudes, in dem die Gaststätte Biertreff untergebracht ist, ist laut Köhnken mit einer solchen Tafel an seiner Fassade einverstanden. „Die wird von einer Agentur betrieben, die die Fläche an interessierte Firmen vermietet. Das können auch Internethändler sein, was wiederum den Einzelhändlern in Visselhövede wohl sauer aufstoßen würde“, so Köhnken.

Beantragt wurde eine sogenannte Plakatanschlagtafel, die drei Meter hoch und knapp vier Meter breit sein soll. Eine Beleuchtung soll den Blick der Passanten auf sie lenken. Laut Baugesetzbuch ist solch ein Vorhaben zulässig, wenn es sich „in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt“, wie es im besten Amtsdeutsch heißt.

„Das passt überhaupt nicht“

„Im Rahmen der Stadtsanierung hatten wir damals eine Werbeanlagenfibel erstellt. Danach soll eine harmonische Fassade im Stadtkern erhalten bleiben. Diese Anlage steht aber im Vordergrund der Gebäudeansicht und wirkt überdimensioniert“, so die Einschätzung des Amtsleiters.

„So etwas gegenüber der Kirche und am historischen Rathaus, das passt überhaupt nicht“, urteilte auch Ausschussvorsitzender Dieter Carstens (CDU). Die Politik habe sich seinerzeit auch viele Gedanken gemacht über die Gestaltung des Marktplatzes und dann würde solch eine Werbung dem Ganzen widersprechen.

Vor Jahren bereits am Combi-Markt abgelehnt

Für Eckhard Langanke kommt solch eine Tafel ebenfalls nicht infrage: „Die sieht nicht nur übel aus, sondern könnte durch die Beleuchtung die Autofahrer an diesem exponierten Standort ablenken.“

Hermann Bergmann (SPD) erinnerte daran, dass ein ähnliches Vorhaben am Combi-Supermarkt vor Jahren abgelehnt worden sei, darum könne man auch jetzt keine Ausnahme machen. „Ganz abgesehen davon, dass mir das optisch auch nicht gefallen würde, denn wir sind hier ja nicht am New Yorker Times Square“, so der stellvertretende Bürgermeister.

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