Besondere Auszeichnung vom Imkerverband

Kettenburger Richard Sander: Silber für goldene Qualität

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Richard Sander ist stolz auf seine Silbermedaille, die er zum zweiten Mal in Folge verliehen bekam. 

Kettenburg - Von Jens Wieters. „Wenn die Etiketten auch nur einen Millimeter zu weit links sitzen, gibt es schon einen Punktabzug. Wenn innen am Deckel des Glases nur winzige Spuren des Inhalts zu finden sind, geht der Daumen ebenfalls nach unten.“ Zum Glück saßen bei Richard Sander die Aufkleber richtig, die Deckelunterseite war ebenfalls sauber und so gab es für seinen Honig die Silbermedaille vom Landesverband Niedersächsischer Imker – ganz knapp an der goldenen vorbei.

Ein Auszeichnung, auf die der Kettenburger stolz sein kann, denn die Begutachtung durch eine Expertenjury ist nicht nur ein symbolischer Wald- und Wiesenwettbewerb, sondern ist sozusagen die Olympiade der Imker.

Bewertet werden nämlich nicht nur der Geschmack, Aussehen und die Konsistenz des Honigs, sondern die Imker müssen sich einer Vielzahl von weiteren Bewertungskriterien unterziehen. Unter anderen zählt auch das Erscheinungsbild und die Aufmachung des Honigglases dazu. Der 66-jährige Rentner ist nur ganz knapp an einer Goldmedaille vorbeigeschrammt: „Ich habe in allen Bereichen die volle Punktzahl bekommen, nur beim Wassergehalt lag ich minimal über dem Wert, der für Gold gereicht hätte.“ Darüber hat sich Sander zwar ein kleines bisschen geärgert und er ist sicher, dass es im nächsten Jahr klappt mit dem ersehnten Gold, aber dennoch ist er zufrieden: „Honig mit dieser Auszeichnung ist ein hochwertiges Qualitätprodukt, das man über überhaupt nicht mit dem Mischhonig aus dem Supermarkt vergleichen kann.“

Im vergangenen Jahr gab es ebenfalls Silber, aber „nur, weil wir die durchnummerierten und registrierten drei Prüfungsgläser mit einem Paketdienst zur Kommission nach Eldingen geschickt haben. Dort kamen sie leider nicht ganz so sauber an, und schon gab es Punktabzug“, berichtet Ehefrau Agnes Sander. Das war die Geschichte mit der Deckelunterseite. Seitdem wird der Honig wie rohe Eier behandelt und persönlich zum Wettbewerb gebracht.

Erst seit 16 Jahren mit der Imkerei beschäftigt

Die Silbermedaille ist umso höher zu bewerten, weil Sander nicht von Kindesbeinen mit den Bienen per Du war, sondern er beschäftigt sich erst seit 16 Jahren mit der Imkerei. „Als unser Nachbar damals gestorben war, habe ich seine fünf Bienenvölker übernommen. Jetzt habe ich bereits 25“, rechnet Sander nach. Im Jahresverlauf setzt er die fleißigen Insekten an verschiedenen Standorten ein, um auch unterschiedlichen Honig zu produzieren: Obstblütenhonig aus dem Alten Land, Rapsblütenhonig, den seine „Mitarbeiterinnen“ in der Region Visselhövede sammeln, Honig, der aus der Lüneburger Heide stammt sowie die doch etwas flüssigere Variante von den Akazienbäumen, die im Havelland wachsen.

Natürlich hat auch der Kettenburger – wie fast alle Imker ab und zu – mit dem Befall seiner Tiere mit Varroamilben zu kämpfen. „Aber mit ein bisschen Ameisensäure auf einem Schwammtuch ist man schnell wieder Herr der Lage.“ Zum Glück habe die amerikanische Faulbrut, die bereits ganze Landstriche bienenlos gemacht hat, die hiesige Region verschont, sagt Sander.

Aber dennoch appelliert er an Landwirte und auch an die Kommunen, den Bienen ein möglichst artenreiches Blühangebot zu präsentieren. „Denn sterben die Bienen, verlieren wir Menschen die Helfer, die Obst und Gemüsepflanzen bestäuben. Und nur mit Gras kann keine Biene etwas anfangen. Da müssen schon Blumen drauf wachsen.“

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