Der Riepholmer Verein „ackern & rackern“ zeigt Kindern die Erzeugung von Lebensmitteln

Vom Setzen bis zum Essen

In jedem Jahr läuft auf dem Schulbauernhof des Vereins „ackern & rackern“ das Kartoffelprojekt. Dabei lernen die Kinder auf dem Feld den langen Weg des Nahrungsmittels vom Acker bis auf die Teller kennen. - Foto: Kirchfeld

Riepholm - Mit vereinten Kräften den Pflug durch die Erde ziehen und den eigenen Kartoffelacker bestellen. Weizenkörner aus der Scheune mit verschiedenen Mühlen zu Mehl mahlen und anschließend Waffeln backen. Äpfel von alten Apfelsorten auf der Obstwiese sammeln und daraus frischen Apfelsaft pressen – so sieht beim Riepholmer Schulbauernhof „ackern & rackern“ erlebnisorientierte und nachhaltige Bildung aus zum Thema „Wo kommen unsere Lebensmittel her?“.

Der Verein „ackern & rackern“ feiert in diesem Jahr bereits seinen 20. Geburtstag. Mit viel Engagement, Freude und Geduld hat das Team in all den Jahren vielen Besuchern einen Einblick in die Landwirtschaft und in die Herstellung von Lebensmitteln gewährt – bei jährlich 1 500 Besuchern überwiegend im Grundschul- und Erwachsenenalter.

„Wir möchten den Kindern ermöglichen, viele positive Erfahrungen beim eigenständigen Tun zu machen, die sie so schnell nicht wieder vergessen werden“, so die Visselhövederin Christiane Burandt-Gabriel, Leiterin des Schulbauernhofs. „Und dabei bieten unsere Partner-Höfe einmalige Bedingungen.“

Der vielseitige Biolandhof der Familie Wilkens in Riepholm ist von Anfang an dabei. „In unserer scheinbar perfekten Welt hilft das Erlernen einfacher Kulturtechniken, Zusammenhänge besser zu verstehen“, so Burandt-Gabriel und nennt ein Beispiel: „Wer einmal Weizengarben gedroschen und den Ausdrusch mit der Windfege gereinigt hat, der bekommt eine Vorstellung davon, was der Mähdrescher alles im Verborgenen leistet.“

Besonders das Jahresprojekt „Rund um die Kartoffel“ zeigt den jungen Teilnehmern vom Düngen, Pflügen und Setzen über die Pflege der Pflanzen, bis hin zur Ernte und dem Verspeisen am Kartoffelfeuer den langen Weg eines Nahrungsmittels.

„Sinn und Zweck ist es nach wie vor, den Kinder nahezubringen, wo die Lebensmittel herkommen und sie dafür zu sensibilisieren, wie viel Arbeit in deren Herstellung steckt und wie kostbar sie sind“, informiert die Fachfrau. Zum Abschluss des arbeitsreichen Kartoffeljahres lautet deshalb in jedem Jahr die Frage an alle Kinder: „Wem haben wir denn nun diese leckeren Kartoffeln zu verdanken?“ Und da wird den Jungbauern deutlich, was alles dazugehört, um gutes Essen auf dem Teller zu haben. „Uns haben wir die Kartoffeln zu verdanken, wegen der ganzen Arbeit, die wir gemacht haben. Aber auch den Mutterknollen, der Sonne, der Erde, dem Regen und dem Bauern“, wird dann von den Kindern meistens begeistert gerufen und mit einem ordentlichen Applaus gewürdigt.

Der Verein „ackern und rackern“ wird als einer von 40 Bildungsträgern in Niedersachsen über das EU-Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ gefördert. Neben vielen Schulklassen durften im vergangenen Jahr wieder viele Kinder in Freizeitgruppen den Jahreslauf auf dem Bauernhof erleben. Saisonbeginn war im März und den Abschluss des Jahres bildete die idyllische Adventsfeier im geschmückten Kuhstall. Dazu gehörte das Füttern der Tiere, das Melken der Kühe, Schafe scheren, aber auch richtig „rackern“, wie das Ausmisten des Stalls oder das Fällen von Bäumen.

Für das kommende „Landwirtschaft-Erlebnisjahr“ sind noch einige Plätze in den Anfängergruppen frei. Interessierte können sich bei „ackern & rackern“ unter der Telefonnummer 04262 / 8260, per E-Mail an ackernrackern@ewetel.net melden oder die Seite www.ackernundrackern.de im Internet besuchen.

Von Angela Kirchfeld

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