Besucher der Kleiderbörse schätzen Nachhaltigkeit und Preis

Secondhand kommt an

Angiela Fleitmann (l.) und ihre Schwester sind aus Neuenkirchen hergekommen.
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Angiela Fleitmann (l.) und ihre Schwester sind aus Neuenkirchen hergekommen.

Visselhövede - Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Schlagwort, wenn es darum geht, Ressourcen zu schonen und weniger Müll zu produzieren. Nicht erst, seitdem Greta Thunberg auf die Probleme der Klimakrise aufmerksam macht, sondern schon seit sieben Jahren schreibt sich der Visselhöveder Verein Lebensräume dieses Thema auf die Fahne. Denn regelmäßig lädt der zu Kleiderbörsen ein, wo Secondhand-Textilien neue Besitzer finden. Aber wer sucht bei der Veranstaltung, die Judith Schmidt und Gerda Steenblock organisieren, eigentlich nach Kleidern und warum? Wir haben uns bei der vergangenen Kleiderbörse im Haus der Bildung umgehört, wie die Besucher zum Thema Nachhaltigkeit stehen.

„Ich finde Secondhand super, weil es nachhaltig ist. So muss die Ware nicht neu produziert werden“, betonte Angiela Fleitmann, die mit ihrer Schwester aus Neuenkirchen angereist ist. Die freute sich auch über die Preise: „Man bekommt zehn Teile zum Preis von einem.“ Dabei kam es den Schwestern nicht auf Markenware an. „Es muss passen, aber wenn ich ein Kleidungsstück einer guten Qualitätsmarke finde und es dann noch günstig ist, freut man sich doppelt“, so die Studentin. „Sicherlich können wir es uns leisten, die Klamotten auch neu zu kaufen, aber hier bekomme ich auch mehr für mein Geld. Es gibt viel Auswahl“, meint sie. So probiere sie auch mal etwas an, zu dem sie sonst eher nicht greife.

Ebenso ist einer Besucherin aus Walsrode Nachhaltigkeit wichtig. „Es ist viel günstiger als Neuware. Ich bin alleinerziehende Mutter. Damals habe ich bereits gebrauchte Babysachen gekauft, weil da die Chemie raus gewaschen ist“, zählt sie die weiteren Vorteile aus ihrer Sicht auf. Die Walsroderin kaufe für sich ebenfalls nur gebrauchte Kleidung, ebenso Haushaltsgegenstände und Möbel im Sozialen Kaufhaus, auf Flohmärkten oder bei der Tafel in Walsrode. „Ich verstehe gar nicht, warum einige noch Neuware kaufen“, so die flott gekleidete Angestellte. Dabei interessiert sie sich nicht fürs Modelabel. „Hier gibt es eine breite Palette schicker Mode in verschiedenen Stilrichtungen.“

Auch eine 80-Jährige guckte sich bei der Kleiderbörse um. „Ich gehe gerne auf Märkte. Warum neu kaufen, wenn man hier alles bekommt? Es sind gute Sachen dabei. Doch die Auswahl an kleineren Kleidergrößen könnte besser sein“, bemängelte die Brockelerin.

„Viele Kunden standen bereits gegen 9 Uhr vor der Tür“, freute sich Gerda Steenblock vom Verein „Lebensräume“. Dank des rund 25-köpfigen Helferteams, war die Secondhand-Kleidung der 80 Anbieter sehr gut und übersichtlich nach Funktion und Größen sortiert. Dabei hielten die Helfer schon beim Sortieren nach einem Schnäppchen Ausschau. „Wir haben diesmal besonders viele Kunden aus den benachbarten Landkreisen, dem Heidekreis, aus Verden und sogar Gäste aus Hannover“, so die Organisatorin. „Den meisten ist Nachhaltigkeit wichtig, das zeigt sich auch daran, dass viele eigene Tüten mitgebracht haben. Früher wurden wir immer nach Taschen gefragt, das ist heute anders.“ Sie selbst kauft zu 90 Prozent Secondhandware. „Mal auf Kleiderbörsen, mal in unserem Secondhandladen Anziehungspunkt.“

25 Prozent des Verkaufserlöses fließen wie immer in die Kasse des Vereins, der eine christliche Ausrichtung hat und sich vor Ort engagiert. Mit dem Erlös werden gemeinnützige Aktivitäten, wie zum Beispiel die Heiligabend-Feier, unterstützt. Die nächste Kleiderbörse findet am Sonnabend, 26. September, von 9 bis 16.30 Uhr, statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.lebensraeume-online.de sowie unter der Telefonnummer 04262 / 9569160.

Ein weiteres Projekt ist der „Visselhöveder Anziehungspunkt“ an der Schäferstraße 25, in dem man gut erhaltene Kleidung günstig kaufen kann. Der Laden hat jeweils mittwochs und donnerstags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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