„Schall ist kein Problem“

Unternehmen Bürgerwindpark Wittorf stellt Pläne vor

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Rund 50 Wittorfer waren zur Veranstaltung des Unternehmens Bürgerwindpark gekommen und bekamen ausführliche Informationen von Hermann Fehrmann (l.) vom Windparkplaner Agrowea.

Wittorf - Von Henning Leeske. Das Unternehmen Bürgerwindpark Wittorf hat während einer Infoveranstaltung seine Pläne für einen Windpark zwischen Wittorf und Lüdingen vorgestellt. Im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Rotenburg ist zwischen den beiden Ortschaften ein Vorranggebiet für Windanlagen geplant.

Daher haben sich die Grundbesitzer bereits in diesem sehr frühen Stadium zu einem Bürgerwindpark zusammengeschlossen. Geschäftsführer der „BW Bürgerwindpark Lüdingen GmbH“ ist Ralf Lüchau und als Projektleiter der ausgewählten Windparkplaner Agrowea stellte Hermann Fehrmann die Planungen vor.

Demnach hat Agrowea bereits 300 Windanlagen in Betrieb. Das Landvolk Emsland ist an der Gesellschaft beteiligt. „Durch den Zusammenschluss der Flächenbesitzer ist ein Engagement eines auswärtigen Investors ausgeschlossen“, klärte Fehrmann gleich zu Beginn auf. Außerdem blieben so 54 Monate Zeit bis zur Realisierung des Bauvorhabens nach der Genehmigung. Durch das noch nicht beschlossene RROP sieht Fehrmann einen möglichen Baubeginn auf keinen Fall in nächsten Jahr, sondern frühestens 2019 oder 2020.

„Einen Mindestabstand von 1 000 Metern halte ich für sehr positiv, denn nur 500 Meter Abstand zu Einzelwohngebäuden wie im Landkreis Verden sind eher problematisch“, sagte Fehrmann. Darum seien auf der 76 Hektar bebauten Fläche sechs Windkraftanlagen mit einem Durchmesser des Rotorkreises von 141 Meter und einer Gesamthöhe von bis zu 230 Meter möglich. Der Mindestabstand zum Wald von 100 Meter werde eingehalten. Durch den weiteren technischen Fortschritt sei es aber möglich, die Anzahl der Anlagen zu reduzieren. „Der Trend geht zu weniger, aber leistungsstärkeren Anlagen.“

Kosten pro Anlage: Sechs bis sieben Millionen

Zur Reduzierung der Belastungen für Mensch und Natur seien diverse technische Vorhaben geplant. So werden die Rotormesser am Ende gezackt, um die Lärmbelästigung zu minimieren. „Durch den Mindestabstand von 1000 Metern ist der Schall sowieso kein Problem bei den Anlagen“, sagte Fehrmann. Bei einem Schlagschatten würde das Windrad abgeschaltet. Die Hindernisbefeuerung für die Luftfahrt sei mit einem Radar ausgestattet und so nur wenige Stunden im Jahr sichtbar. Obendrein werde gegen den sogenannten Discoeffekt eine matte Lackierung verwendet.

Agrowea habe bereits das Risiko der Vorlaufkosten aufgenommen, so Fehrmann und ein erstes avifaunistisches Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei sei eine eher durchschnittliche Bedeutung des Gebietes für die Vogelwelt herausgekommen. Die kostspieligen Fledermausgutachten würden erst bei späteren Planungen folgen

Fehrmann stellte auch das Beteiligungsmodell vor. Einwohner im Umkreis von zwei bis vier Kilometern können sich ab 3 .000 Euro bis maximal 50. 000 Euro an den Anlagen beteiligen. Die Kosten pro Anlage belaufen sich auf sechs bis sieben Millionen. Eine Direkteinspeisung des Stroms könnten große Vorteile für die örtliche Gemeinde in der Zukunft bieten, so Fehrmann.

Der Windkraftexperte stellte sich den Fragen der Vertreter der Bürgerinitiative. So gebe es laut Landesbergamt keinen Einfluss der Windanlagen auf die Frackingbohrungen und Lagerstättenwasserverpressstellen durch Vibrationen, „dann schon eher durch schwere Laster“, so Fehrmann, der weitere Infoabende versprach, wenn „es etwas Neues gibt“.

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