Ausschuss berät über Zusammenlegung mit Hiddingen

Schwitscher Feuerwehr vor dem Aus

Das Feuerwehrgerätehaus in Schwitschen.
+
Einigt sich der Ausschuss und danach auch der Stadtrat auf die Fusion der Feuerwehren Hiddingen und Schwitschen, verwaist das Gerätehaus in Schwitschen spätestens im kommenden Jahr.

Visselhövede/Schwitschen – Die Politiker haben hinter verschlossenen Türen getagt und waren gegenüber unserer Zeitung zu keinerlei Stellungnahme bereit. Der Stadtbrandmeister Kai-Olaf Häring gab sich zugeknöpft, die Verwaltung wollte ebenfalls nicht so recht raus mit der Sprache, aber alle kommen am Mittwoch nicht drumrum und müssen öffentlich über eine mögliche Auflösung der Schwitscher Ortsfeuerwehr diskutieren.

Denn der Visselhöveder Feuerwehrausschuss beschäftigt sich mit der Zukunft der nur noch 23 Mann starken Truppe. Offiziell heißt der Tagesordnungspunkt „Zusammenlegung der Ortsfeuerwehren Hiddingen und Schwitschen“. In der Beschlussvorlage etwas weiter unten wird die Brisanz des Abends schon etwas deutlicher, denn dort steht der Vorschlag: „Die Ortsfeuerwehr Schwitschen wird zum 1. Januar 2022 nach erteilter Zustimmung des Landkreises aufgelöst, die Feuerwehrsatzung entsprechend angepasst.“

Allerdings will der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) den Schwitscher Brandschützern noch ein kleines Bonbon präsentieren. Denn die Wehr feiert im kommenden Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und soll erst nach möglichen Festen aufgelöst und in die Hiddinger Feuerwehr integriert werden. Auch darüber, ob es tatsächlich zu dieser Art Gnadenfrist kommt, wird der Ausschuss eine Empfehlung aussprechen, wobei der am 22. Juli tagende Stadtrat natürlich das letzte Wort hat.

Hintergrund dieser in der Geschichte der Feuerwehren Visselhövedes bisher einmaligen Aktion, ist der Bedarfsplan, der in den vergangenen Jahren für alle Feuerwehren des Stadtgebiets in unzähligen Gesprächsrunden und Arbeitskreisen aufgestellt und immer wieder angepasst werden musste. Denn fast alle Gerätehäuser waren oder sind zu klein und müssen entweder erweitert oder gar wie in Jeddingen neu gebaut werden. Außerdem braucht die Fahrzeugflotte eine Erneuerung, was in großen Teilen auch bereits geschehen ist.

Aber eines wurde während der vielen Runden auch klar: Das Geld der immer noch erheblich verschuldeten Kommune reicht nicht für alle Feuerwehren. Das hatte auch das mit dem Bedarfsplan beauftragte Büro den Visselhövedern unter die Nase gerieben. Jetzt wird es wohl die Schwitscher Wehr treffen. Allerdings sollen die Ortsbrandmeister der beiden Feuerwehren Schwitschen und Hiddingen die Zusammenführung so umzusetzen, dass die Übernahme möglichst vieler Schwitscher Kameraden in die Hiddinger Wehr mit der Maßgabe erfolgt und dass bestimmte Funktionen von Führungskräften aus dem Nachbardorf besetzt werden.

Mindeststärke von 20 Einsatzkräften wird nur knapp erreicht

Nach dem vollständigen Zusammenwachsen beider Wehren und den weiteren Vorgaben des Feuerwehrbedarfsplans, soll ein Gebäudekonzept entwickelt werden. Der Feuerwehrbedarfsplan aus dem Jahr 2017 hatte bereits die perspektivische Zusammenlegung von Ortsfeuerwehren vorgesehen. Damals hatte man sich allerdings darauf verständigt, dass Fusionen erst dann entschieden werden sollen, wenn ein hoher Investitionsbedarf entsteht oder die Mindeststärke der Wehr – was die Einsatzkräfte angeht – kaum oder nicht erreicht wird.

Die Ortsfeuerwehr Schwitschen hat aktuell 23 Mitglieder in der Einsatzabteilung. Die Mindeststärke einer Ortsfeuerwehr mit Grundausstattung beträgt 20. Allerdings wohnen nicht alle Brandschützer im Ort, sodass laut Verwaltung „absehbar“ war, dass die Wehr die personellen Vorgaben nur noch knapp oder aufgrund der Wohnsituation gar nicht mehr schafft.

Während der Sitzung sind nun die Kommunalpolitiker gefordert, Farbe zu bekennen, denn bei des vorerst letzten Gesprächsrunde Mitte Mai wurde von den Ortsfeuerwehren eine politische Entscheidung zur Zusammenlegung und der damit verbundenen Auflösung der Ortsfeuerwehr Schwitschen gefordert.

„Grundsätzlich besteht die Bereitschaft, politische Vorgaben auch entsprechend umzusetzen. Nur darf nicht mehr rumgeeiert werden, sondern wir machen das alles freiwillig und haben uns sicherlich das Recht erarbeitet, dass man uns eine klare Ansage macht, damit wir wissen, woran wir sind“, war im Vorfeld aus der Feuerwehrführungsebene zu hören. Darum senden die Helfer auch das klare Signal, dass „durch die Feuerwehr selber keine Entscheidung in Richtung Auflösung einer Wehr erfolgen wird“.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Sanierung der Bundesstraße mit Radweg in Sottrum beginnt Mitte August

Sanierung der Bundesstraße mit Radweg in Sottrum beginnt Mitte August

Sanierung der Bundesstraße mit Radweg in Sottrum beginnt Mitte August
Ferdinands-Feld-Festival an drei Wochenenden auf dem Flugplatz Rotenburg

Ferdinands-Feld-Festival an drei Wochenenden auf dem Flugplatz Rotenburg

Ferdinands-Feld-Festival an drei Wochenenden auf dem Flugplatz Rotenburg
Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf

Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf

Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf
Feuerwehreinsatz in Zeven: Kita in Flammen – hoher Schaden

Feuerwehreinsatz in Zeven: Kita in Flammen – hoher Schaden

Feuerwehreinsatz in Zeven: Kita in Flammen – hoher Schaden

Kommentare