Segelflieger 60 Meter von Passagierjet entfernt

„Schwere Störung“ im Luftraum über Visselhövede

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Der Germania-Airbus landete sicher in Bremen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Im Luftraum über Visselhövede sind sich am 4. Mai dieses Jahres zwei Flugzeuge gefährlich nahe gekommen. Den entsprechenden Untersuchungsbericht gab die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) jetzt bekannt. Eine Germania-Maschine mit 148 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord war demnach im Anflug auf den Airport Bremen, als die Piloten ein Segelflugzeug rund 60 Meter schräg über sich entdeckten, das in die gleiche nordwestliche Richtung flog.

Der Airbus war nach Instrumentenflugregeln von Hurghada (Ägypten) nach Bremen unterwegs und hatte die Reiseflughöhe bereits verlassen. „Der 53-jährige verantwortliche Pilot steuerte das Flugzeug und der 30-jährige Copilot hatte die Funktion des überwachenden Piloten inne“, heißt es in dem Bericht.

Um 18.22,35 Uhr meldete die Besatzung dem Fluglotsen des Bremer Towers über Funk die Annäherung mit dem Segelflugzeug. Das fliege rund 200 Fuß (gut 60 Meter) und etwa 50 Fuß (gut 15 Meter) nach rechts versetzt über der Verkehrsmaschine, die zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von 5 900 Fuß (knapp 1 800 Meter) Visselhövede überquerte.

Die BFU kommt zu der Erkenntnis, dass im Vorfeld dieser Meldung keine Verkehrsinformationen oder Ausweichempfehlungen an die Besatzung des Airbus erteilt worden seien. Der zuständige Fluglotse gab an, dass er keine Ziele auf seinem Radarsichtgerät beobachtet und von der Annäherung erst durch die Meldung der Besatzung des Airbus erfahren habe. Dem Bericht zufolge habe auch das Kollisionswarnsystem des Airbus keine akustischen und optischen Warnsignale hinsichtlich eines anderen Luftfahrzeugs gegeben. Im Anschluss landete der Airbus sicher auf dem Bremer Flughafen. Das beteiligte Segelflugzeug strahlte kein Transpondersignal ab. Der Pilot des Seglers konnte nicht identifiziert werden. Der Abflugs- beziehungsweise Zielort sei unbekannt, so der Bericht.

„Es ist ein insgesamt eher seltener Zwischenfall“, wird Jens Friedemann von der BFU in Braunschweig in Meldungen zitiert. Zwar sei nichts passiert, für die BFU sei es dennoch ein untersuchungswürdiges Ereignis gewesen. Der Vorfall wird von den Fachleuten als „schwere Störung“ klassifiziert.

Werner Meyer, Gesellschafter des Flugplatzes Rotenburg, erläuterte, dass Segeflieger keinen Transponder verbaut haben müssen, „aber zur eigenen Sicherheit wäre das schon wünschenswert, damit sie gesehen werden.“ Grundsätzlich habe der Sportpilot ersteinmal nichts falsch gemacht, weil er sich außerhalb der Schutzzone des Bremer Flughafens befunden habe. „Aber dennoch muss er die Augen offen halten, was denn da so auf ihn zukommt. Darum wäre es besser, er würde von den Fluglotsen gesehen, damit die Kontakt mit dem Verkehrsflugzeug aufnehmen können, damit das rechtzeitg ausweichen kann“, so Meyer. Wäre es zu einer Kollision gekommen, hätte es unter Umständen auch „sehr schlimm“ für den Passagierjet enden können. „Je nach Aufschlagbereich.“

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