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Schumann ist Vorsitzende des Visselhöveder Präventionsrats

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Von: Jens Wieters

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Susanne Schumann ist die neue Vorsitzende des Visselhöveder Präventionsrats.
Susanne Schumann ist die neue Vorsitzende des Visselhöveder Präventionsrats. © Wieters

Susanne Schumann ist Vorsitzende des Visselhöveder Präventionsrats. Sie will versuchen, dass die geförderte Gemeinwesen- und Jugendarbeit über das Jahr 2023 hinaus fortgeführt wird.

Visselhövede – Seit sieben Jahren arbeitet sie bereits fleißig mit. Jetzt steht sie „dem tollsten Team, das man sich wünschen kann“ vor: Susanne Schumann ist die neue Vorsitzende des Visselhöveder Präventionsrats. Die 63-Jährige beerbt Gustav Stegmann, der während der Jahreshauptversammlung nicht wieder kandidiert hatte.

Und eines stellt die Buchholzerin sofort klar: „Wir stehen allen Visselhövedern in der Stadt und in den Dörfern zu allen Themen des Miteinanders zur Verfügung.“ Zwar habe der Präventionsrat zweimal das herausfordernde Aufgabengebiet Flüchtlingsintegration in den Jahren 2015/2106 und auch aktuell wieder meistern müssen, aber Schumann sieht ihre Arbeit sehr viel umfassender: „Wir wollen die Jugendarbeit weiter intensivieren und generell den sozialen Zusammenhalt der Menschen in unserer Stadt weiter fördern, was auf vielen Ebenen und unterschiedlichen Veranstaltungen möglich ist“.

Mit der Fertigstellung des neuen Jugendzentrums in der ehemaligen Küche des Hallernbadrestaurants und den neuen Möglichkeiten im Haus der Bildung gleich nebenan seien „die Voraussetzungen für eine gute Netzwerkarbeit wirklich ideal“. Aber die gut nutzbaren Gebäude seien nur ein Teil der Arbeit, „Menschen müssen sie auch mit Leben füllen“. Und darum sei es unbedingt notwendig, dass die Arbeit des Gemeinwesenarbeiters Christian Oddoy und die der beiden Jugend-Sozialarbeiter Stefan Gaudies und Iris Weis auch nach 2023 fortgesetzt werden kann. Alle drei vom Land geförderten Verträge laufen Ende des kommenden Jahres aus. „Darum ist es sehr wichtig, dass wir Lösungen finden, damit die gute Arbeit, die die drei leisten, auch darüber hinaus fortgesetzt wird“, fordert die pensionierte Lehrerin, die unter anderem an der Grundschule Visselhövede gelehrt hatte und bis Sommer 2021 die Grundschule am Trochel in Bothel geleitet hat. Schumann setzt dabei auch auf die örtlichen Landespolitiker – nicht nur, weil sie sich vor einigen Jahren bereits für die Förderung stark gemacht hätten, sondern weil „wir in unserer kleinen Stadt mit der Gemeinwesenarbeit echt gute Arbeit leisten, die nicht an Fristen gebunden sein sollte“.

Susanne Schumann will versuchen, „die großen Fußstapfen, die Gustav Stegmann hinterlassen hat, vernünftig auszufüllen und seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Dazu gehöre eben auch, die Veranstaltungen, die durch Corona ein wenig ins Hintertreffen geraten waren, wieder aufleben zu lassen. „Ich denke da an die Aktion Tisch an Tisch, das internationale Kochen, die Teilnahme am Sommerfest des Gewerbevereins, die Ausbildungsmesse und vieles mehr.“ Auch die Arbeit der Lernpaten soll fortgeführt werden. „Das war ursprünglich als Hilfe für Schüler gedacht, die wegen der Pandemie Zuhause lernen mussten, aber oft nicht die Möglichkeiten dazu hatten. Wir haben aber festgestellt, dass viele junge Schüler weiterhin Unterstützung brauchen.“ Gleiches gelte für ganze Familien, die Schwierigkeiten hätten, zum Beispiel Behördengänge zu erledigen. „Dafür haben wir uns ebenfalls eine Patenschaft überlegt und wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf Flüchtlingsfamilien, sondern wir haben auch so viele Menschen, die schon lange hier leben und diese Hilfe benötigen.“

Gustav Stegmann indes hat zwar den Posten des Vorsitzenden geräumt, steht dem Präventionsrat aber weiterhin zur Verfügung, „wenn auch nicht mehr in dem Umfang wie bisher.“ Lob gab es während der Versammlung in Hülle und Fülle: „Der Präventionsrat, das ist Gustav“, so brachte es Tam Ofori-Thomas auf den Punkt. Zehn Jahre lang habe Stegmann den Rat geprägt, zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt, initiiert, angeschoben und ins Rollen gebracht.

Die wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende Elke Motzkau verabschiedet Gustav Stegmann.
Die wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende Elke Motzkau verabschiedet Gustav Stegmann. © Kirchfeld

Zahlreiche Weggefährten packten die Gelegenheit beim Schopf, um sich bei Stegmann zu bedanken. „Nicht nur in Visselhövede, sondern auch über die Kreisgrenzen, über Niedersachsen hinaus bis hin zur Bundesebene bist du aktiv und der Visselhöveder Präventionsrat bekannt wie ein Leuchtturm“, verdeutliche Elke Motzkau, die ebenso wie Nicole Kanapin als Stellvertreterin wiedergewählt worden ist.

„Gustav Stegmann hat ein Team um sich wachsen lassen und versteht es, Verständigungen zu schaffen, ohne auf einem Podest zu stehen, sondern er lenkt hinter den Kulissen. Das ist eine hohe Gabe“, betonte der ehemalige Bürgermeister Ralf Goebel. „Viele Menschen und Arbeitskreise hast du verknüpft. Dadurch waren wir bei der Flüchtlingswelle 2015 breit aufgestellt. Nicht viele Kommunen haben so einen Fundus auf freiwilliger Basis und viel Hilfsbereitschaft, auf den sie zurückgreifen können!“ „Wir machen das einfach in Visselhövede“, informierte der neue Bürgermeister André Lüdemann über seine Antworten, wenn er denn mal wieder gefragt werde, warum die Präventionsarbeit in Visselhövede so gut funktioniere.

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