„Nur eine Möglichkeit von vielen“

Schulstandorte: Bürgermeister Goebel wird in sozialen Medien massiv angefeindet

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Ein Umzug der Kastanienschule in die jetzige Oberschule an die Lönsstraße ist nur eine Möglichkeit von vielen, Patz für einen Kindergarten zu schaffen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel wird zurzeit ein wenig Opfer seiner transparenten Kommunalpolitik. Auf Facebook wird er für öffentlich verbreitete Ideen zum Thema Schulstandorte massiv attackiert.

In einer Vorlage für den Schulausschuss hatte die Verwaltung öffentlich Ideen entwickelt, wie in einigen Jahren Raum geschaffen werden könnte für weitere Kindergarten- und Krippenplätze, die aufgrund steigender Geburtenzahlen schon 2018/2019 nötig sind. In dieser Ideensammlung spielt auch ein möglicher Umzug der Kastanien-Grundschule in das Schulgebäude an der Lönsstraße eine Rolle. Für diese Gedankenspiele wird Goebel jetzt bei der Facebook-Gruppe „Vissel-aktiv“ heftigst attackiert und mit Beleidigungen überzogen, die teilweise unter die Gürtellinie gehen. Von einer „Schulschließung“, und von „einem Altenheim in der Grundschule“ ist die Rede.

Muss die OBS umziehen, steht ein intaktes und saniertes Haus leer

„Diese Anschuldigungen entbehren jeglicher Grundlage“, sagt der Bürgermeister. „Es wäre aber geradezu sträflich, sich keine Gedanken über die Zukunft der Schulen in unserer Stadt zu machen.“ Fakt sei, dass künftig mehr Räumlichkeiten für Kindergarten- und Krippengruppen gebraucht würden. Fakt sei auch, dass der Oberschule (OBS) in ein paar Jahren der Standort Auf der Loge ausreicht und das Gebäude an der Lönsstraße nicht mehr für die OBS gebraucht werde. „Schulleitung und Lehrer drängen sogar auf eine Zusammenlegung“, informiert Goebel. Dann habe die Stadt an der Lönsstraße ein völlig intaktes und energetisch mit viel Geld aus der Kreisschulbaukasse saniertes Schulgebäude mit einer funktionierenden Mensa leer stehen. „Damit muss sich die Verwaltung beschäftigen und es muss erlaubt sein, über einen Umzug der Grundschule an die Lönsstraße nachzudenken, um am Grundschulstandort Platz zu haben für einen Kindergarten. Alles andere wäre grob fahrlässig“, stellt Goebel klar.

Der Verwaltungschef versteht vor allem den Zeitpunkt der aktuellen Diskussion bei Facebook nicht: „Diese Schulstrukturideen wurden schon lange vor meiner Bürgermeisterzeit in der Politik diskutiert und darüber auch in der Zeitung geschrieben. Irgendwann kommt die Zeit, wo die Prognosen über Schülerzahlen auch Realität werden.“

In den Sommerferien prüft die Landesschulbehörde verschiedene Optionen

Aber selbstverständlich würden auch andere Überlegungen im Rathaus getätigt. „Da spielt das Haus der Bildung eine Rolle, oder die alte Dorfschule in Wittorf, oder eine Anmietung von Räumen in der Kaserne, oder sogar ein Neubau. Die Einrichtung der Grundschule an der Lönsstraße ist nur eine Möglichkeit von vielen“, so Goebel.

In den Sommerferien würden Fachleute der Landesschulbehörde alle Möglichkeiten überprüfen und dann eine Stellungnahme abgeben, wo überhaupt ein Kindergarten einziehen könnte und welche baulichen Maßnahmen dafür nötig seien. „Im Rat und in den Ausschüssen müssen wir danach überlegen, was für uns finanziell überhaupt machbar ist. Und dann werden wir irgendwann entscheiden, so wie in allen anderen Bereichen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens auch.“

Bezüglich des Altenheim-Gerüchts stellt Goebel klar, dass es zu einer verantwortlichen Arbeit eines Bürgermeisters gehöre, sich auch Gedanken über Nachnutzungen kommunaler Liegenschaften zu machen.

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