Wallin will Verschwenkung der Großen Straße

Schulkastanien bleibt noch eine kleine Chance

Die Schulkastanien im Sommer in voller Pracht. Einem Ausbau der Großen Straße stehen sie vielleicht im Weg. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Wir müssen klar sagen, was uns wichtiger ist: Ein paar Parkplätze oder wertvolle Bäume, die das Stadtbild prägen und den Lärm aus der Schule raushalten!“ Hartmut Wallin (Grüne) ist nämlich mit dem Vorentwurf des Ausbaus der Landesstraße 171 in der Visselhöveder Ortsdurchfahrt ganz und gar nicht einverstanden.

Zwar gehen noch mindestens gut zwei Jahre ins Land, bis die Arbeiten auf der Großen Straße von Höhe des Restaurants Mito bis zum Lidl-Markt beginnen, aber der Schwitscher fordert schon jetzt ein klares Bekenntnis der Politiker zu dem knappen Dutzend alten Bäumen, die der naheliegenden Kastanien-Schule ihren Namen gaben. Das wurde während der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses deutlich, als Wallin vehement eine Verschwenkung der Fahrbahn forderte, um die Kastanien zu erhalten. „Nach meinem Empfinden ist eine kleine Verschwenkung durchaus möglich. Und wenn wir dadurch einige Parkplätze auf der rechten Seite der Großen Straße in Richtung Lidl verlieren, ist es auch nicht schlimm. Die Kinder in der Grundschule sollten es uns wert sein.“ Seiner Ansicht nach seien die Bäume nämlich nicht nur ortsbildprägend, sondern böten auch einen natürlichen Lärmschutz. „Dort gibt es viel Lkw-Verkehr, und in der Schule muss der Unterricht schon jetzt unterbrochen werden, wenn die Laster vorbeirauschen. Wenn die Bäume weg sind, ist es noch schlimmer“, vermutet Wallin.

Der steht im Übrigen mit seiner Meinung nicht ganz allein da, denn auch Michael Meyer (CDU) möchte die Kastanien erhalten, „wenn es irgendwie möglich ist“. Auch der Drögenbosteler bezeichnet die Bäume als wichtig für das Straßenbild in dem Bereich. „Wir sollten uns weitere Möglichkeiten des Straßenverlaufs offenhalten und noch mal Gespräche führen.“

Damit meinte er städtische Kaufabsichten für ein paar Quadratmeter der angrenzenden privaten Grundstücke im Westen der Straße, um die Fahrbahn verschwenken zu lassen und dennoch Parkplätze zur Verfügung zu haben. Der Ausschuss vertagte folglich die Themen Verschwenkung, Parkplätze und Grundstücksausfahrten in dem Bereich.

Einigkeit herrschte hingegen bei den Problemlagen Kurze Straße und Bergstraße. Denn die werden nach einem Ausbau jeweils nur von der Großen Straße aus befahrbar sein. „Andersherum ist das Sichtdreieck einfach zu klein“, erläuterte Bauamtsleiter Gerd Köhnken diese Vorgehensweise. Es würden zwar keine Einbahnstraßen, aber eine entsprechende Beschilderung lasse eine Ausfahrt in die Große Straße nicht zu.

Einstimmig passierte auch der Planungsentwurf den Ausschuss, dass der Gehweg an der Soltauer Straße vom Ausbauende der Großen Straße inklusive Kreisel an der Zollikoferstraße bis zur Einfahrt zum Lidl-Markt verlängert werden soll.

Gerd Köhnken machte dem Ausschuss aber auch klar, dass das Straßenbauamt in Verden als zuständige Behörde am Ende entscheide, wie die Landesstraße gebaut werde: „Da können wir hier, grob gesagt, planen was wir wollen.“

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