Schulleiter stellen Vorhaben vor

Schulen wollen eine Kooperationsklasse in Visselhövede einrichten

In der Kastanienschule soll es ab Sommer eine Kooperationsklasse geben.
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In der Kastanienschule soll es ab Sommer eine Kooperationsklasse geben.

Visselhövede – In Sachen Inklusion geht die Stadt Visselhövede mit gutem Beispiel voran – und das durchaus mit großen Schritten: Schon zum Schuljahr 2021/22 soll es die erste Kooperationsklasse in der Kastanienschule geben. Diese, so die Idee, entsteht gemeinsam mit der Lindenschule.

Die Rotenburger Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung wird von den Rotenburger Werken geführt. Sie beschult Kinder aus dem gesamten südlichen Landkreis. „Diese Zusammenarbeit ist begrüßenswert und ein weiterer Schritt der Inklusion in die richtige Richtung“, betonte Robert Rabe (SPD) als Vorsitzender des Schulausschusses. Dort wurde nun über den Antrag abgestimmt.

Die beiden Schulleiter, Catrin Puschmann für die Kastanienschule und Karsten Beernink-Kastenschmidt für die Lindenschule, stellten die bisherigen Pläne noch einmal detailliert vor. „Das Zusammenleben von behinderten und nicht behinderten Kindern ist an unserer Schule ohnehin gelebte Praxis und wird seit Jahren großgeschrieben“, betonte Puschmann. Oft gebe es im Vorfeld der Einschulung Gespräche mit den Kindergärtnerinnen, in der Regel werde im Bedarfsfall durch ein Gutachten der Förderbedarf festgehalten.

Bisher müssten betroffene Kinder dann in der Regel bis nach Rotenburg fahren, weil die Lindenschule eben für den ganzen Landkreis als Förderschule agiere. Dies könne sich jetzt ändern. „Wir sind eine Versorgungsschule für alle, die südlich der A 1 wohnen“, ergänzte Beernink-Kastenschmidt. Die Lindenschule beschule insgesamt 60 Kinder und biete für unterschiedliche Kinder unterschiedliche Angebote.

Nun könnten sich mit der geplanten Kooperation auch die Zugangswege noch weiter differenzieren. Denn Eltern können dann wählen, ob sie ihr Kind in der Förderschule oder eben in einer inklusiv arbeitenden Schule einschulen, erläuterte er.

Die Kooperationsklasse sei zudem ein guter Weg, Berührungsängste erst gar nicht entstehen zu lassen. Beide Schulleiter schilderten dem Gremium auch, wie die Zusammenarbeit geplant ist. Beispielsweise werden die Rotenburger Werke eine Küchenzeile in den angedachten Schulraum installieren lassen: „Das hört sich vielleicht etwas ungewöhnlich an. Aber wir arbeiten viel mit ganz lebenspraktischen Inhalten“, so Beernink-Kastenschmidt.

Puschmann ergänzte, dass es bereits jetzt drei Kinder in der Kastanienschule gibt, die einen Förderbedarf haben, „durch die Kooperationsklasse ergeben sich nun noch bessere Möglichkeiten der Förderung“.

Dabei soll es in Zukunft auch viele Treffen mit den „normalen“ Klassen geben, diese können etwa im Gruppenraum oder bei Ausflügen umgesetzt werden. „Wenn wir heute eine Zustimmung erhalten, könnte unsere Tischlerei schon im März damit beginnen, die Küchenzeile anzufertigen“, erklärte Beernink-Kastenschmidt.

„Diese Idee entspricht nicht nur dem Zeitgeist, sondern ist längst überfällig“, äußerte sich Bürgermeister Ralf Goebel nach dem Vortrag zustimmend zum Thema. Vor zwei Jahren habe man erste Gespräche mit Blick auf eine solche Kooperation geführt, nun könne man weiter in die Realisierung gehen.

Die Ausschussmitglieder begrüßten die Initiative ebenfalls und stellten anschließend einige Fragen. Zum Beispiel, ob die Kastanienschule nun mehr Platz benötigen wird, und auch, wie es mit dem Thema Mehrkosten aussieht. In der Beschlussvorlage war der Vermerk notiert worden, dass der Stadt durch die Einrichtung der Kooperationsklasse keine Kosten entstehen sollten – auf genau diese Frage hatten die Beteiligten nun aber ad hoc keine Antwort.

„Diese Formulierung ist etwas unglücklich“, stellte dann auch Goebel fest und betonte erneut, dass die Stadtverwaltung sich über die Zusammenarbeit freue. Rabe schlug anschließend vor, stattdessen zu formulieren, dass es keine erheblichen Kosten geben solle und dass die Details noch im Zuge eines Kooperationskonzepts festgelegt werden müssten.

Dieser Formulierung schloss sich das Gremium einstimmig an – nun kann die Vorbereitung der ersten Kooperationsklasse also weitergeführt werden, und auch die Tischler können starten.  

Erläutern den Planungsstand: Catrin Puschmann...
...und Karsten Beernink-Kastenschmidt.

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