Schul- und Kindergartenleiter berichten über Flüchtlingssituation

Sprache bleibt die größte Barriere

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Die Bildungseinrichtungen im Visselhöveder Stadtgebiet stoßen an ihre Grenzen. In Wittorf und in Jeddingen (Bild) sind dagegen noch Plätze für Flüchtlinge frei.

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Bei der Sitzung des Ausschusses für Schule, Erziehung und Weiterbildung der Stadt Visselhövede am Montagabend haben die Leiter der Schulen und Kindergärten über die Flüchtlingssituation in ihren Einrichtungen berichtet. Nicht überraschend: Besonders Sprachbarrieren sind das größte Problem für alle Beteiligten. Unterschiede gibt es allerdings in der Belastung.

So war von den Schulen und Kindergärten in Jeddingen und Wittorf durchaus die Bereitschaft, mehr Flüchtlingskinder aufzunehmen. Besonders, da die Einrichtungen im Stadtgebiet an ihre Kapazitätgrenzen stoßen, weil die meisten Flüchtlingsfamilien auch dort untergebracht werden. Der Grund liegt im Bemühen der Stadtverwaltung, den Flüchtlingen kurze Wege zu ermöglichen. In Wittorf und Jeddingen werden kaum Flüchtlingskinder betreut. So bot Ute Schorpp-Bolz von der Wittorfer Zwergenstube freie Plätze in ihrer Einrichtung an.

Bürgermeister Ralf Goebel unterstrich auf der Sitzung noch einmal die Wichtigkeit der Schulen und Kindergärten. „Sie müssen entscheidende Elemente in der Integration leisten“, sagte er zu den anwesenden Pädagogen.

Diese hoben in ihren Berichten zumeist das Sprachproblem hervor. Als „erheblichen Anteil“ bewertete Goebel die acht von 63 Jungen und Mädchen im Kindergarten Fabula, die wenig bis kaum Deutschkenntnisse besitzen würden – auch wenn laut Leiterin Gisela Teschke lediglich drei von ihnen einen Flüchtlings-Hintergrund hätten. Ebenso gebe es immer mehr Anfragen von Flüchtlingen, aber sie habe „definitiv keinen Platz“, so Teschke. Schwierig sei oft auch die Kommunikation mit den Eltern. Häufig müssten sogar die Kinder für sie dolmetschen.

Die Oberschule mit 22 Schülern und die Kastanienschule mit 16 Kindern haben da mit höheren Zahlen zu tun. An der Lönsstraße bekam man eine zweite Sprachlernklasse von der Landesschulbehörde genehmigt, um mehr Flüchtlinge besser in Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten zu können, wobei sie auch in den Regelunterricht integriert werden.

Auch die Kastanienschule hat jetzt einen Antrag auf eine Sprachlernklasse gestellt. An der Grundschule – wie auch in der Oberschule – gibt es zudem einige Schüler, die kaum alphabetisiert sind. Da sei es problematisch, beispielsweise Zehnjährige in eine erste Klasse zu stecken, so Schulleiterin Bärbel Lattemann.

Sie konnte dafür berichten, dass einige Neuankömmlinge über den Mathematik-Unterricht Lernerfolge erzielen konnten. Das würde sie dann auch für andere Fächer motivieren. „Ein Jammer“ sei ihren Worten nach dafür der Umstand, dass viele Familien häufig in eine andere Gegend ziehen und die Kinder so aus ihrem Schulumfeld gerissen würden.

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