Sanierung der WC-Anlagen der Oberschule erneut verschoben

Schüler müssen warten

Die Sanitäranlagen in der Oberschule sind nicht nur alt, sondern riechen auch etwas streng. Foto: Wieters

Visselhövede - Von Henning Leeske. Wer dachte, dass nach der Entscheidung für den Bau einer neuen Kindertagesstätte mit Räumen für die Grundschule, dem sogenannten Primar Campus, nun Ruhe im Schulausschuss herrscht, wurde während der vergangenen Sitzung schwer enttäuscht. Der Streitpunkt ist nicht neu: Es ging wieder um marode und stark riechende Toilettenanlagen. Konkret, um die Sanitärräume an beiden Standorten der Oberschule an der Lönsstraße und Auf der Loge. Die Schüler müssen nämlich nun doch länger auf eine Sanierung warten.

Der Grund sind die explodierenden Kosten. Eine erste grobe Schätzung kam während der Sitzung auf den Tisch. Insgesamt 815 000 Euro sollen die neuen Sanitärräume kosten, 315 000 in der Lönsstraße und 485 000 Auf der Loge, der Rest sind Planungskosten. Eine derartig große Maßnahme kann das Bauamt nicht mit Bordmitteln bestreiten. Für diese Maßnahme ist nach Ansicht der Verwaltung ein Objektplaner für die Koordinierung des Gesamtprojekts und der einzelnen Gewerke nötig.

„Ein Fachmann hat ein vernichtendes Urteil über den Zustand der maroden Leitungen gefällt“, sagte Goebel, nachdem Schulleiter Ronny Wieland seine Enttäuschung über das weitere Verschieben der Sanierung zum Ausdruck gebracht hatte: „Veränderungen wurden zugesichert, zumindest schrittweise. Die WC-Anlage Auf der Loge ist schon sehr desolat. Und ich würde gerne während der Gesamtkonferenz einen Fortschritt vermelden.“

Aufgrund des Expertenurteils müsse jedoch Auf der Loge der große Wurf her mit der kompletten Erneuerung der Wasserleitungen. Und das sprenge nun mal die bisherigen Haushaltsplanungen, so der Bürgermeister.

Elternvertreter Arno von Dreele äußerte seinen Unmut darüber, dass belastbare Zahlen zur Sanierung erst jetzt vorliegen würden. „Die Handwerker und Architekten haben volle Auftragsbücher, die warten nicht auf uns. Unsere zwei Bauingenieure können auch nicht mehr als arbeiten“, stellte Goebel in einem intensiven Wortgefecht klar.

Catrin Puschmann, Schulleiterin der Kastaniengrundschule, erinnerte an Bedenken des Stadtelternrates, dass die meisten Haushaltsmittel in den Primar Campus fließen würden. „Es hieß immer die Schulen seien gleichberechtigt“, sagte sie.

„Ich möchte mich dagegen verwehren, dass das Geld nicht richtig verwendet wird“, sagte Goebel. Derzeit sei es sehr schwer, überhaupt Angebote zu bekommen. Und wenn, dann teilweise zu abenteuerlichen Preisen.

„Ich höre zum ersten Mal, dass ein Dach einer Sporthalle wichtiger ist, als Toiletten für die Schüler“, legte Sabine Darboven von der Grundschule Jeddingen noch nach. Eltern hätten ihr berichtet, dass manche Kinder erst am Nachmittag wieder zu Hause auf die Toilette gehen würden. Sie forderte von der Verwaltung auch eine bessere Einbindung der Schulleiter.

Zum Primar Campus gab es einen Sachstandsbericht über die Planungen und die Ausschussmitglieder diskutierten lebhaft die Ausgestaltung des Campus. Als nun minimalisiertes Konzept vermissten einige Politiker zusätzliche Gruppenräume oder mehr Platz für spätere Erweiterungen. „Aber wir können das nicht alles finanzieren. Denn später sollen auch keine freiwilligen Leistungen der Stadt gestrichen werden“, sagte Hartmut Wallin (Grüne). Goebel wies daraufhin, dass im Dachgeschoss Flächen für einen späteren Ausbau zur Verfügung stünden, denn statisch werde alles für eine spätere Nutzung vorbereitet.

Willi Bargfrede (CDU) forderte die Beratungen wieder in den Schul- und Bauausschuss zu verlegen und den Arbeitskreis aufzulösen. „Im Arbeitskreis läuft zu viel nebenher und der Ausschuss wird erst spät informiert. Das kostet alles Zeit“, sagte er.

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