Sanitäter haben Bleibe in Ex-Kaserne gefunden

Schimmelpilz in der noch fast neuen Rettungswache

Gerade vier Jahr alt und nicht mehr nutzbar: Die Rettungswache an der Nindorfer Straße in Visselhövede. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Noch keine vier Jahre ist die Rettungswache des Landkreises an der Nindorfer Straße in Visselhövede alt, dennoch muss sie wegen akuten Schimmelbefalls umfangreich saniert werden. Die Sanitäter verrichten in dem Neubau schon seit Wochen keinen Dienst mehr, sondern sind auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Lehensheide untergebracht.

Landkreissprecherin Christine Huchzermeier bestätigt, was Nachbarn seit einiger Zeit hinter vorgehaltener Hand munkeln: „Aufgrund eines Durchfeuchtungsschadens mit einhergehender Schimmelbildung wurde die Nutzung des Gebäudes vorsorglich untersagt.“

Die genaue Ursache sei nach einem ersten Ortstermin und einer „Inaugenscheinnahme nicht eindeutig festgestellt“ worden, so Huchzermeier. Ein Sachverständiger sei nun mit der Untersuchung beauftragt worden herauszufinden, wodurch der Feuchtigkeitsschaden entstanden sei. „Wenn die Ursache geklärt ist, wird mit den Renovierungsarbeiten begonnen.

Ein genauer Zeitpunkt kann noch nicht genannt werden“, erklärt die Verwaltungssprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch die Frage, wer für die Kosten aufkomme, könne erst nach der Untersuchung des Sachverständigen und dessen abschließendem Ergebnis beantwortet werden. „Die Rettungssanitäter sind, in Abstimmung mit dem DRK, bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten im Sanitätsgebäude der ehemaligen Kaserne untergebracht“, informiert Huchzermeier.

In Visselhövede fallen knapp tausend Einsätze pro Jahr an, etwa zu gleichen Teilen auf Rettungsfahrten und Krankentransporte verteilt. In der Wache sind jeweils ein Sanitäter und ein Assistent als Besatzung für den Rettungswagen im 24-Stunden-Rhythmus im Dienst. Bis 2012 waren Sanitäter und Fahrzeug im ehemaligen Visselhöveder Bahnhof untergebracht. Der Standort wurde vom Landkreis nicht nur wegen des Zustands aufgegeben, sondern vor allem wegen der Anfahrtzeit, die die Retter bis zu den Einsatzorten brauchen.

15-Minuten-Regel wird dennoch eingehalten

Von der am Bahnhof befindlichen Rettungsstation hätten nicht alle Menschen im Betreuungsbereich in der bei Notfällen vorgegebenen Zeit erreicht werden können, so Landrat Hermann Luttmann während der öffentlichen Vorstellung des Hauses vor knapp vier Jahren. Diese Erkenntnis habe er aus einer wissenschaftlichen Untersuchung, die der Landkreis in den 90er Jahren in Auftrag gegeben habe, als er die Planung für den Rettungsdienst von den DRK-Kreisverbänden übernommen hatte.

Ob die berühmte 15-Minuten-Regel, nach denen ein Rettungswagen am Ort des Einsatzes sein muss, auch vom Standort Kaserne eingehalten werden kann, bezweifeln viele Visselhöveder.

Dazu Christine Huchzermeier: „Der Zeitraum zwischen dem Beginn der Einsatzentscheidung durch die zuständige Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmittels am Einsatzort soll in 95 von 100 der in einem Jahr im Rettungsdienstbereich zu erwartenden Notfalleinsätze 15 Minuten nicht übersteigen.“ Somit sei nicht eine einzelne Rettungswache zu betrachten, sondern alle im Rettungsdienstbereich des Landkreises Rotenburg befindlichen Rettungswachen generieren diese Hilfsfrist.

„Zurzeit ist davon auszugehen, dass sich die Hilfsfrist im Rettungsdienstbereich Landkreis Rotenburg durch die zeitweilige Verlegung der Rettungswache Visselhövede nicht verändert“, stellt die Landkreissprecherin klar.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sparsam arbeiten: So pariert man ein Rinderfilet

Sparsam arbeiten: So pariert man ein Rinderfilet

Xi Jinping warnt vor Gefahren für China

Xi Jinping warnt vor Gefahren für China

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Citroën C3 Aircross im Test: Aufbruch ins Abenteuerland

Von Braeburn bis Boskoop: Kochen und Backen mit Äpfeln

Von Braeburn bis Boskoop: Kochen und Backen mit Äpfeln

Meistgelesene Artikel

Aktionstag Umwelt in Fintel trotz Schmuddelwetter erfolgreich

Aktionstag Umwelt in Fintel trotz Schmuddelwetter erfolgreich

Ölspur: 18-Jähriger rutscht mit seinem Audi in Straßengraben

Ölspur: 18-Jähriger rutscht mit seinem Audi in Straßengraben

HVV-Tarifkonzept: Das sagen die Hauptverwaltungsbeamten 

HVV-Tarifkonzept: Das sagen die Hauptverwaltungsbeamten 

Interesse an Briefwahl in Scheeßel wächst

Interesse an Briefwahl in Scheeßel wächst

Kommentare