Gerichtsverfahren läuft

Schimmel in Rettungswache: Noch keine Sanierung in Sicht

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Seit rund zwei Jahren steht das relativ neue Gebäude an der Nindorfer Straße in Visselhövede leer. Wann es saniert wird, steht noch in den Sternen. Die Gerichte beschäftigen sich mit dem Schimmelbefall.

Visselhövede - Von Jens Wieters. In der Halle der Visselhöveder Rettungswache an der Nindorfer Straße liegen nur ein paar Feudel herum. Trittleitern stehen dort, wo eigentlich der Rettungswagen auf seinen Einsatz wartet. Vorne an der blechernen Verkleidung des Gebäudes nagt der Rost. Noch immer ist das gerade einmal sechs Jahre alte Gebäude wegen akuten Schimmelpilzbefalls gesperrt. Wie lange noch, weiß auch Landkreissprecherin Christine Huchzermeier nicht so genau: „Das Gerichtsverfahren läuft noch.“

Vor mittlerweile zweieinhalb Jahren waren sogenannte Durchfeuchtungsschäden in dem relativ neuen Gebäude festgestellt worden. In der Nachbarschaft wurde schon damals ganz offen von unsachgemäßen Arbeiten gesprochen. Angeblich soll eine sogenannte Horizontalsperre nicht ordnungsgemäß verarbeitet worden sein, sodass Feuchtigkeit ins Mauerwerk gelangen konnte, was wiederum zu massivem Schimmelbefall geführt hatte.

Der Landkreis als Träger des Rettungswesens hatte damals das Haus vorsorglich geschlossen, weil dort jeweils ein Sanitäter und ein Assistent als Besatzung für den Rettungswagen im 24-Stunden-Rhythmus Dienst schieben müssen. Ihre Gesundheit wollte man nicht gefährden. Also wurde kurzerhand nach einer Übergangslösung gesucht. Die wurde in einer alten Mannschaftsunterkunft in der ehemaligen Kaserne an der Celler Straße auch gefunden. In dem exakt drei Kilometer von der eigentlichen Wache entfernten Gebäude, das wie das gesamte Areal mittlerweile der Firma JBS gehört, warten die Sanitäter jetzt auf ihren Einsatz, während der Rettungswagen gleich gegenüber in einer mit einem Rolltor versehenen Garage untergebracht ist.

Landkreis zahlt Miete

„Die Miete wird komplett vom Landkreis gezahlt“, so Huchzermeier auf Nachfrage unserer Zeitung. Wann endlich die eigentliche Wache an der Nindorfer Straße saniert wird und vor allem wann der Steuerzahler erfährt, wer für die anfallenden Kosten aufkommt, dazu kann die Verwaltungssprecherin bisher keine Angaben machen: „Weil immer noch ein Gerichtsverfahren dazu läuft, das noch nicht abgeschlossen ist.“ Wann das der Fall sein werde, könne sie ebenfalls noch nicht eingrenzen.

Problem scheint zu sein, die genaue Ursache für den Schimmel zu ermitteln. Nach einem ersten Ortstermin und einer Inaugenscheinnahme sei die nicht eindeutig festgestellt worden, hatte Huchzermeier bereits vor gut zwei Jahren erklärt. Darum sei ein Sachverständiger mit der Untersuchung beauftragt worden, um herauszufinden, wodurch der Feuchtigkeitsschaden entstanden sei. Demnach wird wohl erst über die Kostenfrage entschieden, wenn das Gericht den Verursacher festgestellt hat.

Der Rost nagt bereits.

Viele Visselhöveder befürchten nach wie vor, dass im Falle eines Falles der Rettungswagen samt Sanitätern vom Standort Kaserne länger brauchen, um Hilfe zu leisten, als die gesetzlich vorgegebene 15-Minuten-Regel. Das wischt Huchzermeier aber vom Tisch: „Zur aktuellen Situation ist zu sagen, dass die geforderte Eintreffzeit des ersten Rettungsmittels im gesamten Landkreis eingehalten wird.“

Dieser Zeitraum ist übrigens in einer Rettungsdienstverordnung exakt geregelt: „Der Zeitraum zwischen dem Beginn der Einsatzentscheidung durch die zuständige Rettungsleitstelle bis zum Eintreffen des ersten Rettungsmittels am Einsatzort soll in 95 von 100 der in einem Jahr im Rettungsdienstbereich zu erwartenden Notfalleinsätze 15 Minuten nicht übersteigen“, heißt es da.

1000 Einsätze pro Jahr

In Visselhövede fallen knapp 1000 Einsätze pro Jahr an, etwa zu gleichen Teilen auf Rettungsfahrten und Krankentransporte verteilt. Bis 2012 waren Sanitäter und Fahrzeug im ehemaligen Visselhöveder Bahnhof untergebracht. Der Standort wurde vom Landkreis nicht nur wegen des Zustands aufgegeben, sondern vor allem wegen der Anfahrtzeit, die die Retter bis zu den Einsatzorten brauchen.

Von der am Bahnhof befindlichen Rettungsstation hätten nicht alle Menschen im Betreuungsbereich in der bei Notfällen vorgegebenen Zeit erreicht werden können, hatte Landrat Hermann Luttmann damals den Umzug und den Neubau an die Nindorfer Straße begründet.

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