Gutachten ist fertig

Schimmel in Rettungswache: Klage wohl unvermeidlich

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Vor gut sechs Jahren wurde die Rettungswache an der Nindorfer Straße gebaut. Seit zweieinhalb Jahren steht sie leer, weil feuchte Wände den Schimmel an den Wänden haben sprießen lassen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Vor gut zweieinhalb Jahren wurde Schimmel in der damals nur knapp vier Jahre alten Rettungswache des Landkreises an der Nindorfer Straße in Visselhövede festgestellt. Nasse Wände in dem relativ neuen Haus mit Fahrzeughalle und Aufenthaltsräumen für die Sanitäter waren der Grund. Aber bis heute gibt es offiziell noch keinen Schuldigen für den Pfusch am Bau. Darum wird der Rettungswagen weiterhin in der ehemaligen Kaserne untergebracht sein.

Einen gerichtlichen Prozess gab es nämlich noch nicht, wie Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier mitteilt. „Zurzeit läuft ein selbstständiges Beweisverfahren. Dies ist zwar ein gerichtliches Verfahren, jedoch wird dabei nicht über Zahlungsansprüche entschieden, sondern nur der Zustand der Sache festgestellt.“ Im Rahmen dieses Verfahrens habe ein Sachverständiger den Schaden angeschaut und ein Gutachten erstellt. Jetzt sei zunächst einmal das beteiligte Architektur- und Ingenieurbüro gefordert und dann die beteiligten Handwerker, die das Gutachten anfechten und überprüfen lassen könnten.

„Ob ein Prozess geführt wird, entscheidet der Landkreis, nachdem das Beweisverfahren beendet ist und alle Widerspruchsfristen abgelaufen sind“, so Huchzermeier.

Bis Mitte Januar werde das beteiligte Ingenieurbüro Stellung zu dem Gutachten nehmen. Sollte es das Gutachten nicht anerkennen, könne der Landkreis in einem anschließenden Klageverfahren Zahlungsansprüche erstreiten.

Der Gutachter hat ein Loch in die Fassade geschnitten, um den Schaden zu ermitteln.

„Es ist bisher vorgesehen, dass der Landkreis Regress einfordert. Aber er wird sich zunächst an das beteiligte Architektur- und Ingenieurbüro halten und nicht an das Bauunternehmen“, betont Huchzermeier. Unabhängig von den Baumängeln seien aber auch sämtliche Folgekosten zu berücksichtigen. Dazu zählten vor allem die Anmietung von Räumlichkeiten für die Unterbringung des Rettungswagens und der Sanitäter.

Um welche Summe öffentlicher Gelder es sich dabei genau handelt, kann die Landkreissprecherin noch nicht beziffern: „Dies kann erst endgültig festgestellt werden, wenn die Rettungswache wieder in Betrieb geht und das Verfahren beendet ist.“ Wann das genau sein werde, steht ebenfalls noch in den Sternen: „Das hängt von vielen Faktoren ab und kann zurzeit noch nicht beantwortet werden.

In Visselhövede fallen knapp 1000 Einsätze pro Jahr an, etwa zu gleichen Teilen auf Rettungsfahrten und Krankentransporte verteilt. In der Wache sind jeweils ein Sanitäter und ein Assistent als Besatzung für den Rettungswagen im 24-Stunden-Rhythmus im Dienst. Bis 2012 waren Sanitäter und Fahrzeug im ehemaligen Visselhöveder Bahnhof untergebracht. Der Standort wurde vom Landkreis nicht nur wegen des Zustands aufgegeben, sondern vor allem wegen der Anfahrtzeit, die die Retter bis zu den Einsatzorten brauchen.

Der Rettungswagen ist zurzeit in der Garage des Sanitätshauses auf der Gelände der ehemaligen Kaserne stationiert. Die Sanitäter „wohnen“ gegenüber. 

Von der am Bahnhof befindlichen Rettungsstation hätten nicht alle Menschen im Betreuungsbereich in der bei Notfällen vorgegebenen Zeit erreicht werden können. Ob die berühmte 15-Minuten-Regel, nach der ein Rettungswagen am Ort des Einsatzes sein muss, auch vom Standort Kaserne eingehalten werden kann, bezweifeln viele Visselhöveder.

Dazu hatte sich Christine Huchzermeier aber schon nach Bekanntwerden des Umzugs auf den Gewerbe-Campus Lehnsheide klar geäußert: „Wir gehen davon aus, dass sich die Hilfsfrist im Rettungsdienstbereich Landkreis Rotenburg durch die Verlegung der Rettungswache nicht verändert“, sagte sie damals.

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