Schilderwirrwarr

Baustelle auf der L171 bleibt Dauerthema

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Das rechte Schild am Ortsausgang Visselhövedes in Richtung Schwitschen besagt ein „Verbot für Fahrzeuge aller Art“. Doch Anwohner können laut Straßenbaubehörde ihre Grundstücke über die Straße erreichen. Fraglich bleibt, was die Polizei dazu sagt. Die drei gelben Lampen signalisieren allerdings nur eine Teilsperrung. 

Die Baustelle auf der Landesstraße 171 zwischen Visselhövede und Drögenbostel bleibt ein Dauerthema in der öffentlichen Diskussion. Viele Einwohner Schwitschens können nicht verstehen, warum am Ortsausgang Visselhövede immer noch das Schild mit der Aufschrift „Durchfahrt verboten“ steht, obwohl die Straße in Richtung Schwitschen bereits fix und fertig saniert ist.

Visselhövede - „Es geht schlicht und ergreifend darum, dass der überörtliche Verkehr aus dem kompletten Baustellenbereich herausgehalten wird. Und das auch bis November“, stellt Rick Graue von der Verdener Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr unmissverständlich klar.

Der erste Bauabschnitt sei planmäßig am 20. Juli fertiggestellt, und die Arbeiten der Gesamtbaumaßnahme befinde sich derzeit ebenfalls im Zeitplan.

In der Anliegerinformationsveranstaltung sei bereits erläutert worden, dass der Streckenabschnitt zwischen Visselhövede und Drögenbostel für die Gesamtbauzeit für den überörtlichen Verkehr voll gesperrt werde. Da der Ausbau in einzelnen aufeinander folgenden Bauabschnitten erfolge, bleibe die Erreichbarkeit für die Anlieger in vielen Zeiträumen jedoch erhalten. „So ist Schwitschen aus Richtung Visselhövede für Anwohner wieder erreichbar. Die Bautätigkeiten erfolgen derzeit, ebenfalls wie geplant, zwischen Schwitschen und Hiddingen, sodass dieser Bereich auch für Anlieger nicht passierbar ist“, erläutert Graue.

Ursprünglich sei angekündigt worden, dass die parallel laufenden vorbereitenden Arbeiten an den Fuß- und Radwegen in der Ortsdurchfahrt Schwitschen mit einer Baustellenampel zusätzlich abgesichert werden sollen, mit einem entsprechenden Hinweis in Visselhövede. „Aufgrund der Erfahrungen im ersten Bauabschnitt wurde jedoch entschieden, die Beschilderung der Vollsperrung aus dem ersten Bauabschnitt zu belassen, um möglichst viel überörtlichen Verkehr und insbesondere Lkw aus dem Streckenbereich rauszuhalten. Anwohner können Schwitschen aus Richtung Visselhövede jedoch erreichen“, so Graue. Fraglich ist allerdings, ob die Polizei das so durchgehen lässt, denn das Schild am Ortsausgang Visselhövede sagte eindeutig „Verbot für Fahrzeuge aller Art“.

Die Teilsperrung der Ostlandstraße wird weitgehend ignoriert.

„Hätten wir dort allerdings den Hinweis aufgehängt, dass Anlieger die Straße bis zur Baustelle nutzen können, wäre wieder jeder reingefahren“, beschreibt Graue die Krux mit der Beschilderung. Insgesamt sei dies dem geschuldet, dass offizielle Beschilderungen mit „Anlieger frei“ oder Teilsperrungen mit drei gelben Lampen statt fünf roten für Vollsperrungen dazu führten, dass diese gänzlich ignoriert würden und noch erheblich mehr überörtlicher Verkehr in den abgesperrten Bereich fahre und anschließend in die Nebenstraßen ausweiche.

Auch der Bereichsleiter der Verdener Behörde weiß, dass ortskundige Auto- und Lkw-Fahrer Schleichwege nutzen, um den Baustellenbereich zu umgehen und nicht auf der bestens ausgeschilderten Umleitungsstrecke unterwegs sind. „Wir nutzen mit diesen Maßnahmen im Bereich der Landesstraße jedoch alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um überörtliche Verkehre aus dem gesperrten Abschnitt herauszuhalten. Geschwindigkeitskontrollen, Beschilderungen im kommunalen Straßennetz sowie Kontrollen auf unbefugtes Befahren der Vollsperrungsbereiche unterliegen dem Landkreis und der Polizei und können nicht von uns durchgeführt werden“, so Graue.

Auch Waltraud Hahnefeld, Anwohnerin der Visselhöveder Ostlandstraße, weiß, dass eine neue Straße nicht mal eben so über Nacht gebaut werden kann. Aber sie kann nicht verstehen, dass sie die rund 200 Meter Ostlandstraße in Richtung L  171 nicht nutzen kann, wenn sie von dort nach rechts in die Stadt abbiegen will. „Denn auch dort ist die Einfahrt nur Anliegern erlaubt. Also muss ich zum Einkaufen den Umweg über die Straße Auf der Loge nutzen, denn sonst gibt es einen Strafzettel, falls die Polizei mal kontrolliert“, findet Hahnefeld die Beschilderung vor ihrer Haustür „etwas paradox“.

Von den Fachleuten war zu dieser Beschilderung keine Begründung zu bekommen – vielleicht auch verständlich bei der Vielzahl von Umleitungs- und Sperrschildern dort. Die Visselhöveder schert dieses Schild jedenfalls kaum: Innerhalb von fünf Minuten fuhren sieben Autos über den Teil der Straße – ohne Anlieger zu sein.

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