Klos, Wasserleitungen, Lehrerzimmer: Alles muss neu in der Oberschule

Sanierung kostet eine Million

Handwerker bei der Arbeit: Die Oberschule bekommt neue Sanitäranlagen.
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Handwerker bei der Arbeit: Die Oberschule bekommt neue Sanitäranlagen.
  • Jens Wieters
    vonJens Wieters
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Visselhövede – Da kommt ganz schön was auf die Visselhöveder Stadtkasse zu, denn nach neuesten Erkenntnissen wird die Sanierung der WC-Anlagen für Schüler und Lehrer sowie des Verwaltungstrakts der Oberschule Auf der Loge rund eine Million Euro kosten. Allerdings sind dort auch die rund 230 000 Euro teuren Arbeiten an den ebenfalls in die Jahre gekommenden Sanitäranlagen an der Lönsstraße enthalten. In der Schule am Standort Auf der Loge kalkuliert die Stadt eine Summe von gut 768 000 Euro für die Arbeiten inklusive der Ingenieurhonorare und der Sanierungskosten für den Verwaltungstrakt

„Das ist schon eine Menge, die wir vor allem Auf der Loge machen müssen“, informierte die städtische Gebäudemanagerin Karin Stegmann, die sich aktuell über mangelnde Arbeit nicht zu beklagen braucht, den Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung. Im Laufe der weiteren Planungen an den Oberschulen hätten sich nämlich zusätzliche Aufgaben und Erfordernisse bei den Sanierungsarbeiten ergeben.

„Der Verwaltungstrakt Auf der Loge weist bekanntlich Feuchtigkeitsschäden an den Innenwänden auf, die im Zuge der Sanierungsarbeiten ebenfalls behoben werden müssen. Parallel dazu bietet es sich an, funktionale Umbauarbeiten durchzuführen“, erläuterte Stegmann. Dabei müssten unter anderem die Latextapeten von den Wänden, die das Mauerwerk nicht atmen und somit die Feuchtigkeit im Putz ließen.

„Das gesamte Leitungsnetz für das Trinkwasser muss erneuert und alle Handwaschbecken müssen mit warmem Wasser ausgestattet werden“, beschrieb die Fachfrau den Zustand des rund 50 Jahre alten Installationssystems.

Eine große Schwierigkeit sei nicht nur der Umfang der Arbeiten an sich, sondern vor allem auch die Koordination. „Es ist aktuell sehr schwer, die geeigneten Handwerker in der richtigen Taktung zu bekommen“, plädierte Stegmann darum um ein größeres Zeitfenster für die Sanierungsarbeiten: „Die Arbeiten müssen auf mehrere Jahre verteilt werden. Sie sind mit störenden Begleiterscheinungen, Schmutz und Lärm verbunden, sodass dafür die unterrichtsfreien Zeiten in den Schulgebäuden genutzt werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass an der Lönsstraße nicht auf eine weitere WC-Anlage ausgewichen werden kann, wie es Auf der Loge der Fall ist.“

Für die Baumaßnahmen stehen aber nur insgesamt 625 000 Euro im Haushalt und im Investitionsprogramm zur Verfügung, aufgeteilt auf die Jahre 2020 und 2021.

Die Verwaltung hatte darum vorgeschlagen, 2020 bis 2021 mit den Sanierungsarbeiten der WC-Anlagen und des Verwaltungstraktes Auf der Loge fortzufahren. Die zusätzlich erforderlich gewordenen Ausgaben für die Oberschule Loge in Höhe von rund 144 000 Euro sollen in die Haushaltsplanungen für 2021 einfließen.

Für die WC-Anlagen an der Lönsstraße erfolgt die Ausschreibung Ende 2021 mit dem Ausführungszeitraum Sommerferien 2022. „Es ist nicht ratsam, die Maßnahmen an der Lönsstraße für 2022 jetzt schon auszuschreiben. Dieses könnte zu einem unwirtschaftlichen Ergebnis führen, da kein fundiertes Angebot zwei Jahre im Voraus abgegeben werden kann“, erläutere Stegmann.

Diese Planungen überzeugten auch den Ausschuss. „Wir haben eine Schule, in der Räume sind, die nicht genutzt werden können. Wir sind darum gezwungen, etwas zu tun“, so Vorsitzender Dieter Carstens (CDU). Auch Eckhard Langanke (WiV) verlangte einen Grundsatzbeschluss, der „jetzt auf den Weg gebracht werden“ müsse. „Um die Finanzierung müssen wir uns später kümmern.“ Langanke reagierte damit auf den Einwand von Michael Meyer (CDU), der bei der Abstimmung als einziger gegen den Verwaltungsvorschlag stimmte. „Wir müssen vor Beginn der Arbeiten klären, wie wir es machen wollen und vor allem, wie wir es bezahlen wollen“, begründete der Drögenbosteler.

Bauamtsleiter Gerd Köhnken brachte die Idee ins Spiel, „Geld aus den Töpfen zu nehmen, die zurzeit nicht gebraucht werden“. Allerdings wurde er während der Sitzung nicht konkreter.

Auch Bürgermeister Ralf Goebel forderte, dass man „kein Flickwerk in der Schule“, machen sollte. „Wenn man dort saniert, dann auch mit Sinn.“

Ronny Wieland, Rektor der Oberschule, erklärte, dass es schon die Möglichkeit gebe, die Schulverwaltung und auch das Lehrerzimmer für einen bestimmten Zeitraum in andere Räume zu verlegen, um die Lehrertoiletten, das Sekretariat und die Büros zu sanieren. „Ein Jahr können wir damit leben, aber wir müssen für unsere Schulplanung wissen, wann es losgeht und wie der Bauverlauf im Detail ist, denn wir können nicht die Klassen immer hin- und herschieben“, forderte Wieland.

Für Torsten Burmester (SPD) ist es „eine blöde Situation, dass wir die Sanierung an der Lönsstraße wieder verschieben, schließlich hatten wir den Eltern die Arbeiten versprochen.“  jw

Baustelle Schulsekretariat: Das muss ebenso wie die Lehrerbüros saniert werden.
Mitglieder des Bauausschusses auf Stippvisite auf der Baustelle Primar Campus.

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