Kettenburger müssen kleiner planen / Vorranggebiet Rohstoff

Sand stoppt Bau-Idee

Noch wächst hinter der Kettenburger Schützenhalle Mais. Bald soll dort ein Baugebiet entstehen, das jetzt allerdings kleiner ausfällt, weil der Landkreis den südlichen Bereich als Vorranggebiet für den Sandabbau einstuft.
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Noch wächst hinter der Kettenburger Schützenhalle Mais. Bald soll dort ein Baugebiet entstehen, das jetzt allerdings kleiner ausfällt, weil der Landkreis den südlichen Bereich als Vorranggebiet für den Sandabbau einstuft.

Kettenburg – „Zum Glück gibt es aktuell nur sechs Interessenten“, atmete Pamela Helmke (CDU) während der Sitzung des Visselhöveder Bauausschusses tief durch. Denn kurz zuvor musste die Kettenburger Ortsvorsteherin erfahren, dass der Landkreis Rotenburg ihr einen dicken Strich durch die Pläne eines Neubaugebiets südlich der Schützenhalle gemacht hat.

Während der öffentlichen Auslegung der einstmals mit acht Bauplätzen geplanten Fläche, auf der jetzt noch Mais wächst, wurde nämlich festgestellt, dass das Baugebiet zum Teil vom Rotenburger Regionalen Raumordnungsprogramm als Fläche für Rohstoffgewinnung – in diesem Fall Sand – ausgewiesen ist. Dies macht eine Umplanung und eine erneute öffentliche Auslegung erforderlich.

„Der Landkreis hat uns klar zu verstehen gegeben, dass wir ein Baugebiet dort ausweisen können, aber nicht in der angedachten Größe“, berichtete Georg Böttner vom mit der Planung beauftragten Büro Plan B aus Hannover.

Also bleibt hinter der Schützenhalle nur noch Platz für sechs statt der acht bebaubaren Grundstücke, die der Eigenentwicklung Kettenburgs dienen sollen. Das heißt, nur aktuelle Einwohner oder ehemalige Kettenburger können die Grundstücke kaufen. So soll das Engagement von Investoren, die bauen und anschließend vermieten, verhindert werden.

Ob es denn tatsächlich nur sechs Grundstücke mit bis zu 1 000 Quadratmeter Größe werden oder doch sieben etwas kleinere, werde, so hat es der Ausschuss festgelegt, entschieden, wenn sich die Kettenburger Interessenten intern zusammengesetzt hätten. „Aktuell sieht es aber so aus, dass lieber größere Grundstücke gewünscht sind, was auch eher dem dörflichen Charakter entsprechen würde“, hat Pamela Helmke bereits in Erfahrung gebracht.

Eckhard Langanke (WiV) würde hingegen lieber kleinere Grundstücke und dafür mehr Häuser in dem Bereich sehen, „weil wir mit dem begehrten Bauland ressourcenschonend umgehen sollten“. Ähnlich argumentiert auch Planer Böttner, der lieber mehr Häuser auf den knappen Flächen bevorzugt. „Sonst kann man schnell den Eindruck gewinnen, dass die Quadratmeterpreise zu gering sind.“ Die stünden laut Auskunft von Pamela Helmke aber noch nicht konkret fest.

Klar ist hingegen, dass es keinen öffentlichen Fußweg in Richtung Süden des Baugebiets geben wird, wie der Planer es in seiner Zeichnung vorgesehen hatte, weil „ja irgendwann ein möglicher Sandabbau nicht mehr relevant sein könnte“. Der Ausschuss will lieber im südlichen Teil die gesamte Fläche verkaufen. „Auch die Verpachtung einiger Quadratmeter für einen möglichen Weg kommt nicht in Betracht. Denn wenn jemand die Fläche erstmal nutzt, gibt er sie auch ungern wieder her“, so Dominik Oldenburg (SPD).

Das Gremium hat sich auch mehrheitlich darauf verständigt, dass der Stichweg, der das Baugebiet von der Straße Am Lehrdetal erschließt, 3,5 Meter breit gebaut wird. Der Wendehammer bekommt einen Durchmesser von 15 Metern, damit auch Rettungskräfte im Falle eines Falles dort gut rangieren können.

Die Bauverwaltung hatte noch eine weitere Idee, um doch noch einen Bauplatz mehr zu bekommen: Das jetzige Spielplatzgrundstück soll mit einer Bauverpflichtung innerhalb von drei Jahren an einen Kettenburger verkauft werden. Helmke fand aber mit ihrem Wunsch, diesen Plan erst noch mal im Dorf ausführlich zu beratschlagen, eine Mehrheit im Ausschuss, der diese Idee zurückstellte.

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