Stadt bleibt manchmal auf den Kosten sitzen

Rumms – und schon wieder ist eine Straßenlampe krumm

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Schief ist nicht unbedingt schick: beschädigte Straßenlampe an der Visselhöveder Goethestraße.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Eine kleine Unachtsamkeit am Lenkrad, ein kräftiger Rumms und wieder ist eine Lampe krumm. Seit der Sanierung der Straßen in der Visselhöveder Innenstadt vor einigen Jahren werden die grünen Bogenlampen in schöner Regelmäßigkeit von Autos angefahren und von schweren Lkw gleich ganz abrasiert.

Nicht immer meldet sich der Verursacher und die Stadtverwaltung bleibt manchmal auf den Kosten sitzen – und damit auch der Visselhöveder Steuerzahler.

Besonders auf dem Marktplatz und an der Goethestraße stehen die Lampen häufig „auf halb neun“, wie jetzt aktuell vor dem Geschäft Schuh-Mann. Optisch sieht der Lampenmast nun aus wie ein Flitzebogen. Jetzt muss wieder eine Elektrofirma beauftragt werden, um den Schaden zu reparieren. 

Vorab müssen allerdings die entsprechenden Masten und auch die Lampenschirme und Leuchtkörper bestellt werden. Bis die dann da sind, kann es etwas dauern, da die Lampen in der Innenstadt keine Standardware ist. Bis Ersatz da ist, bleiben die Laternen dunkel. Im Sommer kein größeres Problem, aber auch im Winter werden die Lampen regelmäßig demoliert.

Besonders viele Fälle am Kreisel

Besonders häufig erwischt es die Lampen am obereren Kreisel an der Lindenstraße. Dort sind es meist Lastwagen und landwirtschaftliche Gespanne, die beim Befahren der Bundesstraße die Leuchtkörper beschädigen. Manchmal bekommen es die Trucker oder Bauern gar nicht mit, dass sie mit ihren schweren Anhängern irgendetwas touchiert haben.

An der Goethestraße und auch an der Burgstraße sind es oft Rangierunfälle auf den Parkstreifen, die den Laternen den Garaus machen. Aber es gibt Verursacher, die sich nicht um den Schaden kümmern, den sie angerichtet hat. „Wir erstatten zwar Anzeige gegen unbekannt, aber manchmal verläuft das im Sande, weil der Fahrer nicht ermittelt werden kann“, so Gaby Behrens vom Visselhöveder Bauamt.

Und dann wird es richtig teuer für die Stadt. „Eine Lampe kostet rund 2 500 Euro. Und in den vergangenen drei Jahren hatten wir allein im Stadtgebiet 25 Schadensfälle“, informiert Behrens. 23 davon seien aber dank der guten Polizeiarbeit bei der Ermittlung der Verursacher durch deren Versicherungen bezahlt worden, für den Rest mussten die Visselhöveder Steuerzahler gerade stehen.

Empfindliche Strafen bei Fahrerflucht

Dabei kann gehörig Ärger drohen, wenn ein Autofahrer eine Straßenlampe beschädigt und sich nicht sofort bei der Polizei oder bei der Stadt meldet. Das ist nämlich nach Paragraf 142 des Strafgesetzbuches ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort – umgangssprachlich auf Fahrerflucht genannt. „Und das kann im Einzelfall empfindliche Strafen nach sich ziehen“, so Visselhövedes Polizeichef Matthias Wölk. 

Wer zum Beispiel mitten in der Nacht einen Laternenmast angefahren hat, sollte zur Sicherheit sofort die Polizei verständigen. „Es reicht unter Umständen nicht, erst am nächsten Morgen den Schaden im Rathaus zu melden. Nämlich dann, wenn ein Zeuge den Vorfall beobachtet hat und die Polizei informiert. Dann ist es eine Fahrerflucht“, informiert Wölk. 

Ob die nachts diensthabende Wache in Rotenburg wegen jedes Laternenremplers einen Streifenwagen ins weit entfernte Visselhövede schicke, hänge laut Wölk vom Einsatzaufkommen ab, aber der Verursacher habe dann aber zumindest telefonisch den Unfall angezeigt und seine Daten angegeben.

Ein idealer Schutz für die Lampen wären in die Erde eingelassene Stahlbügel vor und hinter den Masten, aber der Stadtrat hatte sich damals nach langer Diskussion gegen solche Maßnahmen ausgesprochen.

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