Stadtrat-Äußerungen zu Edeka-Plänen

Bei Supermarkt-Plänen „ruhig auch mal querdenken“

Der Edeka-Konzern ist zurzeit in aller Munde an der Vissel.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Unser Bericht über eine mögliche Ansiedlung eines Edeka-Supermarkts auf dem Visselhöveder Hallenbad-Gelände bei gleichzeitiger Übernahme des Bads durch den Lebensmittel-Konzern schlug am Donnerstag ein wie die viel zitierte Bombe. Auf den Straßen, beim Kaffeeklatsch und natürlich auch in den sozialen Netzwerken im Internet wurde das Thema rauf und runter diskutiert. Aber wie denken eigentlich die, die es irgendwann entscheiden müssen? Unsere Zeitung fragte bei den Kommunalpolitikern nach.

„Wir haben uns natürlich noch nicht abschließend positioniert, dafür sind wir an einem noch viel zu frühen Zeitpunkt der Planungen“, so Heiner Gerken, Fraktionschef der Grünen im Stadtrat. „Allerdings sollten wir alle, die Verantwortung tragen, uns auch mal erlauben, quer zu denken und die Planungen sorgfältig bearbeiten.“ Für Gerken ist es wichtig, dass die Stadt bei den vielleicht anstehenden Gesprächen „das Heft des Handelns“ so lange wie möglich in der Hand behält. „Wir müssen alle Vor- und Nachteile sorgsam abwägen.“

„Unsere Fraktion hat sich noch nicht mit der Thematik befasst, darum kann ich nur meine persönliche Meinung sagen“, so Lothar Cordts, der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Rat. Grundsätzlich sei es zu begrüßen, wenn sich ein Wirtschaftsunternehmen in Visselhövede ansiedeln möchte. In diesem speziellen Fall seien in der sachlichen Auseinandersetzung aber wesentliche Fragestellungen zu klären. Cordts nennt Beispiele: „Ist der Standort am Eingangstor zum Bürgerpark Visselseen angemessen? Welche Auswirkungen ergeben sich für die benachbarten Gebäude wie den Visselhof?“ 

Wie geht es weiter mit dem Hallenbad?

Auch der Fortbestand des Hallenbads liegt Cordts am Herzen. „Ist eine Verkleinerung hinnehmbar?“ Und überhaupt habe die Stadt mit einer Teilprivatisierung schon einmal negative Erfahrung gemacht. Die Verkehrsanbindung des möglichen Marktes sollte nach Cordts‘ Meinung nicht über die Goethestraße erfolgen, weil das die bereits jetzt schon problematische Verkehrssituation in dem Bereich noch verschärfen würde. „Sicherlich ist es nicht Aufgabe des Rates, die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes zu bewerten, aber die städteplanerische Frage muss erlaubt sein, ob durch eine Neuansiedlung an dieser Stelle nicht Leerstand und Industriebrache an anderer Stelle erzeugt wird“, gibt der Nindorfer zu bedenken.

Würden die Pläne tatsächlich realisiert, wäre das eine enorme Steigerung der Attraktivität der Stadt, unterstreicht Dieter Carstens, Fraktionsvize der Ratsgruppe CDU/FDP. Auch er ist der Meinung, dass genau „analysiert werden muss, wie viel Kaufkraft in der Stadt vorhanden ist und wie viele Kunden ein weiterer Vollsortimenter nach Visselhövede ziehen würde“. Carstens will natürlich auch „keine Leerstände provozieren“. Des Weiteren müsse die Zufahrt noch ausführlich diskutiert werden, denn für den Jeddinger Bauingenieur ist es keine Frage, dass eine Einfahrt über die Goethestraße höchstproblematisch ist. „Vielleicht geht ja was über den Kreisel“, sagt der Jeddinger, der bei der ganzen Thematik den „angenehmen Aspekt“ entdeckt hat, dass das Hallenbad dann nicht mehr von der Stadt betrieben werden müsste. „Das verursacht schon enorm hohe Kosten und ein anderes Betreibermodell ist sicherlich sehr nachdenkenswert.“

Die Zukunft des Bads steht auch beim WiV-Sprecher Eckhard Langanke ganz oben auf der Prioritätenliste: „Die Nutzung muss auch weiterhin und vor allem nachhaltig gegeben sein.“ Außerdem müssten Naturschutzbelange in dem Bereich berücksichtigt und die Zufahrtsproblematik zum neuen Markt entschärft werden. „Grundsätzlich stehen wir der Idee positiv gegenüber, wenn wir in den kommenden Verhandlungen die angesprochenen Probleme lösen können“, stellt Langanke klar.

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