Regeln bei Asbesteinsätzen der Feuerwehr

Aus den Flammen ins Wasser: Feuerwehrkräfte müssen sich nach einigen Einsätzen kalt abduschen lassen

Bei dem Einsatz am Wüstenhof wurde Asbest aus brennenden Dachplatten freigesetzt.
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Bei dem Einsatz am Wüstenhof wurde Asbest aus brennenden Dachplatten freigesetzt.
  • Jens Wieters
    vonJens Wieters
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Visselhövede – Die Aufgaben und Sicherheitsmaßnahmen für und von Feuerwehrkräften nehmen immer wieder zu. Daher kommt es vor, dass sie sich nach einem Einsatz auch mal in der Unterwäsche kalt abduschen lassen müssen. 

Auf die Feuerwehren im Visselhöveder Stadtgebiet, und sicher auch auf alle anderen, kommen immer vielfältigere Aufgaben zu. Und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie, die besondere Hygienemaßnahmen verlangen, sondern auch bei den eigentlichen Einsätzen, wie Stadtbrandmeister Kai-Olaf Häring dem Feuerwehrausschuss während der vergangenen Sitzung mitteilte.

Denn mittlerweile muss sich ein Teil der Brandschützer, vorwiegend die Atemschutzgeräteträger, bei besonderen Einsätzen bis auf die Unterwäsche ausziehen. Die werden dann von ihren Kameraden noch vor Ort kalt abgeduscht.

„Das war zum Beispiel bei dem Brand eines Unterstands auf dem Wüstenhofgelände vor ein paar Wochen so“, informierte Häring. Dort hätte nämlich die asbesthaltige Dacheindeckung, „die sogenannten Toschi-Platten“, Feuer gefangen und es habe die Möglichkeit bestanden, dass die freigesetzten Fasern die Gesundheit der Einsatzkräfte gefährden könnten. „Die Einsatzkleidung der Kameraden wird sofort in extra bereitgestellte Säcke luftdicht verpackt, in der Garage am Feuerwehrhaus zwischengelagert und später mit einem speziellen Verfahren aufwendig gereinigt“, berichtete Häring. Zur Sicherheit, und so sei es vorgeschrieben, müssten sich die entsprechenden Einsatzkräfte auch einer Wasserbehandlung, sprich einer Dusche, unterziehen. „Damit spült man etwa 86 Prozent der Fasern weg, wie Gutachten ergeben haben“, betonte der Stadtbrandmeister. In solchen Fällen ändere sich auch die Dokumentation: „Aus einem normalen Brand- wird ein Gefahrguteinsatz, dessen Daten und Fakten 30 Jahre aufbewahrt werden müssen.“

Die Reinigung der Schutzkleidung der Feuerwehrleute kostet in solchen Fällen richtig Geld: „Rund 3000 Euro allein für diesen Einsatz“, berichtete Ordnungsamtsleiter Mathias Haase dem Ausschuss. Einige verwendete Löschwasserschläuche seien danach nicht mehr zu gebrauchen und müssten durch neue ersetzt werden. „Diese Kosten bleiben voll und ganz bei der Kommune hängen.“

Anders sei es mittlerweile bei kontaminiertem Löschwasser. Nach dem tagelangen Feuer auf dem Gelände eines Visselhöveder Entsorgungsbetriebs vor einigen Jahren habe das mit Schadstoffen belastete Löschwasser, das ein Regenrückhaltebecken gefüllt habe, aufwendig entsorgt werden müssen. „Das mussten wir aus der Stadtkasse bezahlen“, so Haase. Dieser und ein weiterer, ähnlicher Fall im Bundesgebiet hätten aber dafür gesorgt, dass das Brandschutzgesetz geändert worden sei. „Jetzt müssen die Unternehmen oder deren Versicherungen dafür aufkommen.“

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