Dieses Mal mit schwerem Gerät

Raus mit dem Schlamm: Nächster Versuch zur Rettung der Visselquelle

Martin Jochmaning pumpt das Wasser ab.
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Martin Jochmaning pumpt das Wasser ab.

Visselhövede – Schon viele Visselhöveder Bürgermeister haben es versucht, die Johanniter waren mit einem Boot und vielen Harken und Keschern aktiv, Privatleute haben ihre Ideen vorgestellt und detaillierte Zeichnungen präsentiert und seit Montagmorgen läuft ein weiteres Kapitel der Aktion „Rettet die Visselquelle“. Eine „Mission Impossible“? „Wir versuchen alles“, sagen die Baggerfahrer und Pumpenführer der Visselhöveder Firma Priebe.

Bekanntlich schwimmt in jedem Jahr ein dicker Algenteppich auf dem idyllisch von uralten Bäumen umrahmten Gelände an der Visselhöveder St.-Johannis-Kirche. Der tief liegende Teich, der der Vissel-Stadt ihren Namen gab, wird überwiegend durch Grundwasser gespeist. Und das ist sehr nährstoffreich, sodass die Algen ungehemmt wachsen können. Der Algenbelag war in manchen Jahren so dick, dass sogar Glasflaschen, die von ignoranten Zeitgenossen auf den Teich geworfen wurden, nicht versunken sind. Versuche, den Wasserstand zu erhöhen, um damit der Plage Herr zu werden, brachten ebenso nur einen kurzzeitigen Erfolg wie ein Abfischen des grün-braunen Modders per Hand.

Jetzt steht also eine Generalsanierung des Teichs bevor. Zunächst schließt der Subunternehmer Martin Jochmaning aus Jarlingen die Pumpe seines Treckers samt Tankwagen an den beindicken Schlauch an, der aus dem Wasser ragt, um möglichst viel Flüssigkeit zu fördern. „Dabei müssen wir darauf achten, dass nicht zu viele Äste Pumpe und Schlauch verstopfen.“ Ein selbst gebauter knapp drei Meter hoher Filter hat nicht funktioniert.

Zwölf Kubikmeter fasst Jochmanings Tankwagen. Da sind also einige Fahrten zur Visselhöveder Kläranlage nötig, bis der knapp 700 Quadratmeter große, aber nur gut einen Meter tiefe Teich leer ist.

Kleinere Pumpen unterstützen am West-Ufer.

Zusätzlich setzt das Priebe-Team zum Beispiel am Ablauf kleinere Pumpen ein, um das Gewässer trocken zu legen. Das funktioniert aber nur bedingt, denn auf dem Grund hat sich eine etwa 40 Zentimeter starke Schlammschicht gebildet. Eine übel riechende Masse aus verfaultem Laub und den Nadeln der Bäume und abgestorbenen Algen. Der Schlamm wird in den kommenden Tagen Baggerschaufel für Baggerschaufel mühsam auf landwirtschaftliche Anhänger geladen und entsorgt.

Dieser Filter hat nicht funktioniert.

Aber damit Trecker samt Anhängern sowie der Bagger, der bis über beide Ketten im Schlamm steckt, überhaupt das Gelände erreichen konnten, wurde von der Schäferstraße aus eine Fahrbahn aus Mineralgemisch angelegt. Außerdem sorgt ein großer Haufen Feldsteine für ein sicheres Fundament für den Bagger. Von dort tastet sich der Fahrer Meter für Meter vorwärts.

In diesen Pools sammelt sich das Wasser besser.

Ist der Schlamm in ein paar Tagen raus, beginnt die Gestaltung der Visselquelle. Dabei wird die Wasserfläche auf 430 Quadratmeter verkleinert. „Das erleichtert natürlich die mechanische Reinigung enorm“, war im vergangenen Jahr im zuständigen Ausschuss für Grünanlagen zu hören. Denn es sind sich alle Beteiligten darüber im Klaren, dass die Stadt um eine regelmäßige Befreiung des Quelle von Algen und anderem Bewuchs nicht herum kommen wird. Außerdem soll sich der Schlamm in einer Art Schacht sammeln, der bei Bedarf geleert wird, während das Wasser wieder in den Teich gepumpt wird.

Jedes Jahr (noch) das gleiche Bild: Ein dicker Algenteppich schwimmt auf dem Gewässer.

Ursprünglich war geplant, dass ein EU-Programm über das Projekt Hohe Heide die Sanierung finanziell fördert, aber das ist vom Tisch. Die damals bereits beantragten Mittel wurden wegen der immensen Auflagen bei den Ausschreibungsbedingungen zurückgezogen, darum „versuchen wir quasi aus eigener Kraft, das Wahrzeichen der Stadt zu verschönern“, so Bauamtsleiter Gerd Köhnken seinerzeit. Für die nötigen Arbeiten wären nur vereinzelte Fachfirmen bundesweit verstreut in Frage gekommen. Dabei hätte der Verwaltungsaufwand die eingeplanten Fördermittel aufgefressen.

Der Bagger steckt fast bis über die Ketten im Schlamm der Visselquelle.

„Jetzt bin ich ja mal gespannt, ob wir endlich wieder eine algenfreie Visselquelle bekommen“, so ein Zaungast, der sich gern an alte Zeiten erinnert.

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