Moderne Heizung, frische Dachpfannen und Fassaden-Farbe

Rathaussanierung in Visselhövede steht an

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Gaby Behrens erläutert die Sanierungsmaßnahmen, während Willi Bargfrede die Maßnahmen eher skeptisch sieht.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Bei bestimmten Wetterlagen müssen die Verwaltungsmitarbeiter im Visselhöveder Rathaus morgens mal besser einen Pullover mehr drüber ziehen, denn der lange Arbeitstag könnte ein wenig zugig werden.

Der Grund: Viele Holz-Fenster des historischen Gebäudes sind undicht und lassen Wind und Regen hinein. Jetzt steht eine Sanierung bevor, die der Bauausschuss mehrheitlich befürwortete.

Was fieser Westwind und peitschender Regen an dem 200 Jahre alten Gebäude alles anrichten können, davon überzeugte sich der Bauausschuss während einer Begehung mit der städtischen Ingenieurin Gaby Behrens. Denn massive Feuchtigkeitsschäden sind mittlerweile sogar unter dem Fensterbrett des neuen Bürgermeisterbüros im ersten Stock zu finden.

„Da müssen wir unbedingt etwas machen“, forderte Behrens von den Politikern, die im Haushaltsplan für das laufende Jahr bereits 306 000 Euro für die Sanierung des Rathauses eingestellt hatten, sich aber während dieser Extra-Sitzung ein Bild über das Ausmaß der Schäden machen wollten. Dafür kletterten die Ausschussmitglieder sogar über die schmale Schiebetreppe auf den Spitzboden des Hauses.

Denn es geht nicht nur um die 73 Fenster, die ausgetauscht werden sollen, sondern auch der Westteil der noch ungedämmten Dachfläche muss neu gemacht werden. Viele Pfannen zerbröseln langsam. Außerdem steht der Austausch der Heizung an und die Fassade bekommt einen neuen Anstrich.

„Nicht gleich den großen Wurf machen“

Gegen eine neue Heizung und die Dachsanierung haben auch Willi Bargfrede (CDU) und Eckhard Langanke (WiV) nichts, die beide gegen die Pläne stimmten. „Aber, ich bin gegen eine Wegwerfmentalität“, so der Wittorfer Bargfrede. Ihm ist vor allem der Austausch aller Fenster ein Dorn im Auge: „Man muss nicht gleich den großen Wurf machen, wenn an einigen Fenstern auch ein bisschen Farbe genügt. Wir sollten Ressourcen schonen.“

Anders sieht das Bargfredes Parteifreund und Ausschussvorsitzender Dieter Carstens. „Wir können diese Maßnahmen nicht auf die lange Bank schieben, sonst können wir es gleich ganz lassen. Es ist halt ein öffentliches Gebäude, da muss man anders denken“, so der Jeddinger Bauingenieur. Damit war eine komplette Einrüstung des Rathauses gemeint, die beim Fenstertausch an öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben sei. „Und wenn dann nach vier Jahren ein Fenster kaputt geht, das wir jetzt außen vor lassen, dann müssen wir wieder ein Gerüst aufstellen. Das ist nicht wirtschaftlich“, so Carstens.

„Nägel mit Köpfen machen“

Ähnlich sieht das Lothar Cordts (SPD): „Jetzt müssen wir Nägel mit Köpfen machen, um nicht später noch einmal anzufangen. Es gibt nur ganz wenige Fenster, die in Ordnung sind.“

Heiner Gerken von den Grünen findet es gut, dass wieder Holzfenster eingebaut werden, „aber warum keine länger haltbare sibirische Lärche?“

Das habe mit den Auflagen des Denkmalschutzes zu tun, informierte Gaby Behrens. „Der schreibt nun mal vor, heimische Lärche zu verwenden.“ Auch ansonsten dürften keine Veränderungen wie zum Beispiel Schieferverkleidungen an den Gauben vorgenommen werden.

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