Keine Chance für Temporeduzierung in Bretel

Tempo 100 am Dorfrand

Susanne Volkhard vor einem der kaum noch erkennbaren Gemarkungsschildern.
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Susanne Volkhard vor einem der kaum noch erkennbaren Gemarkungsschildern.

Bretel – „Da kommt ein Transporter“, sagt Susanne Volkhard. Der Fahrer des Mercedes-Sprinters hebt kurz die Hand zum Gruß und brettert vorbei. Keine Minute später kommt ein Audi in Sicht. Auch dessen Fahrer macht keine Anstalten, den Fuß vom Gas zu nehmen, obwohl Menschen direkt an der Straße stehen. Muss er auch nicht – „wäre aber schön“, sagt die Bretelerin, die auf ein Dilemma in ihrer Ortsdurchfahrt aufmerksam macht.

Denn die Hauptstraße Bretels, wenn man sie denn so bezeichnen darf, teilt nicht nur die Gemarkung in zwei Bereiche, sondern hat auch nur die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h, da der Bereich nicht als geschlossene Ortschaft gilt.. „Die Autos dürfen hier mit 100 fahren, oft ist es auf der schnurgeraden Straße aber weit drüber“, so der subjektive Eindruck der jungen Mutter, dereren beiden Söhne Ole und Tim jeden Morgen an der Haltestelle auf den Schulbus warten und dabei die Straße überqueren müssen.

Neue Schilder sind bestellt

Darum hat sie sich nicht nur an den Wittorfer Ortsbürgermeister Heiner Gerken (Grüne) gewandt, sondern auch an die Kreisverwaltung, „um wenigstens eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 70 km/h möglich zu machen, weil 50 wohl ganz und gar nicht drin ist“, so Volkhard. Ihrer Meinung nach ist das Verkehrsaufkommen nach dem Ausbau des Verbindungswegs zwischen Bothel und Wittorf erheblich gestiegen.

„Daraufhin wurde eine Messung der Geschwindigkeit und des Verkehrsaufkommens veranlasst. Allerdings über Pfingsten. Ein unglücklicher Termin hinsichtlich der Urlaubszeit und somit einem geringeren Verkaufsaufkommen“, so Volkhard, die eine erneute Messung „für zwingend erforderlich“ hält.

Denn von der Kreisverwaltung kam postwendend eine Absage. „Es gibt keine Gründe für die Anordnung einer Geschwindigkeitsreduzierung“, heißt es in dem Schreiben. Die Auswertung der Unfallstatistik der vergangenen zehn Jahre seitens der Polizei zeige, dass es keine Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern, Radfahrern oder mit Kindern gegeben habe. Beschränkungen dürften nur angeordnet werden, wenn eine erhöhte Unfallrate oder eine besonders gefährliche Streckenführung vorliege.

Die eigentliche Bushaltestelle ist auf der einen Straßenseite (l.), das Wartehäuschen aber auf der anderen.

Aber Volkhard gibt nicht auf, um wenigstens die Aufmerksamkeit der Autofahrer darauf zu lenken, dass sie sich innerhalb einer Ortschaft befinden, wenn sie die Straße nutzen. „Allerdings sind unsere grünen Hinweisschilder kaum noch als solche zu erkennen“, bemängelt Volkhard.

„Ich war in dieser Angelegenheit aber schon aktiv“, sagt Ortsbürgermeister Gerken. „Die neuen Schilder sind bestellt und werden nach der Lieferung möglichst schnell angebaut.“

Auch Gerken weiß, dass es „wenig Hoffnung“ gibt, dass die Breteler eine behördlich angeordnete Geschwindigkeitsreduzierung durchsetzen können. Darum argumentiert er anders: „Die Breteler Straße ist nämlich keine Abkürzung zwischen Wittorf und Bothel. Die Fahrzeuge, die die Bundesstraße 440 nutzen und dann nach rechts in Richtung Bothel abbiegen, die trifft man am Ortseingang Bothel wieder. Darum mein Appell: Durchreisende sollten Bretel meiden, zumal die Straße am Ende Richtung Bothel mehr als schlecht ist.“

Das Wartehäuschen für die Schulkinder ist auf der anderen Seite der Hauptstraße.

Aber dennoch will auch Gerken versuchen, dass das Geschwindigkeitsmessgerät der Stadt nochmal in Bretel aufgestellt wird, „um belastbarere Zahlen als über Pfingsten zu bekommen.“

Susanne Volkhard kann aber bei ihren Bemühungen um die Sicherheit ihrer Kinder aber einen kleinen Erfolg verbuchen. Denn bisher ist die Schulbushaltestelle auf der einen Seite der Hauptstraße, das Wartehäuschen aber auf der anderen Seite. „Das sehe ich schon als besondere Gefahrenlage an.“

„Wir arbeiten jetzt zeitnah an einer Lösung der Haltestellensituation“, so Raphaela Christof, bei der Stadt Visselhövede unter anderem für den ÖPNV zuständig. „So wie sich die Lage aktuell darstellt, ist es echt eine Gefahrenquelle für die Kinder. Das müssen wir gemeinsam mit dem Landkreis ändern.“

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