Ralf Goebel mag‘s romantisch / Bürgermeister ist am liebsten am Vissel-See

Wo die Sonne langsam untergeht

+
Auch an grauen Tagen ist der Steg am Vissel-See ein herrliches Plätzchen, finden Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel und seine Frau Sabine.

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Lange braucht er nicht überlegen. Die Antwort, was denn sein Lieblingsort sei, kommt dem Visselhöveder Bürgermeister Ralf Goebel wie aus der Pistole geschossen: „Am liebsten bin ich auf dem Steg am Vissel-See.“ Gerne alleine, am liebsten allerdings beim Picknicken mit seiner Frau Sabine.

Es kommt häufig vor, dass Passanten das bürgermeisterliche Ehepaar auf dem Steg antreffen. Nebeneinander auf einer Decke sitzend, die Füße über das Wasser baumelnd. Die Decke ist selbst genäht und mit maritimen Motiven verziert.

„Wir machen das total oft“, sagt Goebel. „Wir sprechen uns immer ab, wann wir das machen.“ Meistens abends mit Pizza, häufig aber auch in der Mittagspause mit leichten Gerichten. Wie in diesem Fall: Nudel-, Couscous- und Bohnensalat, dazu ein Baguette vom Bäcker. Ist ja schließlich nicht weit vom Rathaus entfernt. Mit dem Rad ist man rasch zum Steg neben der – zurzeit gesperrten – Badestelle gefahren. „Wo gibt es vergleichbares, so mitten in der Stadt?“, fragt der Bürgermeister.

Auch Gattin Sabine schätzt die Nähe zur Innenstadt. „Wir haben zwar daheim auch einen wunderschönen Garten, aber wir sind von dort aus in zwei Minuten hier“, sagt sie. Und den Weg nehmen die beiden seit ihrem Umzug in die Stadt im Mai 2013 immer wieder auf sich.

Und warum kommen sie immer wieder auf diesen Steg? „Weil hier die Sonne untergeht“, ruft Ehefrau Sabine aus. Der Bürgermeister mag es also romantisch, wird beinahe poetisch, wenn er den Sonnenuntergang beschreibt. „Es ist einfach ein großer ockerfarbener Ball, der langsam von links kommt und dann bei den Windrädern untergeht.“

„Man kann hier auch sehr gut alleine sein, wenn man mal den Kopf frei kriegen will“, sagt Goebel. Aber gelegentlich geht gerade das auch schief: „Manche setzen sich einfach dazu“, so der Bürgermeister.

Unwillkommen ist aber niemand. Gerne unterhält sich das Pärchen mit den Passanten, und gibt ab und an sogar ein Stück Pizza ab. Das gilt auch für auswärtige Besucher des Ehepaares. „Jeder muss einmal mit uns um den Vissel-See“, so Goebel. Das schließt natürlich auch den Steg mit ein.

Nur eines könnte besser sein. Nach wie vor sind die Seen von Blaualgen befallen, das Baden bleibt verboten. Nun überlege man, wie man diesem Problem beikommt. Doch für Goebel persönlich ist klar, irgendwann soll man wieder im Vissel-See schwimmen dürfen.

Wasserläufer springen über die Oberfläche. „Die Gesamtatmosphäre unterstreicht die Beschaulichkeit von Visselhövede“, resümiert Göbel. Nun müssen aber beide wieder los. Die Mittagspause ist vorbei, und das Picknick damit auch.

Unsere Serie

Alle haben Ferien und sind weg? Muss doch gar nicht sein! Auch unser Landkreis birgt so manches Plätzchen, das nur darauf wartet, (wieder-)entdeckt zu werden. Für unsere Sommerserie haben wir die Bürgermeister der Region gefragt, wo es aus ihrer Sicht besonders schön ist. Diese Orte stellen wir in loser Reihenfolge vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

20. Etappe: Froome hat vierten Toursieg so gut wie sicher

20. Etappe: Froome hat vierten Toursieg so gut wie sicher

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Bartels trifft gegen Ex-Club, aber Werder verliert

Bartels trifft gegen Ex-Club, aber Werder verliert

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Meistgelesene Artikel

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Chester Bennington beim Hurricane: „Einer der besten Auftritte“

Mittelalter-Markt in Höperhöfen: „Liberi Effera“ brechen das Eis

Mittelalter-Markt in Höperhöfen: „Liberi Effera“ brechen das Eis

Aus, Schluss und vorbei: Letzte Videothek im Südkreis macht dicht

Aus, Schluss und vorbei: Letzte Videothek im Südkreis macht dicht

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Sattelzug hat 17 Tonnen Hühnerkot zu viel geladen

Kommentare