Verbindung zwischen Kirchwalsede und Wittorf

Radweg: Stadtanteil steigt deutlich

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Eine Radwegverbindung zwischen Kirchwalsede und Wittorf wünschen sich viele. 

Wittorf - Von Jens Wieters. Vor fast zwei Jahren wurde im Visselhöveder Stadtrat erbittert darüber gestritten, ob ein knapp neun Kilometer langer Radweg zwischen Kirchwalsede und Wittorf Sinn macht oder ob das Geld für die Kofinanzierung nicht besser für andere Dinge ausgegeben werden sollte.

Damals siegten knapp die Radwegbefürworter. Ob das jetzt auch so sein wird, werden die Gremien in der kommenden Woche entscheiden, denn der Radweg würde viel teurer als 2015 kalkuliert.

Diese Nachricht vom Rotenburger Amt für Wasserwirtschaft und Straßenbau erreichte jetzt das Visselhöveder Bauamt. In dem Schreiben teilt das Amt mit, dass auf Grundlage der Entwurfsplanung für das gesamte Radwegeprojekt eine neue Kostenschätzung erarbeitet worden sei. Demnach erhöhen sich die Maßnahmekosten von 1,3 Millionen auf 1,54 Millionen Euro ganz erheblich.

So betrage der städtische Anteil für den ersten Bauabschnitt zwischen Kirchwalsede und Lüdingen jetzt 94.800 Euro. Im Dezember 2014 waren noch 56 000 Euro kalkuliert worden. „Das entspricht einer Erhöhung von 70 Prozent“, hat das Bauamt errechnet.

Auch beim zweiten Bauabschnitt zwischen Lüdingen und Wittorf müsste die Stadt tiefer in die Tasche greifen: Ende 2014 wurden gut 88.000 Euro als Anteil berechnet, jetzt sind es 136.800 Euro (plus 54 Prozent). Visselhövede müsste übrigens den Löwenanteil kofinanzieren, da der größte Streckenabschnitt auf dem Stadtgebiet liegt.

231.600 Euro müsste die Stadt zahlen

Insgesamt müsste die Stadt also 231.600 Euro für den Radweg auf den Tisch blättern. Da bedarf es sicherlich vielen guten Worten des Wittorfer Ortsbürgermeisters Willi Bargfrede (CDU), um seine Kollegen im Stadtrat davon zu überzeugen, dass der Radweg „äußerst wichtig für die strukturschwache Region“ sei, wie er vor zwei Jahren betonte. Schon damals mussten die Politiker zweimal das Thema behandeln, da sich der Landeszuschuss verringert hatte.

Im Ortsrat, der sich Montag (7. August, ab 20 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus) mit dem Thema befasst, wird er kaum Argumente brauchen, denn der Rat will über alle Parteigrenzen hinaus den Radweg. Anders sieht es sicherlich aus im Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung, der am Dienstag, 8. August, ab 17 Uhr im Rathaus tagt.

Und Eile ist geboten, denn das Rotenburger Amt bittet die beteiligten Gemeinden mit Blick auf einen möglichen Grunderwerb wegen der deutlich gestiegenen Kosten um eine erneute Einverständniserklärung zur Übernahme der gemeindlichen Kostenanteile. Die Fachleute seien sich auch sicher, dass die neue Kalkulation ausreiche, den Weg zu bauen. „Weitere Kostensteigerungen sind demnach nicht zu erwarten“, so das Visselhöveder Bauamt.

Ausstieg mit fatalen Folgen

Der Landkreis habe aber darauf hingewiesen, dass für den Fall, dass Visselhövede jetzt aus dem Projekt aussteigen wolle, die Realisierung des Weges für sehr lange Zeit nicht mehr möglich sei. „Denn jetzt ist das Vorhaben prioritär“, heißt es. Außerdem gebe es ausreichend andere Projekte an Kreisstraßen, bei denen die beteiligten Gemeinden dringend auf bauliche Umsetzung warten würden.

Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe weiß ihren Gemeinderat trotz der neuen Zahlen hinter sich: „Das ziehen wir durch. Wir warten schon so lange auf die Radwegverbindung.“ Zwar habe der erste Bauabschnitt von ihrem Dorf bis nach Lüdingen ein wenig Priorität, aber es mache doch sehr viel Sinn, den Weg bis nach Wittorf zu bauen, um keine Lücke im Radwegenetz zu haben. „Ich hoffe doch sehr, dass die Entscheider auf Visselhöveder Seite zustimmen, alles andere wäre fatal“, so Hoppe, die das Thema nicht noch einmal öffentlich im Gemeinderat behandeln will, sondern eher informell im Verwaltungsausschuss.

Wittorfs Bürgermeister Willi Bargfrede schmecken die aus dem Ruder laufenden Kosten natürlich auch überhaupt nicht, aber er hofft, dass er in den politischen Gremien wenigstens die Zustimmung für den ersten Bauabschnitt bis Lüdingen bekommt. „Das sind wir auch ein Stück weit Kirchwalsede schuldig, denn wir sind ja eine kommunale Familie“, so der Wittorfer. Werde nur dieser Teil des neuen Radwegs realisiert, müssten die Radwanderer dann den kleinen Umweg über Hainhorst nach Wittorf nehmen. „Und vielleicht ergibt sich irgendwann ja eine Förderung für den Lückenschluss.“

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