Initiative übergibt gut 3.000 Unterschriften

Radweg an L 171: Sofortige Planung ist nicht möglich

Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU, 7. v. l.) bekommt die Unterschriften von Anwohnern aus Visselhövede und Kirchlinteln im Beisein der Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth (SPD, 3.v.r.) und Eike Holsten (CDU, 5.v.r.) überreicht. - Fotos: Leeske
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Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU, 7. v. l.) bekommt die Unterschriften von Anwohnern aus Visselhövede und Kirchlinteln im Beisein der Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth (SPD, 3.v.r.) und Eike Holsten (CDU, 5.v.r.) überreicht.

Jeddingen/Brunsbrock - Von Jens Wieters. 6. Oktober 2010: Ein 58-jähriger Radfahrer aus Jeddingen stirbt, nachdem er auf der Landesstraße 171 an der Abzweigung nach St. Pauli von einem Auto angefahren wird. 25. September 2018: Ein 53-jähriger Visselhöveder erleidet ein paar Meter weiter tödliche Verletzungen, als ihn ein Pritschenwagen vom Fahrrad katapultiert. Das sind die beiden schrecklichsten Geschehnisse von vielen anderen gefährlichen Situationen an der stark befahrenen Straße. „Es reicht jetzt“, sagen nicht nur die Jeddinger und Brunsbrocker Anwohner, sondern mittlerweile mehr als 3 000 Menschen, die einen Radweg entlang der Straße fordern.

Der Niedersächsische Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) bekam am Mittwochnachmittag von der gerade gegründeten Interessengemeinschaft „Pro Radweg Jeddingen-Kirchlinteln – sicheres St. Pauli“ die Unterschriften überreicht, mit denen Vertreter aus den beiden Landkreisen Verden und Rotenburg auf eine möglichst schnelle Realisierung des bereits seit Jahrzehnten geforderten Radwegs hinweisen.

Diese Petition hatte der Schwitscher Hartmut Wallin ins Leben gerufen, der mehrmals in der Woche auf seinem E-Bike auf der L 171 beruflich in Richtung Verden unterwegs ist und ein Lied davon singen kann, wie „gefährlich es für einen Radfahrer ist, diese Straße zu benutzen“.

Übergangslösung im Blick

Während einer spontanen Demonstration, die Jeddinger Radfahrergruppen Mitte Oktober organisiert hatten, wurden die ersten Unterschriften gesammelt.

Mehr als 3 000 Unterschriften hat die Interessengemeinschaft Pro Radweg in den vergangenen Wochen gesammelt.

Um überhaupt mit ihrer Forderung an den Minister heranzukommen, hatte die Interessengemeinschaft die beiden Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth (SPD) aus Kirchlinteln und Eike Holsten (CDU) aus Rotenburg mit ins Boot geholt.

Nach der Übergabe der Unterschriften haben die Initiativenvertreter noch die Gelegenheit genutzt, mit Fachleuten des Ministeriums über das Wann und Wie eines Radwegbaus an der Straße zu diskutieren (wir berichten in der morgigen Ausgabe).

Allerdings steht das Vorhaben mit etwas mehr als zehn Kilometern Länge bisher nur auf Platz 3 des Radweg-Rankings in Niedersachsen. Und es kommt noch schlimmer: Der Radweg auf Platz 1 befinde sich kurz vor dem Planfeststellungsverfahren, der Zweitplatzierte sei in Vorplanung und es fehlten zurzeit in der zuständigen Verdener Behörde Fachplaner, sodass aktuell keine Kapazitäten für eine zügige Umsetzung des geforderten Radwegs frei seien. Das hat zumindest Berend Lindner, Staatssekretär im Verkehrsministerium Dörte Liebetruth geschrieben.

Im Klartext heißt das, dass derzeit keine Möglichkeit besteht, die Planung des Radwegs sofort aufzunehmen. „Aber selbst wenn dies möglich wäre, ist bei einem zehn Kilometer langen Radweg von einem mehrjährigen Planungsvorlauf bis zum Baurecht auszugehen“, so Lindner weiter.

Der Staatssekretär verweist auf den „pragmatischen Vorschlag“ der beiden Bürgermeister Ralf Goebel (Visselhövede) und Wolfgang Rodewald (Kirchlinteln), die den Radverkehr mittels Beschilderung an der Abzweigung bei St. Pauli weg von der Landesstraße über Schafwinkel und Bendingbostel bis zum Radweg nach Brunsbrock leiten wollen. „Das soll aber kein Ersatz für den Radwegneubau sein, sondern soll lediglich die Zeit bis zum Planungsbeginn überbrücken“, versichert Lindner.

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