Diakonie-Sozialstation Visselhövede-Bothel besteht 30 Jahre

Qualität statt „husch husch“

Sie wurden während des Gottesdienstes zum 30. Geburtstag der Diakonie-Sozialstation Visselhövede-Bothel begrüßt und verabschiedet (v.l.): Margrit Lüdemann, Melanie Völker, Bettina Rück, Christa Voß, Sabine Poppe, Monika von Deylen, Silvia Meyer, Candy Groszek, Angela Eckhof, Ursula Hoppe und Laura Lohmann.

Visselhövede - Von Jens Wieters. 30 Jahre Diakonie-Sozialstation Visselhövede-Bothel heißt auch 30 Jahre Dienst am Menschen und natürlich auch drei Jahrzehnte großes Engagement der mittlerweile 40 Mitarbeiter, die sich aktuell in Voll- und Teilzeit um etwa 180 Klienten, wie die Pflegebedürftigen in der Sozialstation heißen, kümmern.

„Und das nicht nur husch husch, sondern mit sehr viel Qualität“, stellt Pflegedienstleiterin Bettina Rück klar. Sie muss es schließlich wissen, denn zum runden Geburtstag der Station wurde Rück für 25 Jahre Arbeit in leitender Funktion ausgezeichnet ebenso wie Christa Voß, die bereits seit Beginn dabei ist.

„Und genau das zeichnet uns auch aus. Wir haben eine ausgesprochen hohe Zahl von qualifizierten Fachkräften, die überwiegend schon viele Jahre bei uns tätig sind“, sagt Sabine Poppe, die im Mai die Geschäftsführung von Ursula Hoppe übernommen hatte.

Gründe für die Treue der Krankenschwestern und Altenpflegerinnen liegen nach Ansicht Poppes auf der Hand: „Unsere Mitarbeiter werden nach Tarif bezahlt und wir bieten meistens maßgeschneiderte Arbeitszeiten, die besonders Mütter mit kleineren Kindern in Anspruch nehmen.“ Auch wenn es schon eine abenteuerliche Aufgabe ist, den Dienstplan zu schreiben, wie Bettina Rück lächelnd zugibt: „Aber ich habe ich die Zeiten und Wünsche im Kopf“.

Aber dennoch herrscht auch in dem Haus an der Visselhöveder Schäferstraße nicht nur eitel Sonnenschein, sondern wie überall in der Branche wird auch in der Diakonie-Sozialstation über mangelnden Pflegekräfte-Nachwuchs geklagt. „Aber einen Pflegenotstand gab es immer wieder mal, vor allem dann, wenn sie die entsprechenden Gesetze geändert hatten“, so Rück, die sich an ihre beruflichen Anfänge erinnert, als „Interessenten auf einer langen Warteliste standen, um irgendwann mal die Ausbildung zu beginnen“.

Das sei heute allerdings gänzlich anders. Wohl auch, weil dieser „Beruf ab und an nicht nur körperlich anstrengend sein kann, sondern auch die Psyche schon mal belastet“, spricht die 60-Jährige auch schon mal Klartext mit künftigen Auszubildenden, von denen es in jedem Jahr einen an der Station gibt. Aber: „Wir bekommen tagtäglich von den durch uns betreuten Menschen ganz viel Dankbarkeit zurück.“

Man müsse nicht viele, aber einige Bedingungen erfüllen, um erfolgreich in dem Beruf zu sein, so Sabine Poppe: „Dazu zählt Offenheit, sich auf andere Menschen einzulassen, man muss kommunikativ sein und darf sich selbst nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellen.“

Nach wie vor würden die meisten Menschen auch im Alter und bei Pflegebedürftigkeit in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen, so Rück. „Die Diakonie-Sozialstation hilft ihnen dabei. Sie bietet das ganze Spektrum ambulanter Altenhilfe einschließlich der häuslichen Altern- und Krankenpflege sowie weitere unterstützende Leistungen und Beratung.“

Die Diakonie-Sozialstation ist gemeinnützig und nicht darauf ausgerichtet, Gewinnen zu erzielen. Das biete darum die Gewähr dafür, dass die Leitungen auch ihr Geld wert sind, so Rück, die in den vergangenen Jahrzehnten auch im Bereich der Gesundheitspolitik viele Veränderungen erlebt hat. „Wie zum Beispiel die Einführung der Pflegeversicherung. Während die Menschen vorher die Pflegeleistungen komplett einkaufen mussten, sprang jetzt plötzlich die Pflegekasse ein. Das wiederum ließ viele Dienste wie Pilze aus dem Boden schießen, weil mit Pflege Geld zu verdienen war.“ Aber trotz aller Gesetze und Reglementierungen müsse aber immer der Mensch stehen.

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