Improtheater Hidden Shakespeare zu Gast im Hütthofer Metronom

Das Publikum führt Regie

Oma (Rolf Claussen), Bofrost-Mann (Frank Thomé) und Marcel-Pascal (Thorsten Neelmeyer) in ihrem Element. - Foto: Kirchfeld

Hütthof - Ein Keyboarder, drei Herren und ein Hocker – mehr bedurfte es nicht zum improvisierten Schauspielabend im Theater Metronom in Hütthof. Zu Gast war das Improtheater Hidden Shakespeare aus Hamburg.

Obwohl eine Darstellerin erkrankt war, wurden alle Rollen von Frank Thomé, Thorsten Neelmeyer und Rolf Claussen wunderbar ausgefüllt – sehr zum Vergnügen der Zuschauer. Durch ihr „Reinrufing“ im ausverkauften Saal wurden im ersten Teil sieben einzelne Szenen gespielt. Der Pianist Christopher Noodt reagierte dabei, genau wie die Schauspieler, unmittelbar und spontan auf die Geschehnisse.

So wurde unter dem ersten Begriff „Klimawandel“ die Kuh „Gandi“ auf einem Bio-Bauernhof groß, auf dem neben dem Bauern auch Oma, Opa und Marcel-Pascal leben. Da stört auch nicht das Klingeln des „Bofrost-Manns“, der sich als Omas Liebhaber outet. Mit den zuvor zugerufenen Gefühl-Begriffen durchlebten die Protagonisten und Zuschauer spontane Gefühlswechsel zwischen Kellner und Gast im Biergarten. Bei „Leichen in der Pathologie“ durften die Gäste den jeweiligen Toten Beruf, Spleen und Mordwaffe zuordnen. So erzählten die Leichen, wie sie ihren Beruf ausübten, lebten und im Outletcenter Soltau ums Leben kamen.

Großen Respekt zollten die Zuschauer den Handlungen auf der „Drehbühne“, auf der Darsteller und Szenen vom Ritterstück mit dem heiligen Gral, zum Genre „Musical“ bis zum Film „Bibi und Tina“ rasant wechselten. Aus diesen sieben Szenen des ersten Aktes ernannte das Publikum per Applaus seinen jeweiligen Lieblingsdarsteller, der dann im zweiten Teil nach der Pause die Hauptrolle spielen durfte.

Die Zuschauer wählten den kettenrauchenden Zahnarzt, der so gerne Hufschmied geworden wäre. Der verbringt mit seiner Frau den Urlaub auf Helgoland, begegnet einem echten singenden Seebären und Robben, während bei ihm in der Praxis das Gesundheitsamt vor der Tür steht. Dabei tauchten alle liebgewonnenen Personen aus dem ersten Teil, wie unter anderem die Bio-Oma, Marcel-Pascal und der schneidige Polizist aus Rotenburg wieder auf. Selbst Bibi und Tina mit Amadeus und der Lehrer mit dem dunklen Geheimnis wurden in die Geschichte verknüpft.

So ließen die Impro-Darsteller den ersten Teil noch mal Revue passieren und das Publikum erfuhr zum Schluss, wie die drei Männer ums Leben kamen. Doch kein Abgang ohne Zugabe. Hierfür war ein abgegebenes Päckchen präpariert, das die Gäste Imke und Lars als „Puppenspieler“, mit Hilfe ihrer „Puppe“ (einem Schauspieler) öffnen mussten.

„Ich bewundere das Improvisationstalent. Das könnte ich selbst gar nicht“, beteuerte ein Lehrer aus Bomlitz nach der Aufführung. Und so ging es wohl vielen begeisterten Zuschauern, die sich wortreich im Gästebuch für den gelungenen Abend bedankten. - aki

Mehr zum Thema:

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Neue Bewegung in Aufarbeitung der Germanwings-Katastrophe

Neue Bewegung in Aufarbeitung der Germanwings-Katastrophe

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Ermittler rätseln über Motiv des London-Attentäters

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Trotz Tragödien im Mittelmeer wächst Kritik an den Rettern

Meistgelesene Artikel

Selbstverteidigung im Viervierteltakt

Selbstverteidigung im Viervierteltakt

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Westervesede: Noch jede Menge Müll vom Hurricane-Festival 2016 

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Kommentare