200 Fahrradfahrer fordern Lückenschluss zwischen Jeddingen und Kirchlinteln

Protest als Rückenwind

Eike Holsten und Dörte Liebetruth stehen am Mikrofon.
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Eike Holsten und Dörte Liebetruth informieren.

Jeddingen/Kirchlinteln – Kein Gewittergrollen, keine komplizierten Hygieneregeln in der Pandemie konnten die Radfahrer aus Visselhövede und Kirchlinteln abschrecken: Insgesamt knapp 200 Radler machten sich aus den beiden Orten auf den Weg zum Hof Tadel, um erneut den Lückenschluss des Radweges entlang der Landesstraße 171 mit Nachdruck zu fordern.

Schon unterwegs machte die frohe Botschaft die Runde, dass die Planungen nun endlich in Kürze beginnen sollen. Konkret verkündete Lars Dammann von der Interessengemeinschaft Pro Radweg, dass Projekt an der L171 sei unmittelbar an der Reihe. Der Grund dafür: Auf der Prioritätenliste des Landes sei der Radweg nun planfestgestellt. Er mahnte jedoch an, dass die Planungen nun nicht fünf bis sechs Jahre dauern sollten, wie in anderen Fällen. „Wir wollen nicht so lange warten“, betonte Dammann. Die IG Pro Radweg wolle daher weiter am Ball bleiben und nach Möglichkeiten die Planungen unterstützen. Bisher waren aufgrund von Personalknappheit in der Straßenbaubehörde immer die Planungen der Flaschenhals, weil der Bau selber vom Land finanziert werde, so Dammann.

Zuvor hatte der Gastgeber Hannes Wilkens die 200 Fahrradfahrer auf dem Hof Tadel begrüßt. Zwei Startpunkte auf dem Marktplatz in Visselhövede und an der Hauptstraße in Kirchlinteln waren die Ausgangspunkte der Sternfahrt: Nach und nach sammelten die Drahtesel immer mehr Mitstreiter auf zwei Rädern – geschützt von der Rotenburger und Verdener Polizei ein. Der Visselhöveder Tross verdoppelte sich am Jeddinger Sportplatz, wo der Radweg bis heute endet: Denn auch zahlreiche Jeddinger bürger reihten sich in den Zug ein. Der Kirchlintler Ratsherr Frank-Peter Seemann (Grüne) berichtete außerdem von den umfänglichen Vorbereitungen als Veranstalter, weil sogar ein Erlass aus dem Niedersächsischen Innenministerium nötig gewesen sei, damit die Polizeiinspektion Rotenburg offiziell zuständig wurde.

Wilkens erinnerte daran, dass das Projekt Lückenschluss des Radweges schon vor Jahrzehnten beschlossen wurde. „Das ist doch kein Großprojekt wie die Elbphilharmonie“, wunderte er sich über die langen Planungen, die nun anstünden.

Mit viel Abstand versammeln sich die Teilnehmer zur Abschlusskundgebung auf dem Hof Tadel direkt an der L 171.

Die beiden Landtagsabgeordneten Eike Holsten (CDU) und Dörte Liebetruth (SPD) dankten der IG Pro Radweg für die starke Unterstützung bei ihren Bemühungen, in Hannover sowie bei der Straßenbaubehörde in Verden das Projekt voranzubringen. „Die IG Pro Radweg hat uns ungemein viel Rückenwind gegeben“, sagte Liebetruth. Sie sprach auch das anstehende Gespräch von den Abgeordneten zusammen mit Vertretern der IG bei der Straßenbaubehörde am morgigen Dienstag an. Das Planungsverfahren solle nun zügig angegangen und abgearbeitet werden. Die Unterstützung der beiden Landespolitiker und durch die IG Pro Radweg sei dabei weiterhin wichtig und gegeben. Holsten bezeichnete das informative Gespräch bei der Behörde in Verden auch als Weichenstellung für die nun startenden Planungen, weil die Einbindung der IG Pro Radweg dort zum Beispiel ein Thema sein könne.

Gerade die Verkehrssicherheit für die Kinder war vielen Teilnehmern ein Anliegen. So auch für Stefan Krecher aus Jeddingen. „Meine Kinder würden gerne mit dem Rad ihre Oma in St.Pauli kurz hinter der Kreisgrenze besuchen, aber ohne Radweg ist das viel zu gefährlich“, nannte Krecher ein konkretes Beispiel für den Bedarf.

Vom Sportplatz in Jeddingen startete ein langer Tross zur letzten Etappe zum Hof Tadel.

Als Vertreter der Stadt Visselhövede brachte es Ratsvorsitzender Charly Carstens (CDU) auf dem Punkt: „Wäre es nur um Geld gegangen, wäre es sicher schneller gegangen“. Kirchlinteln Bürgermeister Wolfgang Rodewald kündigte abschließend, dass er mit dem Visselhöveder Kollegen Ralf Goebel den Schulterschluss suchen werde, um gemeinsam den Flächenankauf für den Radweg zu unterstützen.

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