Professorin Annelie Keil referiert vor den Landfrauen über Sinnfragen

„Auftrag, der Leben heißt“

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Annelie Keil erzählt humorvoll und kurzweilig.

Visselhövede - „Wir kommen alle ungefragt auf die Welt. Wir haben uns die Familie nicht ausgesucht, in die wir geboren sind. Wir sollten zum Schluss unsere Wünsche äußern und dazwischen herausfinden, warum sind wir hier auf Erden sind!“ So lautet die Quintessenz des Vortragsthemas von Professorin Dr. Annelie Keil vor den Visselhöveder Landfrauen.

Die Soziologin, Gesundheits- und Politikwissenschaftlerin war zu Gast beim großen Gemeindefrühstück im Dorfgemeinschaftshaus in Wittorf. Vorsichtshalber hatten die Veranstalter, der ökumenische Frühstückskreis, einen größeren Raum gewählt, denn der besondere Gast zog mehr als 120 Besucher in seinen Bann.

Vielen Besuchern ist die charismatische Frau durch ihre Buchveröffentlichungen und aus TV-Talkshows, wie „3 nach 9“ oder „Menschen bei Maischberger“ bekannt. Aber auch das Vortragsthema „Der große Auftrag, der Leben heißt!“ war ein Grund, warum zahlreiche Zuhörer den Weg ins Dorfgemeinschaftshaus fanden.

Im Spannungsbogen von Geburt und Tod, Freude und Angst, Krisen und Krankheiten müsse jeder sein eigenes Leben gestalten, seine eigene Biografie schreiben. Leben sei das Abenteuer, das nie ende, aber jeden Tag neu beginne – für Frauen und Männer, Kinder und Alte, Gesunde und Kranke. „Das Leben ist ein Auftrag, der auch Schwierigkeiten beinhaltet“, verdeutlichte Keil, „das große Geheimnis lautet – was ist das, mein Leben?“

Besonders bei einer schwerer Krankheit finde man zum Beispiel heraus, wer seine wahren Freunde sind. „Jetzt weiß ich, was ich mir in meinem Leben vorgemacht habe“, bekommt die Hospizbegleiterin immer wieder zu hören und appellierte, „wenn ich etwas will, dann muss ich mich dafür einsetzen, auch wenn es für andere unbequem ist.“

Packend, humorvoll und kurzweilig plauderte die Professorin aus dem Nähkästchen zwischen „Leben und Tod“ und erhielt oft Zwischenapplaus. Gespickt war der Vortrag mit kleinen Fabeln, Geschichten und Todesanzeigen aus Zeitungen, die humorvoll aufgegriffen wurden.

Unter anderem bekundete Keil, dass sie nichts von Beerdigungen im eigenen Garten hält. „Was ist beim Umzug, muss der Pott dann mit oder bleibt Großvater da liegen?“ Zum Friedwald bekundete sie: „Da bilden wir im Alter doch noch eine Wohngemeinschaft!“

Von daher hätten die Friedhöfe ihre Aufgabe, nur leider zu hohe Auflagen. Die anonymen Beerdigungen hätten sich aber auch nicht durchgesetzt. Die Menschen möchten später niemanden zur Last fallen, aber doch noch ihr Namensschildchen haben.

„Besonders Kinder gucken auf den Auftrag zwischen Leben und Tod. Wir bekommen bei der Geburt keine Gebrauchsanweisung mit auf dem Weg. Der Tod hingegen muss nicht das Böse sein, sondern ist selbstverständlich und macht uns alle radikal gleich. Jeder stirbt einzigartig mit seiner Biographie. Daher ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein wie es später weitergeht.“

In Lebensfragen kennt sich die 76-Jährige bestens aus und setzte sich mit der eigenen und anderen Biografien immer wieder auseinander. Sie berichtete aus ihrer Erfahrung von Krieg, Gefangenschaft und Flucht sowie dem Leben mit Sozialhilfe als Kind und Jugendliche.

aki

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