Premiere

Theater Metronom läuft sich für Uraufführung mit Märchenfortsetzung warm

Die Crew des Theatersommers freut sich auf die Auftritte.
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Die Crew des Theatersommers freut sich auf die Auftritte.

Hartböhn/Hütthof – Einige der Stimmen, die seit Tagen über den Piratenplatz in Hartböhn schallen, klingen – ja, wie? Transsilvanisch? Wenn der ein oder andere Spaziergänger oder Gassigeher sich an die Räuber aus dem „Teufel mit den drei Goldenen Haaren“ erinnert fühlt, der hier im vergangenen Metronom-Theatersommer gegeben wurde, liegen sie nicht ganz falsch: Das Stück „Weil wir schon immer wissen wollten, wie es weitergeht ...“, das Karin Schroeder und Moritz von Zeddelmann unter Regie von Michael Bandt seit fünf Wochen hier proben, ist die Fortsetzung des Erfolgsstücks von F.K. Wächter.

Geschrieben wurde es jedoch nicht von Wächter, sondern von Bandt, zusammen mit Joachim Brüggmann – und der verpasste der Kunstsprache der Räuber einen anderen Duktus. Es ist nicht die einzige Abweichung vom ersten Teil: Mit drei Fake-Weisen aus dem Morgenland und Pseudo-Zyklopen bevölkern auch allerlei neue Figuren die magische Kulisse des Piratenplatzes. Für Schauspieler Moritz von Zeddelmann die größte Umstellung: Das Stück ist im Präsens geschrieben – „das geht gar nicht so leicht von der Zunge“, konstatiert der Wahl-Hütthofer. Er begrüßt es, dass das Stück aus der Feder seines Regisseurs stammt: „So stellt sich nicht wie letztes Mal die Frage nach der Auslegung und welchen Pfad wir bei der Dramaturgie gehen sollen.“

Eine Fortsetzung des Märchens, die am Freitag, jenseits von „und wenn sie nicht gestorben sind…“, zur Welturaufführung kommt, das habe es so wohl noch nie gegeben, meint Bandt. Dabei ist er dem von Wächter vorgelegten Anspruch eines ebenso unterhaltsamen wie intellektuell fordernden Stückes gefolgt, werden doch Themen wie die Liebe über Klassenschranken hinweg oder die Entscheidungsfreiheit zwischen Gut und Böse verhandelt.

Mit einfachen Mitteln schlüpfen Karin Schroeder und Moritz von Zeddelmann in viele alte und neue Rollen.

Für Sabine Lippke, als Regieassistentin neu an Bord, steht an diesem Probentag die Unterhaltung im Vordergrund. Wenn von Zeddelmann nur mit zwei Haarclips zum Teufel mutiert oder das Verrutschen der Hutkrempe aus dem Räuber einen Weisen macht, gluckst die Veranstaltungskauffrau schon mal hinter ihrem Skript – „das lasse ich auch zu, Lachen ist gut für die Seele“, meint die studierte Modell- und Schnittdirektrice. Gemeinsam mit den Protagonisten hat sie die letzten Wochen bei Wind und Wetter auf dem Platz geprobt und für den Theatersommer hergerichtet.

Ganz schön skurril.

Wie viel Arbeit hinter und in den Kulissen steckt, lässt sich nur erahnen: Rasenmähen, Freischneiden des Platzes vom Buschwerk, eine neue Folie für das Bühnendach oder ein komplett neuer Boden für die Bar waren nur einige der Aktivitäten; weiter ging es mit dem Verlegen von Kabeln und Aufstellen der Masten für die Lichttechnik, dem Vergraben der Rohre für den Wasseranschluss an der Theke und dem Zuschneiden von 70 Planen, damit die Strohballen später bei Regen abgedeckt und als Sitzflächen erhalten werden können. So magisch die hölzerne Kulisse mit Kogge und Saloon, dass Bandt ihr das Stück quasi „auf den Leib“ schrieb, so viel Zimmerarbeit bedeutete das Ausbessern der Planken. Für die Pflanzen, die bald die „grüne Höhle und Hölle“ für den Teufel bilden, schleppt Schroeder täglich 50 Liter Wasser aus dem nahegelegenen Bach heran.

Ein Aufwand, der sich lohnt, sind in diesem Jahr doch doppelt so viele Veranstaltungen geplant wie in der Erstauflage – „selbstverständlich wieder Corona-konform mit Registrierung, AHA-Regeln und einer Begrenzung der Zuschauerzahl“, wie Metronom-Macherin Karin Schroeder betont. Fast ausgebucht sind bereits die verschobenen „Schimmelreiter“-Aufführungen sowie die langen Theaternächte; die Mischung aus Theater und Musik scheint anzukommen. Ebenfalls freut Schroeder, dass auch das neue Format der Kaffee-Nachmittage gut angenommen wird.  

Programm

Mehr zum Programm des Theatersommers online unter www.theater-metronom.de. Kartenreservierungen für alle Veranstaltungen werden unter 04262 / 1399 entgegengenommen.

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