Sozialarbeiterin muss Stelle räumen

Präventionsrat und DAA setzen Hummers vor die Tür

Im Januar hat Christine Hummers ihren Posten als Sozialarbeiterin angetreten, nach nur fünf Monaten ist Schluss. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Nach nur fünf Monaten ist die Zusammenarbeit des Visselhöveder Präventionsrats mit Christine Hummers, der ersten Sozialarbeiterin der Stadt, die nicht einer Schule oder dem Jugendtreff zugeordnet ist, schon wieder beendet. „Das Vertrauensverhältnis war nicht mehr da“, sagt Präventionsratsvorsitzender Gustav Stegmann.

Gemeinsam mit Elke Motzkau von der Deutschen Angestellten Akademie (DAA), wo Hummers noch offiziell beschäftigt ist, hat Stegmann der Drögenbostelerin die Kündigung zum 30. Juni, also noch während der Probezeit, überreicht.

„Wir haben immer wieder versucht, Brücken zu bauen, um zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit zu kommen. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Arbeit ist aber ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen allen Beteiligten erforderlich. Das konnten wir nicht mehr feststellen. Daher haben wir beschlossen, die Reißleine zu ziehen“, betont Stegmann.

Der Schwitscher hat nicht nur seine Mitstreiter vom Präventionsrat im Rahmen der Jahreshauptversammlung, sondern auch bereits den Visselhöveder Verwaltungsausschuss über die Personalie informiert.

Allerdings hat die Stadt nur zu einem gewissen Teil etwas mit der Stelle zu tun. „Wir beteiligen uns mit 25 Prozent der Kosten an dem Gesamtpaket Sozialarbeit, 75 Prozent kommen aus Landesmitteln“, klärt Mathias Haase, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, auf. Personalangelegenheiten fielen darum auch gar nicht in den Entscheidungsbereich der Stadt. „Dafür ist die DAA zuständig, aber der Präventionsrat wird sicherlich an den Gesprächen beteiligt“, vermutet Haase.

Darum sind Stegmann und der weitere Vorstand Nicole Kanapin und Andreas Goehrt nun auf der Suche nach einer neuen Fachkraft. „Bereits in der kommenden Woche haben wir zwei Vorstellungsgespräche, sodass die begonnene Studie möglichst bald fortgeführt werden kann“, informiert Stegmann.

Denn im Frühjahr hatte Christine Hummers ein Meinungsbild gestartet und 180 Visselhöveder unterschiedlichen Alters über die Vor- und Nachteile Visselhövedes sowie nach Ideen und Anregungen befragt und ausgewertet. Stegmann hat für den neuen Sozialarbeiter darum auch gleich eine dicke Aufgabe parat: „Mit der Umsetzung der aus der Studie resultierenden Erkenntnisse sollte jetzt nahtlos begonnen werden.“

Die Vollzeitstelle ist zunächst auf dieses Jahr begrenzt, mit einer Option auf ein weiteres Jahr, und wird vom Land Niedersachsen finanziert. „Ein echtes Pilotprojekt“, wie Gustav Stegmann, Vorsitzender des Präventionsrats, berichtet. Ihm und Jürgen Klick ist es nämlich zu verdanken, dass es überhaupt zu dieser Stelle gekommen ist. „Wir haben uns bei der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte verschiedene Vorträge angehört. Dabei ging es fast ausschließlich um größere Städte, aber am Ende haben wir den Dozenten Markus Kissling gefragt, ob auch eine Stadt von der Größe Visselhövedes eine Förderung für die Sozialarbeit bekommen könne“, erzählt Stegmann.

Diese Idee sei letztlich positiv bewertet worden, sodass die Stelle ins Förderprogramm aufgenommen wurde. Insgesamt stellt das Land 1,8 Millionen Euro für derartige Projekte zur Verfügung. 52 Kommunen hatten sich beworben, 17 wurden genommen und Visselhövede gehört dazu.

Hummers war noch vom Bildungswerk der Niedersächsischen Volkshochschulen (BNVHS) angestellt worden. Das ist in die DAA integriert worden. „Der Präventionsrat ist keine Körperschaft des öffentlichen Rechts und kann niemanden selbst anstellen“, klärt Stegmann auf.

Christine Hummers geht übrigens auf Nachfrage gelassen mit der Kündigung um, der sie widersprechen und „arbeitsrechtliche Schritte einleiten“ wird.

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