„Venezia“-Chef traut seinen Augen nicht

Müllmänner sammeln Eistütenständer ein

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Salvatore Zucca fehlt der Ständer für die Eistüte.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Den vergangenen Sperrmülltermin in Visselhövede wird Salvatore Zucca nicht so schnell vergessen. Denn seitdem kann der Chef der Eisdiele „Venezia“ seinen effektivsten Werbeträger nicht mehr nutzen. Der Ständer für seine überdimensionale Eistüte wurde von den kräftigen Männern der beauftragten Entsorgungsfirma kurzerhand eingeladen.

„Ich traute meinen Augen nicht“, so Zucca, als er in der vergangenen Woche den rund 70 bis 80 Kilo schweren Ständer aus Beton morgens um 9 Uhr nur kurz aus den Augen ließ, um seine Kunststoff-Eistüte aus dem Wintergarten zu holen. „Plötzlich war der Ständer weg und ich stand mit meiner Tüte da.“ Von dem Entsorgungs-Lkw sei weit und breit nichts mehr zu sehen gewesen, aber Nachbarn hätten ihm geschildert, dass der Betonblock in der Presse des Lasters verschwunden sei. 

„Aber so blind kann man doch gar nicht sein. Das Ding stand direkt vor der Eisdiele. Demnächst nehmen sie auch einfach mal ein paar Fahrräder mit, die vor den Geschäften abgestellt sind“, schimpft Ehefrau Olesja Zucca.

Unzureichendes Entschädigungsangebot

Dabei geht es der Familie noch nicht einmal so sehr um den finanziellen Verlust, sondern um die Art und Weise, wie die beauftragte Firma Oetjen mit ihnen umgeht. „Ich habe sofort dort angerufen und mich beschwert. Zunächst hat man mich vertröstet und nach gut einer Woche wurden uns dann lapidar 50 Euro als Entschädigung angeboten, obwohl das Ganze 500 gekostet hat“, berichtet Olivia Zucca. 

Sie hat nach ihren Angaben versucht, Anzeige wegen Diebstahls bei der Polizei zu erstatten. „Dort konnte mir nicht geholfen werden, da es sich rechtlich nicht um einen Diebstahl handele, sondern mehr um ein Versehen“, berichtet Olesja Zucca.

Entsorger: „Blöd gelaufen“

Frank Clausen, Oetjen-Betriebsstellenleiter aus Rotenburg, schildert die Geschichte ein wenig anders: „Ich habe das Telefongespräch mit der Frau abgebrochen, da ich mich nicht beschimpfen lasse.“ Clausen bestätigt aber, dass die Entsorgung des Eistütenunterteils „blöd gelaufen“ sei: „Unser Mitarbeiter hat das Ding, das bei der Bordsteinsammlung an der Straße stand, wahrscheinlich für einen Sonnenschirmständer gehalten und eingeladen.“ Grundsätzlich stünden die Entsorger oft vor der Frage, ob Gegenstände Sperrmüll seien oder nicht. „Nehmen wir zu viel mit, gibt es Ärger, nehmen wir nicht alles mit, dann auch.“ Grundsätzlich sei das ein Problem der Straßensammlung. „Bei einer Abholung nach Anforderung wissen wir und auch der Bürger, was entsorgt werden soll. Dann gibt es keine Missverständnisse dieser Art.“

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