Ausschuss vertagt Entscheidung über Hallenbad-Standort

Ein Platz für die Jugend

Noch ist der Jugendtreff in einem Gebäude an der Gaswerkstraße untergebracht. Lange kann er dort nicht mehr bleiben. Foto: Witte

Visselhövede - Von Farina Witte. Der Jugendtreff braucht einen neuen Raum. Das ist schon länger Jahr klar, nachdem das Gebäude, in dem er jetzt noch untergebracht ist, von der Stadt verkauft wurde. Auf der Suche nach einer Alternative treten die Lokalpolitiker aber zunächst weiter auf der Stelle. Eigentlich sollte während der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Sport, Kultur, Senioren und Jugend am Donnerstagabend der ehemalige Gastrobereich des Hallenbades als möglicher Standort von der Verwaltung vorgestellt und mit den Ausschussmitgliedern diskutiert werden. Doch auf Antrag von Gerhard Eimer (CDU) wurde der Punkt vertagt. Zunächst solle die Verwaltung noch eine weitere Alternative ausfindig machen, damit der Ausschuss dann daraus wählen kann. Der Standort am Hallenbad sei „nicht ganz optimal“, äußerte Eimer während der Sitzung. Zumal bislang auch nicht versucht worden sei, das Restaurant anderweitig zu vermieten. Uwe Joost (WiV) sprach sich ebenfalls gegen den Standort aus. Die Jugendarbeit passe auch deshalb nicht dorthin, weil am Hallenbad auch der Wasserförderverein aktiv ist. „Der reißt sich die Beine aus dem Bauch, um Schwimmer anzulocken und Veranstaltungen auf die Beine zu stellen“, sagte er.

Die SPD-Fraktion sieht den Standort hingegen als geeignet, wie Ausschussmitglied Tam Ofori-Thomas mitteilte. „Seit 2012, als wir diesen Jugendtreff eingerichtet haben, haben wir so viele Ortschaften der Stadt ausprobiert – von der Schule, dem Haus der Bildung bis hin zum Haus an der Gaswerkstraße“, zählte Ofori-Thomas auf. Der jetzt im Raum stehende Vorschlag für den Standort am Hallenbad sei gut geeignet, dort könnten die Jugendlichen auch die Umgebung nutzen: „Der Außenbereich ist top“, befand das Ausschussmitglied. „Dann hätten wir einen Ort, wo wir den Jugendlichen endlich mal eine Heimat geben könnten“, betonte er. Dann könne auch die Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) richtig arbeiten und müsse sich nicht immer um einen Standort für ihre Aktivitäten sorgen.

Aus Sicht des Präventionsrats stellte Gustav Stegmann infrage, ob die Jugendarbeit derzeit überhaupt zielführend ist. „Wir müssen gucken, ob das Geld anders eingesetzt werden muss“, so Stegmann. Aus seiner Sicht sei aufsuchende Jugendarbeit besser für Visselhövede. „Die, die uns den Ärger machen, kommen nicht in den Jugendtreff“, stellte er klar. Der Präventionsrat hofft, dass auch in diese Richtung weiter diskutiert wird. Es habe schon einen Austausch mit dem Rotenburger Sozialarbeiter Eduard Hermann gegeben, der über seine Arbeit berichtet hat.

Ulf Timmann hielt den Ansatz zwar für gut, einen Sozialarbeiter zu beschäftigen, der sich um Jugendliche kümmert, die nicht in den Jugendtreff kommen. Trotzdem sei die Einrichtung an sich gut. Für einen Streetworker brauche es allerdings auch ganz andere finanzielle Mittel. Am Ende fiel die Entscheidung, sich noch nicht auf den Hallenbad-Standort zu einigen und stattdessen noch eine weitere Alternative zu suchen.

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