Plattdeutsch lernen:

Dörfer machen den Unterschied

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In der Goden Stuv im Visselhöveder Heimathaus wird fleißig Plattdeutsch gelernt.

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. „Ik heet Matthias, ik kaam ut Scheeßel.“ Da geht‘s schon los. Bereits in der Vorstellungsrunde wird deutlich: Im Plattdeutschen ist vieles anders, wie es scheint – oder wie man es gewohnt ist.

Wirkte „kaam“ beim ersten Hören und Sprechen tatsächlich wie ein A-Laut, korrigiert Renate Lüdemann, eine der beiden Kursleiterinnen, mich gleich kurze Zeit später. Soso, doch eigentlich ein O-Laut. Ausprobiert, und wieder falsch gelegen. Aber was ist es denn nun? „Irgendwo dazwischen“, sagt Renate. Aha.

Plattdeutsch lernen - alle Teile zum Nachlesen:

Zwischen Mundart und Mathemagie

Dörfer machen den Unterschied

Ins kalte, plattdeutsche Wasser

Die Phonetik des Plattdeutschen, die Krux des Ganzen. Denn was dort, in der Goden Stuv im Visselhöveder Heimathaus noch goldrichtig klingt, wird wenige Kilometer weiter in Wittorf schon wieder ganz anders ausgesprochen, wirft ein „Mitschüler“ ein. Recht hat er, ich kenne das aus eigener Erfahrung. Denn es sind nicht nur die Zahlen „veer“ und „teihn“, die im Elternhaus an der Beeke scheinbar ganz anders ausgesprochen werden als an der Vissel.

„De Tallen“, die Zahlen, waren das große Oberthema der ersten Stunde Plattdeutsch lernen. Einmal durchzählen, dann im Chor, und danach allein Zahlenreihen vorlesen. Das muss bei mir echt schräg geklungen haben – kam mir zumindest so vor. Nach Arbeitsblättern ging es an die Praxis: Bingo spielen. Und hier wieder die kleinen Irritationen beim Sprechen. Dabei hat es mir schon gereicht, dass ich außer dem Vorlesen der Zahlen wenig vom Spiel hatte. Denn auch im Plattdeutschen gilt für mich: Glück im Spiel habe ich nicht.

Immer wieder denke ich mir, dass ich das Wort eigentlich mal ganz anders gehört habe. Immer wieder ertappe ich mich dabei, in die beim Heranwachsen von Muttern und Großvatern vermeintlich gehörten Aussprachen zu verfallen. Da wächst die Sorge, ob man mich Zuhause überhaupt noch versteht, wenn ich mit dem Kurs fertig bin. Wenn der Unterschied zu Wittorf schon so eindeutig ist, dann sehe ich ein bisschen Schwarz für das Verständnis zwei ganze Gemeinden weiter.

Die Serie: Plattdeutsch sprechen? Das möchte auch unser Autor können und macht den Selbstversuch. Im Kurs von Renate Lüdemann und Susanne Euhus in Visselhövede macht er sich daran, endlich „Platt snacken“ zu lernen. Wie er damit zurecht kommt, darüber berichtet er an dieser Stelle.

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