Seltener Fund beschäftigt unsere Leser

Pilzrätsel ist gelöst: „Gewimperter Erdstern“

Bei diesem von Erika Hoege gefunden Exemplar soll es sich um einen „gewimperten Erdstern“ handeln. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Das Geheimnis um den sonderbaren Pilz, den die Visselhövederin Erika Hoege bei einem Spaziergang entdeckt hatte, ist offenbar gelöst: Es handelt sich um einen Erdstern, der tatsächlich in Deutschland eher selten vorkommt.

Nachdem wir den kleinen Bericht in der Zeitung hatten, quoll unser elektronischer Briefkasten förmlich über, denn viele Leser beteiligten sich an der Lösung des Rätsels. Erika Hoege wollte nämlich wissen, um welche Gattung Pilz es sich bei dem sonderbaren Exemplar handelt, den sie in dem Visselhöveder Wäldchen Heinig Hoop gefunden hatte. „Auch ich bin eigentlich eine gute Pilzkennerin, aber bei dem war ich mit meinem Latein am Ende.“

Zum Glück gibt es aber unsere Leser, und die legen sich ganz klar fest: Bei dem wie eine verwelkte Blume aussehenden Pilz handelt es sich um einen Erdstern. Allerdings gehen die Meinungen noch ein wenig auseinander, welche Art von Erdstern bei Visselhövede wächst. So sagt Gisela Feldmann aus Scheeßel, dass es ein „gewimperter Erdstern“ sei, den Hoege gefunden habe. Petra Rudolph aus Westervesede muss es wissen, schließlich ist sie ausgebildeter Pilz-Coach: „Es ist ein Halskrausen-Erdstern. Der ist gar nicht so selten, wie man glaubt. Er wird aufgrund seiner Farbe aber oft meistens übersehen, obwohl er wirklich sehr hübsch anzusehen sind.“

Thora Bartelheimer aus Rotenburg hat in ihrem Pilzbestimmungsbuch geblättert und kommt zu der Erkenntnis, dass es sich „bei dem abgebildeten Fund aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Fransen-Erdstern handelt“. Dieser Pilz gehöre ebenso wie der Kartoffelbovist zu den Bauchpilzen. In Deutschland gebe es etwa 15 verschiedene Arten von unterschiedlicher Größe und Gestalt. Die seien besonders in trockenen, sandigen Nadelwäldern zu finden. „Ich selbst fand im September 2014 in meinem Garten den nahen verwandten Wetterstern, der die Eigenschaft hat, bei hoher Luftfeuchtigkeit die Seitenlappen wie zu einem Stern auszubreiten, bei Trockenheit aber sie wieder kugelig zusammen schließen kann.“

„Der Frau Hoege kann man zu ihrem Fund des seltenen Pilzes nur gratulieren Es handelt sich um einen Erdstern, Gattung Geastrum“, schreibt Arthur Intemann aus Lauenbrück. „In dieser Gattung gibt es in Europa rund 20 Arten. Um welche Art es sich handelt, kann man anhand des Fotos nicht bestimmen. Ich bezweifele auch, dass ich beim Vorliegen des Originals eine eindeutige Bestimmung vornehmen könnte.“ Erdsterne habe er in den vergangenen vier Jahrzehnten nur drei Mal gefunden. Sie seien aber nicht zu verwechseln mit den Wettersternen, die Intemann „bisher noch nie in natura gesehen“ hat.

Rudolf Kohlmeyer aus Waffensen hingegen glaubt, dass es sich tatsächlich um einen Wetterstern handelt, während Leserin Gabriele Sakowski den „gefransten Erdstern, der auch gewimperter Erdstern genannt wird“ seit Jahren als kleine Kolonie zwischen ihren Kulturheidelbeeren beobachtet.

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