Marinekameradschaft bringt Mahnmal gefallener Soldaten auf Vordermann

Pflege für Kriegsgräber

Voller Einsatz auch im Regen: Erika Schmidt (v.l.), Hansi Heuer, Wilhelm Schmidt und Matthias Krüger bei der Arbeit auf der Kriegsgräberstätte.
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Voller Einsatz auch im Regen: Erika Schmidt (v.l.), Hansi Heuer, Wilhelm Schmidt und Matthias Krüger bei der Arbeit auf der Kriegsgräberstätte.

Visselhövede – Jeweils sieben Namen junger Männer stehen auf zwei Findlingen, die auf dem Marinefriedhof in Kettenburg aufgestellt sind. Zwischen den Steinen ragt ein Holzkreuz mit der Aufschrift. „Sie starben aber siehe, sie leben“. Durch Mahnmale gerät die Geschichte nicht in Vergessenheit, und damit das auch in Zukunft möglich ist, kümmert sich die Marinekameradschaft „Scharnhorst“ Soltau darum, dass die Steine nicht von Pflanzen überwuchert werden und das Holz verwittert. „Geschichte dient der Mahnung“, betonte Hans-Heinrich Heuer, der Vorsitzende der Kameradschaft. Er und seine vier Mitstreiter trotzten dem üblen Herbstwetter und reinigten auch bei Regen die Gedenkstätte in Kettenburg. Der Vorsitzende ist wie David Gutmann, Obermaat der Reserve, sein Stellvertreter Wilhelm Schmidt, Hauptmaat, und Matthias Krüger ehemaliger Wehrdienstleistender. Erika Schmidt ist als einzige Frau dabei. „Früher gab es bei uns nur Männer, nun werden alle maritim Interessierten aufgenommen“, schmunzelt Heuer.

Doch wie kommt es, dass sich ein Marinefriedhof mitten in der Lüneburger Heide befindet? „Die Gegend war im Zweiten Weltkrieg bis zum Schluss umkämpft“, weiß der Vorsitzende zu berichten. Aus der Chronik der Volksschule Kettenburg geht hervor, dass am Vormittag des 18. April 1945 ein Kampf um den Bahnhof Visselhövede tobte. Auch in Kettenburg spielten sich heftige Kämpfe ab. Der Ort lag einige Stunden unter englischem Artilleriefeuer und im Bombenhagel der Flieger. Dabei erhielten viele Wohnhäuser im Ort Volltreffer und brannten nieder. Bei den Kämpfen um Kettenburg fielen 25 Marinesoldaten, von denen 14 im Sammelgrab an der Stellichter Straße auf einem Grundstück des Gutes ihre letzte Ruhe fanden; dort, wo sie auch gefallen waren. „Sie wurden kurz vor ,Torschluss‘ geschickt. Die Jungs hatten natürlich keine Ahnung vom Landkampf“, berichtet Heuer.

Vor dem Arbeitseinsatz an der Gedenkstätte wurde von der Ortsvorsteherin Pamela Helmke und dem Vertreter der Stadt, Michael Drews, die Genehmigung eingeholt und abgestimmt, was machbar ist. „Der Gutsbesitzer wünscht keinen Metallzaun, sondern eine Hecke“, informiert Drews und deutet auf den maroden Jägerzaun im Hintergrund. Die Hecke wird wohl beim nächsten Einsatz in Angriff genommen, dennoch schaffte die Kameradschaft eine ganze Menge. Die ehrenamtlichen Helfer schliffen das Holzkreuz ab, befreiten die Steine von Moos und Grünspan und schnitten das Grünzeug und die Wurzeln rund um die Gedenksteine. „Nun können wir zum Volkstrauertag auch hier die Kränze niederlegen und nicht mehr im Beet davor“, dankte Ortsvorsteherin Pamela Helmke der Belegschaft und versprach, das nächste Mal für Kaffee und Kuchen zu sorgen.

Von Angela Kirchfeld

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