Ein Pastor schwebt in Lebensgefahr

Visselhöveder Feuerwehren proben auf Hoyer-Firmengelände für den Ernstfall

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Endlich wieder festen Boden unter den Füßen: Visselhövedes Pastor Florian Hemme wird nach dem Drehleitereinsatz von den Kameraden in Empfang genommen.

Großeinsatz für die Brandschützer auf dem Hoyer-Firmengelände: Von den Hochtanks galt es, eine Person aus mehr als 20 Metern Höhe über die Drehleiter zu retten. Auch ein Rollstuhlfahrer befand sich in einer lebensbedrohlichen Situation – er sollte über das Treppenhaus des Bürogebäudes in Sicherheit gebracht werden. In einer brennenden Lagerhalle hatte sich derweil starker Rauch entwickelt. Dort wurde eine Person vermisst. Gleich mehrere Menschen galten im eingestürzten Hochregallager des Finke-Werks als verletzt. Da unbekannter Gefahrenstoff austrat, waren hier die Atemschutzträger gefordert.

Visselhövede - Das Szenario, mit dem sich am Freitag die Feuerwehrleute aus dem gesamten Visselhöveder Stadtgebiet konfrontiert sahen, ist erfunden, könnte aber genau so stattfinden. Tatsächlich handelte es sich nur um die alljährliche Alarmübung. Nach rund fünf Minuten waren schon die ersten Feuerwehrfahrzeuge am Einsatzort in der Rudolf-Diesel-Straße angekommen. „Sonst beläuft sich das Szenarium auf eine Einsatzstelle“, berichtete Übungsleiter Sascha Neumann. „Damit alle Wehren gut gefordert sind, haben wir diesmal fünf Lagen erarbeitet, zu der auch die Drehleiter aus Rotenburg angefordert werden musste.“

Insgesamt hielt Neumann, der sich das Ganze ausgedacht hatte, alle neun Ortswehren von Visselhövede sowie die Rotenburger und Neuenkirchener Wehr auf Trab. 110 Einsatzkräfte um Stadtbrandmeister Kai-Olaf Häring waren angerückt. Wichtig war für sie vor allem zu wissen, wo das benötigte Wasser herkommt. Zwei Zisternen gibt es vor Ort, eine mit 145 und eine mit 100 Kubikmeter Wasser, die laut Feuerwehrbedarfsplan rund 50 Minuten Wasser für zwei Wasserwerfer und für eine Wassersperre liefern können.

Die erste Lage hieß „Gasaustritt bei der Gasverladung“. Da der Wind Richtung Riepholmer Weg stand, hätten die dortigen Bewohner im Realfall theoretisch auch evakuiert werden müssen. Bei der Szene auf den Hochtanks stellte sich heraus, dass es sich um Pastor Florian Hemme handelte. Der Geistliche hatte im Vorfeld von der Übung gehört und stellte sich als vermeintliches Opfer zur Verfügung, wobei dieser gleich den höchsten Punkt des Geländes auswählte. „Wahrscheinlich, um Gott näher zu sein“, witzelten Beobachter.

Die angeforderte Drehleiter brauchte ihre Zeit, doch dann ging die Rettung reibungslos über die Bühne – und Hemme hatte wieder festen Boden unter den Füßen. Auch die anderen „Opfer“, die von Mitarbeitern der Firma gespielt worden waren, machten ihre Sache gut.

Und was sagt der Firmenchef zum Geschehen? „Ich habe von der geplanten Übung erst eine Woche vorher erfahren und wollte eigentlich lieber aufs Weinfest“, gestand Wilhelm Hoyer augenzwinkernd. Prokurist Gerald Lutz bedankte sich bei den Brandschützern für die Übung und lud diese nach erledigter Arbeit zu einem gemeinsamen Grillfest ein.

Fotos auf

www.kreiszeitung.de

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