Ortsrat und Eltern sind sauer auf den Visselhöveder Stadtrat

Wittorf verliert seine Grundschule

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Mit dem Grundschul-Unterricht in Wittorf ist spätestens im Sommer 2019 Schluss.

Wittorf - Von Jens Wieters. Der Wittorfer Ortsrat sowie Elternvertreter der Schule und des Kindergartens haben alles versucht, aber jetzt ist es offiziell: Die kleine Dorfschule in Wittorf wird spätestens im Sommer 2019 geschlossen.

Das hat der Landkreis dem Ortsbürgermeister Willi Bargfrede (CDU) jetzt mitgeteilt. Der Meinung der Wittorfer, dass eine bestimmte Formulierung im Gebietsänderungsvertrag von 1974 den Bestand der Grundschule sichern könnte, schloss sich die Kommunalaufsicht der Landkreisveraltung nicht an.

In dem bereits im Frühjahr viel diskutierten Passus heißt es, dass „die vorhandenen Grundschulen erhalten bleiben, solange die Schulkonzeption des Landes nicht entgegensteht“.

„Die Behörde begründet ihre Entscheidung unter andere auch damit, dass die Begrifflichkeit ‚Schulkonzeption‘ nicht detailliert ausgeführt worden sei“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Ortsrats und der Elternvertreter Tom Bammann (Kindergarten) und Jessica Eggers (Dorfschule).

Es bleibe ein schlechter Beigeschmack, wenn man bedenke, dass das Land Niedersachsen noch nie eine Schule dicht gemacht habe. „Wir fragen uns, warum wird dann unsere Schule gegen den massiven Widerstand aus der örtlichen, parteiübergreifenden Politik sowie der Eltern geschlossen?“, schreiben die Unterzeichner.

Die liefern die Antwort auch gleich mit: „Vielleicht liege es an der Kernkompetenz von Bürgermeister Ralf Goebel, der nach einem Jahr im Amt besser über die Dorfschulen Bescheid weiß als die Vertreter vor Ort. Selbst Vorschläge zur Bildung einer Außenstelle Wittorf wurden vom Tischgefegt.“ Der politische Wille, die Dorfschule Wittorf zu erhalten, habe völlig gefehlt. Die Mehrheit des Stadtrates habe die Schulschließung beschlossen. „Die Verantwortlichkeit dafür liegt allein beim Rat und nicht beim Land.“

Es wundere jedoch sehr, dass die Visselhöveder Verwaltung die Aufhebung der Schule bei der Landesschulbehörde im April beantragt habe und sie im Mai genehmigt worden sei, obwohl bekannt gewesen sein müsste, dass die Kommunalaufsicht die Rechtmäßigkeit des Ratsbeschlusses erst noch überprüfe. „Erst am 7. Dezember erging die Entscheidung der Kommunalaufsicht“, berichten die Wittorfer.

Die ziehen auch ein Fazit der ganzen Geschichte: „Eine Schule wurde ohne Not geschlossen, und eine Einbeziehung der Betroffenen vor Ort war offenbar nicht gewünscht.“

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