Rallye-Piloten Haase und Neubauer

Ohne Bier durch Sturm und Sand

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Typisches Zeltlager mitten in der Wüste während der „Dust-and-Diesel“-Rallye.

Nindorf - So langsam neigt sich das Abenteuer Afrika der beiden Nindorfer Rallyepiloten Matell Neubauer und Torsten Haase dem Ende entgegen. Denn auf dem Programm steht am Montag der Verkauf ihres alten Mercedes 200 D, der sie vom zweiten Weihnachtstag an von Nindorf aus bis ins tiefste Mauretanien in West-Afrika problemlos über Stock und Stein und vor allem durch viel Sand geschaukelt hat.

Die beiden nehmen nämlich an der organisierten „Dust-and-Diesel“-Rallye teil, die zum Ziel hat, ein Waisenhaus in Nouadhibou finanziell zu unterstützen – mit der Verkauf der Autos. 31 Stück sind es dieses Mal. Die Fahrzeuge, überwiegend der Marke Mercedes-Benz, bringen rund 1 500 bis 2000 Euro pro Stück. Das Geld fließt komplett in das Projekt AEPN Waisenhaus.

Wie dort mit den elternlosen Kindern gearbeitet wird, darüber haben sich Neubauer und Haase während eines Besuchs bereits ein Bild machen können. „Wir wurden sehr herzlich empfangen und haben mit den Kindern eine Runde Fußball gespielt – und verloren“, teilen die Nindorfer unserer Zeitung mit. Auch sonst hätten die Waisenkinder den Kontakt nicht gescheut: „Wir haben Mandalas gemalt und unsere Sachspenden verteilt. Es war herzergreifend, wie sich die Kinder gefreut haben.“

Matell Neubauer (l.) und Torsten Haase haben noch kein Problem mit ihrem Mercedes gehabt.

Aber um überhaupt nach Nouadhibou zu kommen, mussten die Abenteurer ihren alten Benz viele hundert Kilometer durch die Wüste und durch Stürme knüppeln. „Um in dem weichen Sand überhaupt voranzukommen, mussten wir den Druck auf den Reifen auf ein Bar ablassen. Aber als erfahrene Bagger- und Treckerprofis sind wir mit dem Gelände gut zurechtgekommen“, schreiben die beiden Rallye-Neulinge, deren Auto „einfach klasse läuft“. Einer ihrer Kollegen hatte es nicht so gut, den bereits an der mauretanischen Grenze musst er seinen Wagen wegen eines defekten Kupplungsgeberzylinders abschleppen lassen.

Die Rallye-Teilnehmer übernachten meistens auf einfachen Campingplätzen in Zelten direkt neben den Autos. „Dann gibt es mal ein bisschen Wasser für eine kalte Dusche und Nudelsuppe vom Gaskocher sowie ‘ne Cola“, so Neubauer. Also nix mit einem Bierchen nach Feierabend. „Mauretanien ist ein alkoholfreies Land.“

Die beiden Piloten vor dem Waisenhaus in Mauretanien.

Am vergangenen Freitag war der Tross in die letzte Etappe gestartet: „Off Road mit 80 Stundenkilometern über Schotter früheren Meeresboden und Weichsandfelder. Nach etwa fünf Stunden und 120 Kilometern haben wir das Nachtlager in einem Nationalpark aufgeschlagen. Es war ein toller Tag für große Jungs in der riesigen Sandkiste.“

Die vergangenen Nächte haben die beiden, so der Plan, direkt am Strand des Atlantiks beim Ort Nouamghar gecampt. Die Fahrt ging nur dann weiter, wenn Ebbe war und die Räder der Autos auf dem härteren Meeresgrund genug Grip hatten. „Wir wissen aber aktuell nicht, ob die Verbindung zur Außenwelt via Handy gehalten werden kann“, so die vorerst letzte Mitteilung der Nindorfer.

Die Route sieht vor, dass alle Fahrer und Beifahrer am Montag St. Louis im Senegal erreichen, wo endlich eine Hütte mit richtigem Bett im Voraus gebucht worden war. In der Stadt werden sich Haase und Neubauer ein wenig umsehen, außerdem sind Partys mit Barbecue am Strand geplant. Und dann klappt es auch wieder mit dem wohlverdienten Bierchen. Am kommenden Freitag steht der Rückflug von Dakar über Lissabon nach Frankfurt an, bevor die beiden am Samstagabend ihre Familien in Nindorf wieder in die Arme schließen können. So zumindest der Plan.

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