Oberschule Visselhövede wird „Schule mit Courage“

Die Oberschule Visselhövede schließt sich Mitte Juli dem Netzwerk „Schule ohne Rassimus - Schule mit Courage“ an.
Visselhövede – „Diskriminierung oder versteckter oder gar offener Rassismus? Beleidigungen oder Schubsereien, weil jemand anders ist als andere? Das kommt für uns nicht in die Tüte!“ Die Jugendlichen der Visselhöveder Oberschule sind sich da einig. Und nicht nur die, sondern auch die gesamte Schulgemeinschaft, zu denen vom Hausmeister über die Sekretärin bis hin zum Schulleiter alle zählen, die irgendwie mit der Schule verbunden sind.
Und weil das so ist, gibt es kurz vor den Ferien das begehrte Schild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ von der gleichnamigen Organisation überreicht, die sich bereits seit fast 30 Jahren bundesweit für diese Ziele engagiert.
„Aber es geht nicht um das Schild an der Fassade, sondern um unser tägliches Miteinander, um unseren Alltag morgens in der Schule und auch nachmittags in der Stadt oder in den Vereinen und abends bei einer Party“, sagt Lehrerin Katja Stolte, die das Projekt im vergangenen August angeschoben hat, nach dem sie eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen hatte, die die Bewerbung für die in zwei Wochen fest verankerte Selbstverpflichtung vorbereitet hat.
Und die beinhaltet eine Kultur des Hinsehens, denn die Schüler erklären damit auch, dass sie nicht wegschauen, wenn es zu Gewalt und Diskriminierungen an ihrer Schule kommt. „Sie werden nicht schulterzuckend vorbeigehen, sondern sich aktiv mit der Situation auseinandersetzen“, so Stolte, die weiß, dass es „an jeder Schule zu solchen Vorfällen kommt, auch an unserer.“
Es geht um unser tägliches Miteinander, um unseren Alltag morgens in der Schule und auch nachmittags in der Stadt oder in den Vereinen und abends bei einer Party.
Aber mit der Selbstverpflichtung setze jetzt ein Umdenken auch bei denen ein, die bisher gedankenlos bei Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Muslimfeindlichkeit oder die Herabwürdigung von Frauen daneben gestanden hätten. „Ich bin mir darum so sicher, weil es ein Wunsch aus der Schülerschaft war, sich diesem Netzwerk anzuschließen und kein Projekt, das von uns Lehrern initiiert worden ist“, betont die Pädagogin.
Die AG habe im vergangenen Herbst ihre Arbeit aufgenommen, habe alle Klassen der 375 Schüler zählenden Einrichtung besucht, die Ziele des Vorhabens vorgestellt und auch selbstständig die Abstimmung organisiert. „Denn 70 Prozent der Mitglieder der Schulgemeinschaft müssen zustimmen. Aber das haben wir weit überschritten.“
Aber trotz der Zustimmung bleibt das Verfahren für die Mitgliedschaft im Courage-Netzwerk noch ein bisschen kompliziert. Zunächst musste die Schulleitung den Aufnahmeantrag an die Bundeskoordination stellen. Die Schüler mussten sich außerdem Paten suchen, die ihr Engagement unterstützen wollen. Die Bundeskoordination hat alle Angaben überprüft und der Schule eine Aufnahmebestätigung zugeschickt sowie die Landeskoordination darüber informiert. Und die hat mit der Schule einen Termin ausgemacht, an dem die Aufnahme auch offiziell wird. „Und das ist bei uns der 13. Juli, ab 8.30 Uhr“, informiert Schulleiter Ronny Wieland, der sehr froh darüber ist, dass es mit dem Netzwerk klappt, nachdem bereits vor fünf Jahren einmal ein Anlauf gemacht worden war, der aber aus verschiedenen Gründen nicht beendet worden sei. „Weil wir Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage sind, bauen wir die entsprechenden Themen in jedes Unterrichtsjahr im Rahmen der Projektwochen ein“, so Wieland.
Übrigens hatten die Visselhöveder Oberschüler kein Problem damit, Paten zu finden. „Es sind der aus Hamburg stammende Musiker Jan Delay und unser SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil. Beide sind am 13. leider nicht dabei. Sie schicken aber eine Videobotschaft“, informiert Katja Stolte