Jugendliche stellen Landwirtschaft in den Mittelpunkt des Klingbeil-Projekts

Oberschüler machen Eindruck

„Hart aber Fair“ ist das Vorbild für die erste Talkrunde der Visseler Oberschüler. Foto: lee

Visselhövede - Von Henning Leeske. Forderung nach mehr Tierwohl, weniger Fleisch, dafür eine bessere Qualität: Das waren die Ideen zum Klimaschutz, die die Visselhöveder Oberschüler dem Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) präsentierten. Der hatte im Rahmen eines Projekts junge Menschen in seinem Wahlkreis eingeladen, mitzumachen. Und die Visselhöveder hatten sich für den Abschlusstermin in der Soltauer Oberschule eine ganz besondere Art und Weise überlegt, um ihre Gedanken mit dem Politiker zu teilen. Mit kurzen Schauspieleinlagen vermittelten sie dramaturgisch passend die direkten Forderungen. Als Erstes fragten die Schüler nach den Wünschen und Zielen der jungen Generation. „Was kann ich für dich tun meine Erde? Wir haben ein Ziel!“, formulierten es die Laienschauspieler. In der folgenden nachgestellten Podiumsdiskussion berichtete der Schweinemäster J.Oelfke zunächst im Interview von den Problemen in der Tierhaltung, ganz dem Fernsehformat „Hart aber Fair“ entsprechend als Einspieler. Die Experten der Landwirtschaft erörterten dann, den CO2-Ausstoß durch die Tierhaltung zu reduzieren. Besonders weniger Import von Fleisch und mehr vegetarische Ernährung sollte dies sicherstellen, ohne jedoch die heimische Landwirtschaft zu ruinieren. Mehr Tierwohl und eine höhere Qualität solle den Konsum auch über den Preis regeln. Der derzeitige Verbrauch sei einfach zu viel für das Klima. Deswegen hatte auch die nächste TV-Talk-Runde konkrete Forderungen an die Politik und Klingebeil im Gepäck. Die Mehrwertsteuerermäßigung für Fleisch solle gestrichen und der Import einer Steuererhöhung unterzogen werden, aber im Gegenzug eine bessere Finanzierung für eine artgerechte Tierhaltung gesichert werden.

Nach einem eingespielten Interview mit dem Visseler Landwirt und Direktvermarkter Christian Lüdemann kamen noch die allgemeinen Forderungen zur Landwirtschaftspolitik. So sollen die Anforderungen an die Landwirtschaft sachorientierter und planbarer werden sowie die regionalen Produkte preiswerter in der Gestaltung. Bezüglich der Futtermittel in der Tierhaltung solle mehr zu heimischen Alternativen zur importierten Sojabohne geforscht werden, da die bisherigen Eiweißträger wie Lupinen und Erbsen zu schwer verdaulich für das Vieh seien. Dies zeigte, dass die Schüler sich mit wirklich viel Fachwissen auf den Abschlusstermin vorbereitet hatten.

Die Darstellungsform der TV-Diskussionsrunden beeindruckten den Bundestagsabgeordneten, schließlich sitze er selbst oft genug in derartigen Runden. „Ich bin dagegen, den Fleischkonsum zu verbieten. Es geht darum die heimische Landwirtschaft zu stärken. Mit einer Kennzeichnungspflicht, auch in Restaurants zum Beispiel, woher das Fleisch überhaupt kommt“, reagierte Klingbeil.

Das Projekt

Bei dem Projekt „Kluge Köpfe für Klingbeil“ hat der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil Jugendliche dazu eingeladen, Ideen zum Klimaschutz zu entwickeln. Gruppen von insgesamt sieben Schulen folgten dem Aufruf, so der SPD-Politiker. Darunter neben den Visselhövedern auch eine Gruppe aus Lauenbrück. Er wolle wissen, wie jeder sein Verhalten zu Hause hinsichtliche des Umweltschutzes betrachtet.

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