Notunterkunft Kaserne Lehnsheide: Bewohner fordern schnelle Registrierung

20 Flüchtlinge befinden sich im Hungerstreik

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In der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Visselhöveder Kaserne Lehnsheide haben 20 Bewohner einen Hungerstreik organisiert.

Visselhövede - Von Jens Wieters. In der Notunterkunft für Flüchtlinge in der Visselhöveder Kaserne befinden sich rund 20 Bewohner in einem Hungerstreik, weil sie mit dem langsamen Verfahren der Registrierung nicht einverstanden sind.

Das zumindest geht aus einer E-Mail hervor, die die Redaktion unserer Zeitung am Freitagmorgen über Umwege erreicht hat. Darin versucht offenbar ein Flüchtling aus der Unterkunft an der Celler Straße, in der zurzeit 300 Menschen untergebracht sind und die für die Presse immer noch tabu ist, auf seine missliche Lage aufmerksam zu machen.

In der auf Englisch verfassten Mail fordert der Mann, der sich „Herr Refugee“ nennt, eine umgehende Registrierung der Flüchtlinge, die sich seiner Meinung nach viel zu lange hinzöge. Außerdem verlangt er, dass die Kinder im Camp umgehend eine Schule besuchen sollten. Er schreibt auch, dass sich rund 400 Personen am Hungerstreik beteiligen würden.

Der Landkreis Rotenburg bestätigte auf Nachfrage diese besondere Art des passiven Widerstandes, aber nicht die Zahlen, die der E-Mail-Schreiber genannt hat: „Am Donnerstagabend haben rund 50 Flüchtlinge in der Notunterkunft demonstriert. Rund 20 von ihnen haben einen Hungerstreik angekündigt“, teilte der Landkreis Freitagmittag in einer eilig verfassten Meldung mit. Darin heißt es zustimmend, dass die Flüchtlinge durch den Hungerstreik auf die langsamen Verfahren bei der Registrierung hinweisen würden. Zudem forderten sie die Auszahlung von Taschengeld.

„Auch am Nachmittag werden vor Ort Gespräche geführt, um die Menschen über das Procedere aufzuklären“, sagte Landkreis-Sprecherin Christine Huchzermeier Freitagmittag. Sie bestätigte auch, dass der Hungerstreik angelaufen sei.

In diesem Zusammenhang weist der Landkreis darauf hin, dass die Verwaltungsmitarbeiter seit längerer Zeit zum Thema Registrierung im Gespräch mit dem Land seien.

Flüchtlinge könnten nämlich nur von der Landesaufnahmebehörde registriert werden. Die Registrierung beinhaltet die Aufnahme in die Datenbank des Landes sowie eine medizinische Untersuchung.

„Die Flüchtlinge in Visselhövede sind in den vergangenen Tagen größtenteils bereits nach Schwanewede, in die dortige Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung Bramsche, gebracht und die Daten eingepflegt worden“, heißt es in der Stellungnahme.

In einem zweiten Schritt folge eine medizinische Untersuchung. Gespräche hierzu liefen bereits. Sei diese Untersuchung erfolgt, könnten die Flüchtlinge in die verschiedenen Gemeinden verteilt werden und dort einen Asylantrag stellen. „Erst nach der gesamten Registrierung steht den Flüchtlingen gesetzlich ein Taschengeld zu“, informiert die Behörde.

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