Notunterkunft in der Kaserne funktioniert recht reibungslos

Seit einem Monat Obdach für Flüchtlinge

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Die Flüchtlinge kommen per Bus zumeist von der deutsch-österreichischen Grenze in die Kaserne.

Visselhövede - Als vor 36 Tagen überraschend der Anruf aus dem Niedersächsischen Innenministerium den Rotenburger Landrat Hermann Luttmann erreichte, dass in Amtshilfe zunächst 300 Flüchtlinge aufgenommen werden sollen, hatte die Kreisverwaltung noch 48 Stunden Vorlauf, um eine entsprechende Notunterkunft bereitzustellen. Jetzt läuft der Betrieb in der Visselhöveder Kaserne Lehnsheide seit gut einem Monat recht reibungslos.

Innerhalb von zwei Tagen nach der Nachricht aus Hannover wurde laut Mitteilung des Landkreises ein Führungsstab zusammengestellt, Zäune gebaut, Betten herbeigeschafft, ein Registrierungssystem installiert, ein Sanitätsbereich eingerichtet, Ärzte und medizinisches Personal engagiert. „Verträge mussten geschrieben, Zahnbürsten, Handtücher und Decken gekauft, ein Caterer und eine Essensausgabe organisiert werden“, heißt es in der ersten Zwischenbilanz des Landkreises.

Inzwischen seien mehr als 850 Flüchtlinge in Visselhövede eingetroffen, fast alle von ihnen kamen direkt von der deutsch-österreichischen Landesgrenze. „Auch wenn inzwischen viele in andere Länder oder Regionen weitergereist sind, so war ihnen nach den Strapazen einer mehrwöchigen Flucht die Erleichterung anzumerken, in einer beheizten und voll funktionsfähigen Unterkunft untergebracht zu sein.“

Die meisten der in Visselhövede angekommenen Flüchtlinge stammen aus Syrien (rund 55 Prozent) dem Irak (20 Prozent) und Afghanistan (17 Prozent). Weitere Herkunftsländer sind Iran, Eritrea, Libanon, Pakistan, Nepal und Kosovo.

Diese Notunterkunft wird inzwischen von einem dreiköpfigen Team geführt: Neben dem Leiter des Stabes, Gerd Hachmöller, sind das seine Stellvertreter Silke Dodenhoff und Michael Meyer. Die Notunterkunft in der Jugendherberge Rotenburg wird von Silke Hinze geführt.

Das gesamte Führungsteam ist laut Mitteilung mit der Leistung zufrieden. Silke Dodenhoff: „Diese außergewöhnliche Situation hat sowohl den Landkreiskollegen, die sich freiwillig gemeldet haben, als auch den vielen freiwilligen Helfern und beteiligten Ärzten viel abverlangt.“

Michael Meyer ergänzt: „Hervorzuheben sind hier die vielen Nachtschichten, wenn Busse mit neuen Flüchtlingen aus Bayern erst spät abends am Kasernentor eingetroffen sind.“

Gerd Hachmöller weist noch auf eine wichtige Differenzierung hin: „Flüchtlinge in den Notunterkünften haben einen anderen Status als Flüchtlinge, für die die Gemeinden und Städte zuständig sind. Die Menschen in Notunterkünften sind in der Regel weder registriert noch haben sie eine Erstuntersuchung durchlaufen. Damit bekommen sie auch keinerlei Geldleistungen.“

Asylbewerber und Flüchtlinge, die über die kommunale Quote untergebracht seien, hätten sich registrieren lassen müssen und befänden sich zum Teil in einem geordneten Asylverfahren. „Sie bekommen die üblichen staatlichen Leistungen und können sich zumindest materiell selbst versorgen“, so Hachmöller.

Die operative Leitung des Notaufnahmelagers in Visselhövede wird zum 1. Dezember auf den DRK-Kreisverband Bremervörde übergehen. Die Notunterkunft in der Jugendherberge Rotenburg wird vom DRK-Kreisverband Rotenburg geführt. Die Verantwortung für beide Einrichtungen verbleibt beim Landkreis.

Ob noch mehr Flüchtlinge per Amtshilfeersuchen in den Kreis Rotenburg kommen, ist laut Verwaltungsschreiben noch nicht abzusehen. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass weitere Notaufnahmelager eingerichtet werden.

jw

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