Niedersächsische Naturschutztage: Experten diskutieren in Visselhövede

Mit „Generation nature“ Herausforderung meistern

+
Tauschten sich intensiv aus: der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) und Dr. Johann Schreiner von der Alfred-Töpfer-Akademie für Naturschutz (l.).

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen, sie verstehen, sich daran begeistern, für die Artenvielfalt eintreten und selbst aktiv für die Natur werden: Das muss das Ziel sein, dass wir Kindern und Jugendlichen vorgeben“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) während der Niedersächsischen Naturschutztage.

Mehr als 300 Teilnehmer aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen haben zwei Tage lang im Visselhöveder Hotel Pescheks über das Thema „Landschaft 2020 – Naturschutz in einer sich wandelnden Gesellschaft“ diskutiert. Die von der niedersächsischen Alfred-ToepferAkademie für Naturschutz (NNA) in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium organisierte Veranstaltung wird im dritten Jahr als Fachforum durchgeführt. Umweltminister Stefan Wenzel und NNA-Direktor Dr. Johann Schreiner bezeichneten die Tagung laut Mitteilung als „Beispiel gebendes Netzwerk“ für die Weiterentwicklung von Theorie und Praxis des Naturschutzes im Land.

„Die Uno hat die Dekade der biologischen Vielfalt bis 2020 ausgerufen, die EU, der Bund und das Land sind mit diversen Projekten mit im Boot – in einer kompletten Hierarchie ist die Sicherung der Biodiversität ein wesentliches gesellschaftliches Ziel für die Zukunft“, so Johann Schreiner, Direktor der NNA.

Aber von oben herab die Menschen für die Natur zu begeistern, ist meistens nicht ganz so einfach. „Genau darum braucht es Projekte in der Naturschutzarbeit im Bereich Kinder und Jugendliche. Sie sind der Teil unserer Gesellschaft, der am stärksten und am längsten mit den Fehlern und Versäumnissen der Vergangenheit konfrontiert wird“, so Minister Wenzel, der von einer „Generation nature“ sprach. Mit verstärkten Initiativen im Bereich Umweltbildung, in Kooperation mit Kindertagesstätten und Schulen, mit Angeboten für Junior Ranger, beim Freiwilligen Ökologischen Jahr und einer intensiveren Arbeit mit den neuen sozialen Medien soll das Profil des Naturschutzes für junge Leute attraktiver werden.

Schreiner hatte ein ganz einfaches Beispiel parat: „Wir müssen die Natur auch von ihrer produktiven Seite betrachten, wenn zum Beispiel die Lüneburger Heide Trinkwasser für die Stadt Hamburg produziert, sind die Menschen dort verpflichtet, auch für die Natur aktiv zu werden.“

Schon die Zusammensetzung der Tagung demonstriere die Vielfalt der Ansätze und Akteure. Es sei die „erklärte Aufgabe der Politik, aus dieser Vielfalt eine starke Interessenvertretung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu machen“, sagte der Umweltminister. „Wirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Gefahren des Klimawandels sind eng mit dem Verlust weiterer Arten und der Verschlechterung der Bedingungen für alle Wirtschaften verbunden. Die einzig wirksame Antwort darauf ist die Bündelung der Kräfte zum Schutz von Boden, Luft und Wasser.“

Wenzel kündigte für Anfang Februar kommenden Jahres die Vorlage des Entwurfs für die neue Niedersächsische Naturschutzstrategie an. Im ersten Halbjahr 2016 sollen die Aktionsprogramme Moorlandschaften und Gewässerlandschaften herausgegeben werden. Ebenfalls in vollem Gange ist die Arbeit am Landschaftsprogramm, dessen Fertigstellung bis Ende 2017 geplant ist.

Mehr zum Thema:

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Warschau will neuen Glanz für Praga

Warschau will neuen Glanz für Praga

Meistgelesene Artikel

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Drei Leichtverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Feuerwehren vor großer Umstrukturierung

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Kommentare