Nichtöffentliche Info-Veranstaltung / Dialogforum tagt / WiV positioniert sich

Alpha-Variante beschäftigt Stadtrat zunächst intern

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Im Visselhöveder Bahnhof gibt es bereits das zweite Gleis, jetzt rückt für die übrige Strecke der Amerikalinie zwischen Langwedel und Uelzen ein Ausbau in den Fokus.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Im Dialogforum Schiene Nord, das sich regelmäßig in Celle trifft, um Trassenmöglichkeiten für die Modernisierung der Schienen-infrastruktur zu erarbeiten, kristallisiert sich die Alpha-Variante als Favorit heraus. Diese würde Visselhövede durch die Ertüchtigung der Amerikalinie stark, die Samtgemeinde Bothel durch den Ausbau der Strecke Rotenburg-Verden ein bisschen betreffen.

Damit alle Mitglieder des Visselhöveder Stadtrats auf einem gemeinsamen Wissensstand sind, hat Bürgermeister Ralf Goebel für den 10. September eine nichtöffentliche Ratssitzung einberufen. Das habe aber nichts mit Geheimniskrämerei zu tun, wiegelt Goebel entsprechende Vermutungen ab, sondern die Politiker hätten um einen internen Infoabend gebeten, um sich anschließend in den Fraktionen zu beraten, bevor die verschiedenen oder auch gemeinsamen Standpunkte öffentlich gemacht würden.

Ein Arbeitskreis des Dialogforums hatte sich zuletzt mit der Frage befasst, welche der zur Diskussion stehenden Trassenvarianten am schnellsten realisierbar ist, denn 2030 rechnen die Fachleute mit einem Kollaps der bestehenden Bahnstrecken von den Seehäfen in Richtung Süden und Osten. Die Alpha-Variante mit der Amerikalinie schnitt bei dieser Untersuchung am besten ab.

„Nach der Pause im August trifft sich das Dialogforum bereits am 11. September zur nächsten Beratungsrunde, denn schon im November wird sich das Forum den Planungen nach für eine oder zwei Varianten entscheiden, die dann in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden“, so Goebel.

Im Vorfeld müsse sich die Kommune aber intensiv mit einem möglichen Ausbau der Trasse Langwedel-Uelzen beschäftigen. „Es geht in den nächsten Wochen darum, ob wir, ähnlich wie bei der Y-Trasse, eine gemeinsame Stadtratsresolution verabschieden und ob wir uns so positionieren wie Soltau und Kirchlinteln, die in Sachen Lärmschutz und möglichen Ausgleichszahlungen einige Forderungen aufstellen werden“, erläutert Goebel.

In den Nachbargemeinden formiert sich bereits Widerstand gegen einen Ausbau. Verschiedene Initiativen wie zum Beispiel „save.kirchlinteln.org“ haben ihre Arbeit aufgenommen. Dort wird auch verbreitet, dass eine vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mit entsprechenden Haltestellen in den betroffenen Orten erfolgen müsse, wenn denn schon die Amerikalinie ausgebaut werde.

Klar positioniert hat sich bereits die Gruppe WiV im Visselhöveder Stadtrat. „Bei den Plänen für den Ausbau der Amerikalinie sind noch viele Fragen offen“, erläutert Eckhard Langanke. „In Visselhövede müssten der Bahnübergang Rosenstraße und der Tunnel Walsroder Straße dem Ausbau angepasst werden. Außerdem geht es an mehreren Punkten um ausreichenden Lärmschutz.“

Fest stehe bei dieser Variante nur, fügt Matthias Grube in einer Mitteilung hinzu, dass es nicht zu einer massiven Vernichtung von Natur- und Lebensraum komme, wie es bei der Y-Trasse der Fall gewesen wäre. „Um nicht weit über das Ziel 2030 hinauszuschießen, muss noch in diesem Jahr eine Variante in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden“, sagt Eckhard Langanke, „das ist für uns ein wesentlicher Grund, die Alpha-Variante als schnellstmögliche Lösung zu favorisieren. Unsere Aufgabe als Ratsmitglieder sehen wir in der Interessenvertretung zum Nutzen der Bürger.“

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